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Expertenforum: Säuglings- und Kinderernährung (0 - 10 Jahre)    «zurück

Frage von montargis am 14.10.2014 20:37 Uhr

Ernährung 8 Monate altes Kind

Hallo,

ich habe verschiedene Fragen zur Ernährung unseres 8 Monate alten Sohns.

1. Ich habe bei meinem ersten Sohn gelernt, dass man 8-10g Rapsöl zum selbstgekochten Mittagsbrei dazugeben soll. Wir füttern aber jetzt auch Gläschen und ich habe bisher auch immer Rapsöl dazugegeben, weil in der Zutatenliste immer angegeben ist, dass 1 bis maximal 2% Rapsöl darin sind und bei knapp 200g Gläschen macht das ja nur 2 bis 4g Rapsöl. Ist das ok so?
2. Gibt es noch einen Brei (nachmittags: Getreide-Obst-Brei oder abends: Milchbrei mit etwas Obst), dem man Rapsöl zufügen sollte?
3. Ich weiß mittlerweile, dass man auch kaltgepresstes Rapsöl verwenden darf. Wir haben Bio-Rapsöl von Alnatura. Wir lagern es auf dem Kühlschrank. Nun habe ich gehört, dass es im Kühlschrank gelagert werden sollte. Mein Mann sagt, er habe noch nie Öl im Kühlschrank gelagert und habe auch noch nie davon gehört. Wir haben es auch schon ca. 2 Monate in Benutzung. Ich weiß nicht, wie ranziges Öl schmeckt oder riecht. Ich habe das Rapsöl mal probiert, aber da ich vorher noch nie Rapsöl pur gegessen hatte, konnte ich es schlecht beurteilen. Es hatte einen leichten Beigeschmack, aber richtig ranziges Öl würde wahrscheinlich sogar ich erkennen, oder?
4. Unser Wasser wurde wegen Reparaturen am Warmwasserboiler im Keller abgestellt. Danach kamen kleine Steinchen aus dem Wasserhahn. Mein Mann sagt, das sei immer so nach dem Abstellen. Nun haben wir einige Tage die Frühstücksflaschenmilch mit Vilsa Naturelle angerührt. Das Wasser haben wir nur kurz in der Mikrowelle erwärmt, aber nicht abgekocht, wie wir es sonst mit dem Leitungswasser machen. Auch den Getreide-Obst-Brei haben wir mit Vilsa Naturelle auf diese Weise angerührt. Ist das für einen kurzen Zeitraum (ca. 1 bis 2 Wochen) ok so? Das Vilsa Naturelle trinkt unser Sohn sowieso jetzt zu allen Breimahlzeiten. Wir kaufen das Wasser nur in Glasflaschen.
Ist es danach ok, das Wasser zum Abkochen für die Fläschchen wieder aus der Leitung zu nehmen?
5. Anders als unser erster Sohn, hat der Kleine die Breimahlzeiten eigentlich sofort akzeptiert und isst mittlerweile mittags, nachmittags und abends Brei. Eigentlich sollte er ja erst mit einem Jahr an den Familientisch gewöhnt werden. Könnte man auch ein oder zwei Monate früher damit anfangen, wenn er weiterhin solches Interesse zeigt? Sollte er dann morgens weiterhin noch eine Flasche bekommen, bis er ein Jahr alt ist? Die Vormittagsmahlzeit lässt er in der Regel aus, weil er dann nochmal ein Schläfchen macht.
6. Welche Lebensmittel sollten Kinder im ersten Lebensjahr noch nicht essen?
7. Ich hatte bei unserem ersten Sohn gehört, dass man in den ersten zwei Lebensjahren keine rohen tierischen Produkte geben sollte. Danach haben wir ihn ganz normal alles mitessen lassen. Nun habe ich gehört, dass man fünf Jahre damit warten soll, was ich persönlich für übertrieben halte. Was raten Sie?

Ich danke Ihnen für die Antworten auf meine vielen Fragen.

Expertenantwort von Maren Krueger am 16.10.2014 11:17 Uhr

Sehr geehrte Fragestellerin,


vielen Dank für Ihren Beitrag. Gern beantworte ich Ihre Fragen.


Zu Frage 1
Für den Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei werden 1 EL Rapsöl empfohlen, das entspricht einer Menge von 10 bis 12 Gramm. Wenn Gläschen weniger Öl enthalten, sollten Sie die fehlende Menge ergänzen.


Zu Frage 2
In den Getreide-Obst-Brei gehören 1 TL Rapsöl.


Zu Frage 3
Ölflaschen sollten immer immer gut verschlossen werden und, um lichtempfindliche Vitamine zu schützen, im Dunkeln stehen. Das gilt für alle Ölsorten. Kaltgepresste Öle sind empfindlicher als raffinierte Öle und sollten am besten im Kühlschrank gelagert werden. Ob Ihr Öl, das zwei Monate in geöffneter Flasche bei Zimmertemperatur gelagert wurde, qualitativ noch in Ordnung ist, lässt sich für mich von hier aus schwer beurteilen. Sobald Öl ranzig riecht und streng schmeckt, ist es nicht mehr gut. Es ist dann zwar nicht giftig, aber nicht mehr so gesund, weil die guten Fettsäuren zerstört und die meisten Vitamine abgebaut sind. Im Zweifelsfall möchte ich Ihnen empfehlen, das Öl gegen eine neue Flasche auszutauschen.
Weitere Infos zur richtigen Aufbewahrung von Fetten und Ölen finden Sie in dem aid-Heft Speisefette.


Zu Frage 4
Sofern Sie keine Bleileitungen im Haus haben und das Wasser nicht aus einem eigenen Brummen kommt, können Sie es bedenkenlos für die Zubereitung der Flaschen verwenden. Sie brauchen das Leitungswasser nicht abzukochen.


Zu Frage 5
Es ist richtig, dass die Kinder ca. ab dem 10. Monat an die Familienkost gewöhnt werden sollten. Dann erweitert sich die Mahlzeitenanzahl von 4 auf 5, die Mahlzeiten werden nicht mehr fein püriert, die Milchmahlzeit morgens und der Brei abends werden langsam gegen eine Brotmahlzeit mit Vollmilch ausgetauscht. Geben Sie Ihrem Sohn also ruhig noch etwas Zeit, bleiben Sie noch bei den Beikostmahlzeiten. Natürlich spricht nichts dagegen, wenn Sie ihm gelegentlich ein Stück Brötchen oder Brot oder weiches Obst ins Händchen geben.


Zu Frage 6


Zu den Lebensmitteln, die Kinder im 1. Lebensjahr noch nicht essen sollten, gehören Honig,  scharf gewürzte oder gebratene Speisen, alkoholhaltige Speisen, Kuchen, Süßigkeiten oder Desserts, blähende Lebensmittel oder Speisen (Kohl, Zwiebeln, Knoblauch), kleine, harte Lebensmittel (wie z. B. Nüsse).


Zu Frage 7
Zu dieser Frage möchte ich Sie auf eine Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung verweisen. Danach sollten Kinder zum Schutz vor den zum Teil schwer verlaufenden Lebensmittelinfektionen  vor dem fünften Lebensjahr keine rohen tierischen Lebensmittel bekommen.


Ausführliche Empfehlungen rund um eine gesunde Babyernährung finden Sie in dieser Broschüre


Ernährung von Säuglingen.


Mit freundlichen Grüßen


Maren Krüger
Ernährungswissenschaftlerin

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