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Expertenforum: Sie fragen - aid antwortet    «zurück

Frage von Onyx am 22.01.2015 21:53 Uhr

Curmarin in Zimt: Wie viel Zimt am Tag?

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie ich (leider) erst vor kurzem gelesen habe, können höhere Dosen von Cumarin sehr gesundheitsschädlich sein.

Da ich seit mindestens einem halben Jahr täglich zur meinem Porridge-Frühstück Zimt esse (und das wahrscheinlich auch nicht wenig, da ich Zimt eigentlich sehr gern dabei habe) und nun auch noch gesehen habe, dass ebendieser von Ostmann einen sehr hohen Cumarin-Gehalt hat, mache ich mir natürlich Sorgen.

Ich denke nicht, dass ich Symptome einer möglichen Leberentzündung zeige, aber ich habe nun insgeheim die Angst, dass diese hohen Dosen wie bei Tieren festgestellt bei mir nun ebenfalls Krebs verursacht haben könnten. Ist diese Angst unbegründet oder sollte ich mich dahingehend untersuchen lassen? Und wenn ja, an welchen Facharzt kann ich mich in diesem Fall wenden?

Verzeihen Sie, falls ich gerade mit meiner Sorge übertreibe, aber es verunsichert mich ziemlich.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir weiterhelfen könnten.

Vielen Dank im Vorraus!

Beste Grüße,

Onyx

Expertenantwort von Maike Groeneveld am 23.01.2015 18:29 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


seien Sie unbesorgt: Es ist nicht zu erwarten, dass Ihnen die tägliche Aufnahme von Zimt geschadet hat.


Das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) schreibt in seiner Stellungnahme, dass  „Cumarin in Tierversuchen in sehr hohen Mengen, die über lange Zeiträume verabreicht wurden, bei Ratten und Mäusen Krebs ausgelöst hat. Für den Menschen gibt es dagegen keine Hinweise auf eine cumarinbedingte Tumorentstehung.“


Und in Bezug auf die Leber schreibt das BfR: „Aus dem Einsatz von Cumarin im Medizinbereich ist bekannt, dass es schon bei relativ niedrigen Dosierungen bei einer kleinen Gruppe besonders empfindlicher Personen zu Leberschäden kommen kann, wenn das Medikament über wenige Wochen verabreicht wird. Dabei kommt es in leichten Fällen zu einer Erhöhung der Leberenzyme im Blut, in schweren Fällen zu einer Entzündung der Leber, die sich als Gelbsucht bemerkbar machen kann. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht bekannt, die Wirkung war aber in der Regel reversibel. Nach Verzehr von Zimt hingegen sind solche Fälle einer leberschädigenden Wirkung in der wissenschaftlichen Literatur bisher nicht beschrieben worden.


Das BfR hat deshalb eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge abgeleitet. Diese Menge kann ein Leben lang aufgenommen werden, ohne dass ein gesundheitliches Risiko zu erwarten ist. Sie liegt bei Erwachsenen bei 0,1 mg (Milligramm) Cumarin pro kg Körpergewicht und Tag und gilt auch für besonders empfindliche Verbraucher. Ein Erwachsener erreicht diese tolerierbare tägliche Aufnahmemenge erst bei einer täglichen Aufnahme von über 2 g Cassia-Zimt. Dieser Wert gilt für die lebenslange Aufnahme, es ist unbedenklich, wenn diese Menge vorübergehend überschritten wird. Wer häufig große Mengen an Zimt als Gewürz verwendet, sollte vorsichtshalber cumarinarmen Ceylon-Zimt bevorzugen.


Bitte bedenken Sie, dass Schadstoffe in der Nahrung eine viel geringere Rolle spielen als viele denken. Die Zusammensetzung der Nahrung – also wie viel Gemüse, Obst, Milchprodukte etc. man isst – hat eine viel größere Bedeutung für die Erhaltung der Gesundheit als das Vorkommen von Schadstoffen in einzelnen Lebensmitteln. Risiken durch Schadstoffe lassen sich am besten vermeiden, indem man sich abwechslungsreich ernährt. Sorgen Sie also ruhig für Abwechslung auf dem Frühstückstisch.


Weitere Informationen zu Cumarin finden Sie auf der folgenden Internetseite


BfR: Fragen und Antworten zu Cumarin in Lebensmitteln


sowie in unserer Rubrik „Verbraucherschutz“


Zimt


und in der aid-Broschüre


Das Schadstoff-Lexikon - In Lebensmitteln unerwünscht


 


Mit freundlichen Grüßen


Dr. Maike Groeneveld, Diplom-Oecotrophologin / Ernährungsberaterin VDOE

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