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Frage von timmi1982 am 13.03.2015 11:04 Uhr

Was ist ein Morgen Land und woher kommt der Name?

Liebes Expertenteam,


was verbirgt sich hinter dem Begriff „Morgen", der in der Landwirtschaft gebraucht wird?


Vielen Dank!

Expertenantwort von Joerg Planer am 13.03.2015 11:50 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


der „Morgen" ist ein altes Flächenmaß, das in der Landwirtschaft Gebrauch fand und noch findet. Ursprünglich war es die Fläche, die mit einem einscharigen Pferde- oder Ochsenpflug an einem Vormittag gepflügt werden konnte. Diese Größe ist von Region zu Region anders, liegt jedoch meist zwischen einem viertel und einem halben Hektar (10.000 m2). In manchen Gegenden Deutschlands (v. a. Norddeutschland) waren aber auch Morgen von rund 10.000 m² und mehr gebräuchlich.


Im 20. Jahrhundert setzte sich dann der metrisierte Morgen des Norddeutschen Bundes von 2500 m2 (1/4 Hektar) durch. Offiziell wird der Morgen heute in der Landwirtschaft nicht mehr verwendet, sondern der Hektar. Viele alte und einige junge Bauern rechnen ihre Fläche aber auch heute noch in Morgen. Ein weiteres veraltetes landwirtschaftliches Flächenmaß ist das Ar, welches eine Flächengröße von 100 m2 beschreibt.


Darüber hinaus gibt es noch eine ganze Reihe regionale Flächenmaße:


Tagewerk (2500 bis 3600 m2): Jene Fläche, die an einem Tag (von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang) mit einem Ochsenpflug bearbeitet werden konnte. Verwendung in Bayern und Baden.


Joch (3600 bis 4000 m2): Vorrangig in Süddeutschland und Österreich verwendet.


Diemat (5700 m2): In Ostfriesland gebräuchlich.


Mit freundlichen Grüßen
Jörg Planer, Diplom-Agraringenieur

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