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Expertenforum: Sie fragen - aid antwortet    «zurück

Frage von Helmholm2 am 25.03.2015 18:02 Uhr

Botulismus, Toxin, Milchprodukte, Lebensmittel, Bedingungen, Wachstum

Hallo,

Ich recherchiere zur Zeit über Botulismus, bin sehr überängstlich und will mich absichern. Vor allem muss ich wissen, inwieweit Milchprodukte betroffen sind, insbesondere in Plastikverpackungen und mit zusätzlichen Zutaten (z.B. fertiger Kräuterquark).
Dazu habe ich diesen Beitrag gefunden: http://www.was-wir-essen.de/forum/index.php/forum/showExpMessage/id/46436

Dort wurden allerdings nicht wirklich die Fragen benantwortet und in weiterführenden Quellen finde ich auch NICHTS Konkretes bezogen auf Milchprodukte. Echte Konserven meide ich schon sehr stark.

Ich hätte sehr gerne genaue Informationen, wie sich Botulinumtoxin bei Milchprodukten verhält, ob diese überhaupt betroffen sein KÖNNEN, und unter welchen Bedingungen sich Botulinumtoxin genau bildet - in Konserven und unter Luftabschluss, so weit habe ich das verstanden, aber welche Proukte würde das AUSSCHLIESSEN? Das heißt, welche Produkte wären prinzipiell NICHT betroffen? Auch dafür hätte ich gerne eine Begründung.

Expertenantwort von Claudia Thienel am 27.03.2015 12:20 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


vielen Dank für Ihren Beitrag.


Zunächst einmal möchte ich Sie beruhigen: es gibt keinen Grund in Bezug auf die Erkrankung Botulismus überängstlich zu sein. Lebensmittelinfektionen durch den Erreger Clostriudium botulinum sind äußerst selten.


Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Milchprodukte tatsächlich mit dem Bakterium Clostridium botulinum besiedelt sind, jedoch nicht ausgeschlossen. Das Bakterium Clostridium botulinum kann sich unter Luftabschluss (z. B. in Konserven oder Vakuumverpackungen) in eiweißhaltigen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch und Hülsenfrüchten vermehren. Mit Milchprodukten zusammenhängende Fälle von Botulismus sind jedoch sehr selten.


Botulinum-Toxine sind hitzeempfindlich, das heißt, Lebensmittel, die frisch erhitzt wurden (bei einer Kerntemperatur von 100 °C dauert die Inaktivierung nur wenige Sekunden) sind in der Regel frei von dem Toxin.


Von der Lebensmittelindustrie hergestellte und verpackte Lebensmittel sind in der Regel sicher, da die Einhaltung der geltenden Hygiene-Vorschriften einer Kontamination mit Clostridium botulinum vorbeugt.


Auch von frisch gekochten Speisen und Rohkost (Obst, Gemüse) geht keine Gefahr aus.


Unter welchen Bedingungen Toxin gebildet werden kann, wird beim Robert-Koch-Institut beschrieben unter


RKI – Botulinum-Neurotoxin.


Weitere Informationen zum Thema Botulismus finden Sie auf dem Merkblatt des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) „Hinweise für Verbraucher zum Botulismus durch Lebensmittel“. (kostenloser download)


Bei weiteren Fragen nutzen Sie bitte auch unsere Suchefunktion.


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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