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Expertenforum: Säuglings- und Kinderernährung (0 - 10 Jahre)    «zurück

Frage von besorgtemama am 29.05.2015 10:03 Uhr

Nitratreiches Gemüse in der Beikost?

Guten Tag.

Ich habe gegen Ende des 5. Monats auch oft Fenchel (immer Bio-) als Gemüse im
Kartoffel-Fleisch-Brei verwendet und bin leider nun erst darauf aufmerksam geworden,
dass es zu den nitratreichen Sorten gehört... Zudem habe ich ihn auf Vorrat gekocht und
daher auch wieder erwärmt nach dem Einfrieren...

Mache mir nun große Sorgen, damit unserem Baby geschadet zu haben im Sinne von
Spätschäden durch Sauerstoffmangel durch mögliches Nitrit, ist dies möglich? Oder wäre
es "nur" akut zu Problemen gekommen...?

Fenchel wurde mir als gut verträgliches Gemüse auch in diesem Alter nach dem 4. Monat
empfohlen und nun mache ich mir große Vorwürfe... Aber durch das Garen im Danpfgarer
wird doch auch schon Nitrat verringert...?

Zumal ich durch die Rechereche nun sehr verunsichert bin, was den Nitratgehalt von
Karotten und Zucchini angeht, da ich diese auch oft verwendet habe...

Bin für Ihren Rat sehr dankbar, insbesondere ob mit gesundheitlichen Spätfolgen zu
rechnen ist... Ich nun überlege, das Selbstkochen wieder aufzugeben...

Expertenantwort von Claudia Thienel am 02.06.2015 09:09 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,


vielen Dank für Ihren Beitrag.


Keine Sorge, Sie haben Ihrem Baby mit dem Selbstkochen des Breis und der Verwendung von Fenchel keinesfalls geschadet. Und Sie müssen auch nicht mit gesundheitlichen Spätfolgen rechnen. Machen Sie sich da keine Vorwürfe.


Es ist richtig, dass Säuglinge nicht zu viel Nitrat aufnehmen sollten. Wenn Sie die Breiportionen gern selbst kochen möchten, versuchen Sie es mit nitratärmeren Gemüsesorten wie Zucchini, Blumenkohl, Brokkoli, Kürbis, Pastinake oder Möhren. Möhren und Zucchini sind also vollkommen in Ordnung. Und auch ab und zu nitratreiche Sorten wie der Fenchel. Biogemüse enthält dabei in der Regel deutlich weniger Nitrat als konventionell erzeugte Ware.


Nitrat im Brei ist besonders für jüngere Säuglinge bis sechs Monate gefährlich. Ab dem siebten Monat kann für die Beikost gerne auch nitratreicheres Gemüse verwendet werden. Nitratreiches Gemüse sollte sofort nach der Zubereitung verzehrt werden, nicht warmgehalten und nicht aufgewärmt werden. Von Natur aus nitratreich sind neben Fenchel: Kohlrabi, Rote Bete, Spinat und Stielmangold.


Um möglichst wenig Nitrat aufzunehmen, ist zu empfehlen



  • Freilandgemüse und Gemüse entsprechend der Saison auswählen, denn es enthält weniger Nitrat als Gemüse aus dem Treibhaus.



  • Biologisch angebautes Gemüse auszuwählen, denn es enthält weniger Nitrat als konventionell angebautes.

  • beim Putzen von Blattgemüse nitratreiche Stiele, große Blattrippen und äußere Blätter entfernen.


Viele Tipps und praktische Informationen zur gesunden Ernährung Ihres Kindes bietet Ihnen die folgende aid-Broschüre


Ernährung von Säuglingen


unsere Rubrik „Spezielle Ernährungsinfos“ unter dem Stichwort Säuglinge,


sowie das Netzwerk Junge Familie. Beachten Sie auch die neue Eltern-App „Baby und Essen“ des Netzwerks Junge Familie.


Bitte nutzen Sie bei weiteren Fragen auch unsere Suchefunktion.


Mit freundlichen Grüßen


Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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