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Expertenforum: Getränke    «zurück

Frage von Steins am 15.07.2004 12:55 Uhr

alkoholfreies Bier bei erhöhtem Harnsäurespiegel?

Ich habe gehört, dass bei der Herstellung von alkoholfreiem Bier Zucker entsteht und das Bier auch mehr Purine enthält? Da ich eine Zuckerallergie und teilweise einen leicht erhöhten Harnsäurespiegel habe, andererseits aber gerne auch mal alkoholfreies Bier trinken würde, interessiert mich, ob og. stimmt.

Expertenantwort von Maike Groeneveld am 19.07.2004 14:12 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

bei der Herstellung von Bier entsteht durch das Keimen des Getreides Malzzucker, ein Zweifachzucker aus zwei Einheiten Traubenzucker. Der Gehalt an Zucker ist von Biersorte zu Biersorte unterschiedlich. Entscheidend für den Zuckergehalt sind die Hefezellen, die dem Bier zugesetzt werden, denn sie vergären den Zucker zu Alkohol und je mehr Zucker vergoren wird, desto weniger bleibt im Getränk übrig. Alkoholfreies Bier enthält etwas mehr Zucker als herkömmliches Bier.

Eine Allergie auf Zucker gibt es nicht, da Zucker keine Eiweißbausteine enthält. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier

Bier hat aufgrund seines Gehaltes an Hefezellen einen hohen Puringehalt. Der Gehalt an Purinen in alkoholfreiem Bier ist etwas niedriger als in anderem Bier. Bei einem erhöhten Harnsäurespiegel wird empfohlen, auf Bier zu verzichten. Gelegentlich können Sie aber ein Gläschen Wein trinken, denn Wein enthält keine Purine. Da Alkohol den Harnsäurespiegel aber auch erhöhen kann, wird empfohlen, nicht mehr als höchstens ein Glas Wein pro Tag zu trinken.

Sie können Ihren Harnsäurespiegel durch eine bewusste Ernährung möglicherweise senken. Gemüse und Obst sollten bei der Auswahl Ihres Speiseplans an erster Stelle stehen. Ergänzen Sie diese durch Getreideprodukte aus Vollkorn (z.B. Vollkornbrot, Naturreis) und bis zu 100 g Fleisch oder Fisch pro Tag. Da Innereien und Haut (z.B. von Geflügel, Fisch) purinreich sind, sollten Sie diese meiden. Fettarme Milchprodukte sind sehr empfehlenswert, weil Sie vermutlich einen Schutzeffekt gegen Gicht ausüben. Achten Sie auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Es sollten mindestens 2,5 Liter pro Tag (10 – 12 Gläser bzw. Tassen) sein. Empfehlenswert sind Hydrogencarbonatreiche Mineralwässer (s. Flaschenetikett).

Sollten Ihnen diese Informationen nicht helfen, Ihren Harnsäurespiegel zu senken, so empfehle ich Ihnen vor Ort eine Ernährungsberatung aufzusuchen, in der Sie persönlich beraten werden. Adressen von qualifizierten Ernährungsberater/innen finden Sie hier

Weitere Informationen zum Thema Bier finden Sie unter:
Bier


Mit freundlichen Grüßen
Dr. Maike Groeneveld, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

Stichworte: Bier, Gicht, Harnsaeure

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