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Expertenforum: Lebensmittel-Unverträglichkeiten    «zurück

Frage von Jonny

Lebensmittelallergie - Diagnose

Liebes aid-Team,

wie werden Lebensmittelallergien diagnostiziert?

Danke


Expertenantwort von S. Laemmel am 03.06.2013 14:12 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Die Diagnose einer Lebensmittelallergie stützt sich neben der Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte), Haut- und Blutuntersuchung (IgE) auf verschiedene diätetische VerfahrenHaut- und Blutuntersuchungen (IgE) geben erst einmal einen Hinweis auf eine mögliche Sensibilisierung (Immunreaktion). Ob diese positive Immunreaktion verantwortlich ist für die jeweiligen aktuellen Beschwerden (klinische Relevanz) können diese Testungen nicht aufdecken.


Eine Diätempfehlung sollte dementsprechend erst nach Abschluss der letzten Phase (diätetische Maßnahmen) ausgesprochen werden.


Parallel zur Anamnese kann ein Ernährungs-Symptom-Tagebuch geführt werden. In diesem Tagebuch wird genau notiert, welche Lebensmittel im Tagesverlauf verzehrt werden und wann Beschwerden aufgetreten sind. Die Angabe der Uhrzeit ergänzt die Aufzeichnung. Auch eingenommene Medikamente, besondere Ereignisse wie körperliche Anstrengung, Stress und anderes sollten im Ernährungs-Symptom-Tagebuch vermerkt werden. Die Auswertung dieses Tagebuches kann wichtige Hinweise zur Aufdeckung Ihrer Beschwerden enthalten.

Ausgehend von der Anamnese, dem Tagebuch und den Haut- und Bluttestungen (IgE), werden verschiedene Diätformen eingesetzt um einen Verdacht zu bestätigen und den oder die Auslöser zu identifizieren. 

Besteht bereits ein Verdacht gegen ein oder mehrere Lebensmittel, so werden diese in einer entsprechend zusammengestellten Eliminationsdiät aus dem Speiseplan gestrichen. Besteht ein Zusammenhang zwischen den weggelassenen Lebensmitteln und den Krankheitssymptomen, so werden die Beschwerden während der Eliminationsphase verschwinden. Anschließend kann mit einer Suchdiät oder einer gezielten Provokation begonnen werden. Die Provokation sollte immer unter Aufsicht des Arztes stattfinden, damit mögliche Reaktionen direkt behandelt werden können.

Hat sich aufgrund von Anamnese und Voruntersuchungen kein Verdacht auf spezielle Lebensmittel ergeben, wird eine so genannte allergenarme Basisdiät für zehn bis vierzehn Tage durchgeführt. Sie setzt sich aus einigen wenigen Lebensmitteln zusammen, die erfahrungsgemäß selten Allergien hervorrufen. Nach Ablauf dieser Zeit sollte eine Symptombesserung deutlich sichtbar sein. Ist dies nicht der Fall, muss überlegt werden, ob eines der verbleibenden Lebensmittel eventuell als Allergieauslöser in Frage kommt. Bei einer Besserung der Symptome beziehungsweise Beschwerdefreiheit durch die Basisdiät kann mit der Suchdiät oder einer gezielten Provokation begonnen werden.
Bei der Suchdiät wird täglich oder im Drei-Tage-Rhythmus ein neues Lebensmittel in den Speiseplan eingeführt. So kann genau beobachtet und aussortiert werden, welche Lebensmittel verträglich sind und welche in Zukunft gemieden werden müssen. Die diätetische Phase der Diagnose muss in jedem Fall unter ärztlicher Überwachung stattfinden und von einer allergologisch geschulten Ernährungsfachkraft begleitet werden. Ebenfalls ist ein stationärer Aufenthalt in einer Spezialklinik möglich. 

Für die individuelle Beratung bietet sich eine Ernährungsfachkraft an, die mit Ihrem Arzt zusammenarbeitet. Diese Beratung wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst. Adressen von kompetenten Beratern erhalten Sie beim Arbeitskreis Diätetik in der Allergologie und DAAB oder auf unserer Seite "Ernährungsberatung vor Ort". Achten Sie auf die entsprechende allergologische Qualifikation.


Weitere Informationen zum Thema Allergien finden Sie in der Rubrik "Gesundheit" und in der Broschüre Allergisch auf Essen? - Ratgeber bei Lebensmittelunverträglichkeiten


Alles Gute für Sie.
Ihr aid-Team

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