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Expertenforum: Getränke    «zurück

Frage von ulrikefink am 04.02.2005 15:22 Uhr

Sind ACE Getränke sinnvoll?

Inwieweit können ACE Getränke zu Vergiftungserscheinungen führen?

Fettlösliche Vitamine (hier A und E) werden doch im Körper gespeichert und können so zu Überdosierungen führen, oder?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Expertenantwort von Maike Groeneveld am 08.02.2005 09:56 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

zu Vergiftungserscheinungen können ACE-Getränke zwar nicht führen, aber ein zu hoher Verzehr ist auch nicht ratsam.

ACE-Getränke sind reich an Inhaltsstoffen mit antioxidativer Wirkung, und zwar Beta-Carotin und die Vitamine C und E. Sie enthalten kein Vitamin A sondern eine Vorstufe davon, und zwar Beta-Carotin. Da der Körper Beta-Carotin nach Bedarf in Vitamin A umwandelt, kann es nicht zu einer Überdosierung an Vitamin A kommen.

Allerdings haben sich in der Vergangenheit auch zu hohe Aufnahmen an isoliertem Beta-Carotin als problematisch erwiesen. Bei Rauchern führte eine lang andauernde Aufnahme von 20 mg/Tag zu einer Erhöhung des Lungenkrebsrisikos. Deswegen empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, langfristig nicht mehr als 2 mg isoliertes Beta-Carotin pro Tag aufzunehmen. Die meisten der in Deutschland mit Beta-Carotin angereicherten Getränke enthalten bis zu 2 mg Beta-Carotin pro 100 ml. Das bedeutet, dass pro Glas (200 ml) vier Milligramm und mehr (siehe Nährwertkennzeichnung auf der Verpackung) enthalten sein können. Bei regelmäßigem Verzehr von ACE-Getränken sollte der Gehalt an Beta-Carotin anhand der Nährwertkennzeichnung geprüft werden und der Konsum bei hohen Gehalten vorsichtshalber auf ein kleines Glas (100 ml) pro Tag begrenzt werden.

Weitere Informationen zu Beta-Carotin finden Sie hier

Beim Vitamin E ist eine Überdosierung weniger kritisch. Der Sicherheitsabstand zwischen der Zufuhrempfehlung von 12-15 mg/Tag und der langfristig vermutlich gesundheitsschädlichen Dosis von etwa 400 mg/Tag ist deutlich größer.

ACE-Getränke bieten keine Vorteile gegenüber herkömmlichen Frucht- und Gemüsesäften. Einer Studie der Universität Bonn zufolge haben sie sogar ein geringeres antioxidatives Potenzial als herkömmliche Fruchtsäfte (z. B. Johannisbeernektar, Traubensaft, Orangensaft). Deswegen sind Fruchtsäfte eine prima Alternative zu ACE-Säften. Als Durstlöscher sind sie aber nur geeignet, wenn sie mit Mineralwasser verdünnt werden. Die besten Durstlöscher sind Trink- oder Mineralwasser und ungesüßte Früchte- oder Kräutertees.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im

aid-Foliensatz Funktionelle Lebensmittel

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Maike Groeneveld, Diplom-Ernähhrungswissenschaftlerin

Stichworte: ACE-Saefte, Erfrischungsgetraenke, beta-Carotin, Karotin

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