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1. BZfE-Forum 2017

Gebündelte Ernährungskompetenz in Bonn: Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen wünschen sich mehr Vernetzung und eine gemeinsame Strategie.

 

Die Organisatoren des 1. BZfE-Forum
Vollmer

(BZfE) – Warum haben jahrzehntelange Informationskampagnen die Menschen nicht zu einem besseren Ernährungsverhalten motiviert? Weil sie übersehen, dass wir die meisten der über 200 Essentscheidungen pro Tag nicht bewusst, sondern per Autopilot treffen. Und weil sie unterschätzen, dass Ernährungsempfehlungen eine Vielzahl an Abwehrreaktionen hervorrufen, die im Sinne von „jetzt erst recht“ oder „mir doch egal“ genau das Gegenteil erreichen. Außerdem ist unsere Umwelt nicht artgerecht: Sie macht es den Menschen unnötig schwer, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Diese und andere Erklärungen lieferten die Referenten auf dem 1. Forum des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) am 19. September 2017 in Bonn und riefen dazu auf, neue Wege zu gehen und das ganze Orchester an möglichen Maßnahmen zu nutzen und nicht nur auf Information zu setzen.

Grafikerin zeichnet an Pinnwand
Das 1. BZfE-Forum in Bildern - illustriert von Susanne Ferrari

Zu diesen Maßnahmen gehören Instrumente der Politik wie Sondersteuern auf zuckerhaltige Softdrinks, Bannmeilen für Fastfood-Ketten um Schulen oder kleinere Portionsgrößen in Kantinen. „Bisher nimmt Deutschland hier wahrlich keine Vorreiterrolle ein“, so Professor Achim Spiller von der Universität Göttingen. „Wenn wir massive Probleme wie das Übergewichtsproblem lösen wollen, brauchen wir einen Mix aller zur Verfügung stehenden Instrumente. Die Lebensmittelindustrie und der Handel zeigen uns schon lange, wie sich dadurch die gewünschten Effekte erzielen lassen.“

Dass auch auf der individuellen Ebene Verhaltensänderungen möglich sind, davon ist Professor Britta Renner von der Universität Konstanz überzeugt. „Wir sind keine Steine, sondern grundsätzlich sehr anpassungs- und lernfähig“, so die Psychologin. Das zeigen neue Trendlebensmitteln wie Cupcakes, die innerhalb weniger Jahre den Markt erobert haben. Um ein gesundheitsförderliches Ernährungsverhalten zu erreichen, setzt Renner auf einfache Botschaften, die mehr den Spaß und das Wohlbefinden im Blick haben sollten. Dabei können gut gemachte Apps wie die „Was-wir-essen-App“ des BZfE helfen. Sie geben regelmäßige Trigger, bestimmte Ziele wie „mehr Gemüse essen“, zu verfolgen, anstatt mit den möglichen Gesundheitsrisiken von zu viel Chips oder Fleisch zu drohen.

„Jetzt ist die Zeit gekommen, dass wir alle unsere Erkenntnisse endlich in Taten umwandeln“, fasste die Leiterin des BZfE Dr. Margareta Büning-Fesel den Tag zusammen. Durch einen kreativen Mix aus Bildung und Überzeugungsarbeit, der Nutzung von Vorbildern und Anreizen, einer an die Bedürfnisse der Menschen angepassten Umwelt und wo es nötig und zielführend ist auch mit Gesetzen und Verboten. „Gerne stehen wir der Politik dabei mit all unserer Kraft und Kompetenz zur Seite“, so Büning-Fesel.

Außerdem möchte das BZfE zusammen mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) von den vielen Ideen und best practice-Beispielen lernen, die schon heute aus der Mitte unserer Gesellschaft kommen. Um dieses Potenzial zu nutzen, startete auf dem Forum der bundesweite Ideenaufruf "Vom Wissen zum Handeln“.

Der Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Hanns-Christoph Eiden, freut sich, dass es mit dem BZfE eine starke Stimme gibt, die sich für gesunde Ernährung für alle einsetzt und dass das BZfE-Forum im Rahmen der 1. Bonner Ernährungstage mit 300 teilnehmenden Ernährungsexperten ein voller Erfolg war.

Lernen Sie unsere Referenten kennen!

Dr. Hanns-Christoph Eiden
Begrüßung
Dr. Hanns-Christoph Eiden

Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Kurzfassung des Grußwortes (PDF)
Vita (PDF)
Dr. Margareta Büning-Fesel
Vom Wissen zum Handeln – Auftakt einer bundesweiten Aktion
Dr. Margareta Büning-Fesel
Leiterin des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE)
Kurzfassung des Vortrags (PDF)
Vita (PDF)
Dr. Klaus Heider
Grußwort des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft
Dr. Klaus Heider
Leiter der Abteilung 2 „Ernährungspolitik, Produktsicherheit, Innovation“ im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Kurzfassung des Grußwortes (PDF)
Vita (PDF)
Prof. Ulrike Arens-Azevêdo
Grußwort der DGE / Ernährungssituation in Deutschland
Prof. Ulrike Arens-Azevêdo
Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) und Professorin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg im Bereich Ernährungswissenschaften
Kurzfassung des Grußwortes (PDF)
Vita (PDF)
Prof. Dr. Britta Renner
Was unsere täglichen 2000 Essensentscheidungen beeinflusst: Eine psychologische Perspektive
Prof. Dr. Britta Renner
Professorin für Psychologische Diagnostik und Gesundheitspsychologie an der Universität Konstanz
Kurzfassung des Vortrags (PDF)
Vita (PDF)
Prof. Dr. Matthias R. Hastall
Wenn Aufklärung scheitert oder sogar schadet: Abwehrprozesse gegenüber Gesundheitsbotschaften
Prof. Dr. Matthias R. Hastall
Inhaber des Lehrstuhls „Qualitative Forschungsmethoden und strategische Kommunikation für Gesundheit, Inklusion und Teilhabe“ an der Fakultät Rehabilitationswissenschaften der TU Dortmund
Kurzfassung des Vortrags (PDF)
Vita (PDF)
Prof. Dr. Jasmin Godemann
Herausforderungen für die Ernährungskommunikation
Prof. Dr. Jasmin Godemann
Leiterin des Fachgebiets Kommunikation und Beratung in den Agrar-, Ernährungs- und Umweltwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen
Kurzfassung des Vortrags (PDF)
Vita (PDF)
Prof. Dr. Achim Spiller
Instrumente der Ernährungspolitik - It's all in the mix
Prof. Dr. Achim Spiller
Professor für „Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte“ am Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Georg-August Universität Göttingen
Kurzfassung des Vortrags (PDF)
Vita (PDF)
Prof. Dr. Manfred James Müller
Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter
Prof. Dr. med. Manfred James Müller
Direktor der Abteilung Humanernährung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Kurzfassung des Vortrags (PDF)
Vita (PDF)
PD dr. Birgit-Christiane Zyriax
Diabetesprävention - Lebensstil ist die beste Medizin
PD Dr. oec. troph. Birgit-Christiane Zyriax
Ernährungswissenschaftlerin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Kurzfassung des Vortrags (PDF)
Vita (PDF)

 

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Logo Bonner Ernährungstage
BZfE, DGE

Erstmalig

BZfE & DGE gemeinsam Bonner Ernährungstage

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) veranstalten in diesem Jahr erstmals zusammen die „Bonner Ernährungstage“: Das BZfE macht mit dem Forum am 19. September 2017 den Auftakt, die DGE-Arbeitstagung schließt sich am 20. und 21. September an. Am Abend des 19. Septembers findet ab 19.30 Uhr ein gemeinsames Get-together von DGE und BZfE statt, zu dem alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer beider Veranstaltungen herzlich eingeladen sind. Die „Bonner Ernährungstage“ bilden einen wichtigen Baustein, um die gebündelte Ernährungskompetenz in Bonn sichtbarer werden zu lassen. Wir freuen uns darauf, bei der Abendveranstaltung den Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan als Ehrengast begrüßen zu dürfen.

Bitte melden Sie sich für die Tagungen und die Abendveranstaltung bei den jeweiligen Veranstaltern separat an.

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten zur DGE-Fachtagung finden Sie unter www.dge.de.

Titelbild Flyer BZfE-Forum 2017
BLE

Programm

Alle Infos zum BZfE-Forum

Programm zum Download

Illustration des BZfE-Forums
Susanne Ferrari, BLE

Graphic Recording

BZfE-Forum als Bild

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Als Erinnerung an unsere Veranstaltung freuen wir uns, Ihnen die wunderbare Zeichnung von Susanne Ferrari als Download zur Verfügung zu stellen, die das BZfE-Forum mittels Graphic Record­ing live visualisiert hat.

Zeichnung komplett öffnen

Hörfunkbeitrag September 2017

verschiedene Lebensmittel und Computer
Monthly / Fotolia.com

„Vom Wissen zum Handeln“ - Das 1. BZfE-Forum

Vom Wissen zum Handeln – Herausforderungen in der Ernährungskommunikation, der Titel des ersten Forums des Bundeszentrums für Ernährung bringt das Problem auf den Punkt.
Download - [PDF 57,94kB] Download - [MP3 6013,88kB] Anhören - [0:00 min]

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