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Ackerboden ist kostbar

Informationen über Zusammenhänge von Lebensmittelerzeugung, Bodenschutz und Klimawandel, Aktionspläne und Initiativen.

Eine Maispflanze im Ackerboden
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(BZfE) – 90 Prozent unserer Lebensmittel wachsen auf Böden. Sie sind nach den Ozeanen der zweitgrößte Kohlenstoffspeicher der Erde. Unsere Böden bergen ein großes Potenzial, den Klimawandel auf unter 2 Grad oder sogar noch auf 1,5 Grad zu begrenzen. Vorausgesetzt wir halten unsere Reduktionsziele ein und schwenken um in Richtung nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung.

Ein neuer Beitrag „Unser Ackerboden – Lebensgrundlage, Nahrungsquelle, Kohlenstoffspeicher“ auf www.bzfe.de informiert über Zusammenhänge von Lebensmittelerzeugung, Bodenschutz und Klimawandel, stellt Aktionspläne und Initiativen vor.

Gegenwärtig sind Land- und Forstwirtschaft sowie vor- und nachgelagerte Prozesse im Ernährungssystem für bis zu 37 Prozent der Emissionen von klimawirksamen Gasen verantwortlich. Das stellte im Jahr 2019 der Weltklimarat (IPCC) fest. Ein Konsortium aus 107 Wissenschaftlern aus 52 Ländern forderte im Sonderbericht zum Thema Klimaschutz und Landnutzung, eine rasche und weltweite Kehrtwende hin zu einer nachhaltigen Landnutzung und Ernährung. Damit folgt auch der Weltklimarat der Analyse der Vereinten Nationen, die schon 2017 einen aufrüttelnden Bericht mit dem Titel „Global Land Outlook“ veröffentlichten.

In den vergangenen Jahren haben sich daher mehrere übergreifende Aktionsgruppen und Netzwerke gebildet. Eine davon ist die „4 per 1000“-Initiative für Ernährungssicherung und Klima. Sie entstand 2015 im Rahmen des Lima-Paris-Aktionsplans und wird von Vertretern der Wirtschaft, Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und Forschungseinrichtungen getragen. Die Idee: Wenn man weltweit den Aufbau von organischer Substanz im Boden (also Humus) um nur 0,4 Prozent jährlich verbessert, dann könnten auf diese Weise die CO2-Emissionen neutralisiert werden, vorausgesetzt die Reduktionsziele werden eingehalten. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) unterstützt das Sekretariat dieser Initiative zusammen mit Frankreichs und Spaniens Landwirtschaftsministerien. Siegfried Harrer, Referatsleiter für Internationale Zusammenarbeit und Welternährung erläutert auf bzfe.de in einem Interview den Ansatz und die Möglichkeiten der „4 per 1000“-Initiative.

Doch mit Humusaufbau allein ist es nicht getan. Die Kehrtwende zu einer nachhaltigen Landwirtschaft geht alle etwas an. Unsere Böden schützen, das heißt auch: Weniger Baugebiete auf wertvollen Ackerböden, weniger Lebensmittelverluste und mehr pflanzliche und vollwertige Lebensmittel auf unseren Tellern. Und da sind wir alle gefragt.

Stefan Kreutzberger, Dr. Gesa Maschkowski, www.bzfe.de

Artikel „Unser Ackerboden“: https://www.bzfe.de/inhalt/boden-und-ernaehrung-35110.html

Weitere Informationen:

Zur Initiative 4 per 1000: www.4p1000.org

http://www.bzfe.de/inhalt/planetary-health-diet-33656.html

https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/wie-funktioniert-landwirtschaft-heute/die-bedeutung-des-bodens-fuer-die-landwirtschaft

B & B Agrar 2020 - 2 - Die Zeitschrift für Bildung und Beratung, Schwerpunkt „Klimawandel“, Bestell-Nr. 5002
https://www.ble-medienservice.de/5002/b-b-agrar-2020-2-die-zeitschrift-fuer-bildung-und-beratung?number=5002

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