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Arm und Reich in Entwicklungsländern

In Entwicklungsländern gibt es einen starken Trend zur Urbanisierung. Das ist dem „Global Food Policy Report 2016“ zu entnehmen.

(BZfE) – In Entwicklungsländern gibt es einen starken Trend zur Urbanisierung. Das ist dem „Global Food Policy Report 2016“ zu entnehmen. Die Landflucht hat vielfältige Ursachen und wirkt sich auch unmittelbar auf die Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung aus. Wie das International Food Policy Research Institute (IFPRI) in Washington D.C. berichtet, treten dabei zwei Phänomene gleichzeitig auf: Überernährung und Mangelernährung. Überernährung durch den Trend zu einer fleischbetonteren Ernährung mit mehr Fett, Öl und Salz und Unterernährung durch schlichten Mangel.

Während in den wohlhabenden Bevölkerungsschichten ernährungsbedingte Begleiterscheinungen wie Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck und Herzerkrankungen auftreten, sieht es in den ärmeren Bevölkerungsschichten ganz anders aus. Floh man vom Land in die Stadt in der Hoffnung auf ein besseres Leben, wird man nun mit hohen Preisen und knappen Lebensmitteln konfrontiert. Als einzig erschwingliche Nahrungsmittel sind – regional unterschiedlich – Reis oder Mais oftmals vorherrschend. Entsprechend nährstoffarm sind die täglichen Mahlzeiten, die im günstigsten Fall lediglich satt machen – sofern ausreichend verfügbar.

Nahrungsmittelsicherheit in städtischem Umfeld ist vor allem davon abhängig, ob die Menschen Zugang zu Bargeld haben. Doch selbst wenn das eingeschränkt der Fall ist, geben viele ärmere, städtische Haushalte etwa fünfzig Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Aufgrund fehlender sozialer Netze führen Krankheiten und andere Sonderausgaben häufig dazu, dass Nahrungsmittelbudgets fast ganz zusammengestrichen werden müssen. Um die Situation in den Städten zu verbessern, rät IFPRI zu einer Politik, die einerseits den Zugang zu gesunder Nahrung verbessert und andererseits Strukturen schafft, um die ärmere Bevölkerung sozial abzusichern. Dies erfordere nicht nur die Zusammenarbeit am Ende der Produktionskette, wie mit Supermärkten in den Städten, sondern ebenso die Verlinkung mit ländlichen Nahrungsmittelproduzenten. Bauernmärkte in den Städten könnten nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung in den Städten befeuern, sondern auch zur Ernährungssicherung beitragen.

Friederike Heidenhof, aus Washington D.C., www.bzfe.de

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