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Baum-Hasel

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Wer im September von einem unbekannten Flugobjekt getroffen wird, hat vielleicht Bekanntschaft mit der Baum-Hasel geschlossen. Sie wirft jetzt mit Nüssen nur so um sich.

Kinder sind ja geborene Schatzsucher: Gefühlt haben wir schon ganze Gebirgsketten einzigartiger Steine nach Hause geschleppt, wo sie sich allmählich im Sandkasten anhäufen – der in zähen Verhandlungen errungene Kompromiss, um die in der Wohnung kuratierte Ausstellung zumindest ein wenig im Umfang zu begrenzen.

Der ausgeprägte Sammeltrieb beschränkt sich selbstverständlich nicht auf Steine. Zu den Fundstücken unserer Tochter gehören Rindenstücke, Schneckenhäuser und Kiefernzapfen ebenso wie glitzernde Folienstückchen und ein Kullerauge zum Aufkleben.

Das mit Abstand beliebteste Sammelgut sind allerdings nach wie vor essbare Pflanzenteile. Ob es sich um Heidelbeeren oder um Brombeeren handelt, um Wilde Rauke oder um die Fruchtstände des Hirtentäschels: Was gegessen werden darf, merkt sie sich absolut zuverlässig. Das führt im September ebenso zuverlässig zu einer neuerlichen Invasion von Sammelgut. Dann nämlich purzeln in unserer Straße die Früchte der Baum-Haseln (Corylus colurna) zu Boden.

Baum-Hasel
Marc / stock.adobe.com

Das ist sozusagen die kopffreundliche Variante der Kastanie: Statt in stachelbewehrte Schalen verpackt die Baum-Hasel ihre Nüsse stets zu mehreren in ein Knäuel skurril verdrehter Hüllblätter (siehe Foto), die den Aufprall auf die Schädeldecke erfreulicherweise deutlich abfedern.

Baum-Haseln sind (nicht nur) aus Kindersicht ein Traum: Sie eignen sich zum Fußballspielen und um sie dem jüngeren Bruder an den Kopf zu werfen (gibt weniger Gemecker als bei Kastanien), man kann Türme daraus bauen, da sie sich gut ineinander verhaken, oder sie in Farbe oder Schlamm tunken und auf diese Weise fantastische Bilder malen.

Und natürlich und vor allen Dingen kann man sie essen. Dass sie deutlich kleinere Kerne haben und auch fader schmecken als die Gemeine Haselnuss (Corylus avellana) – sei's drum, Beute ist Beute, und das mühselige Knacken der extrem harten Schale obliegt meist ohnehin noch den Erwachsenen.

Die lassen sich ja doch auch ganz gerne von der Begeisterung und dem einst so vertrauten Jagdfieber anstecken – war ja quasi erst gestern, dass man selbst regelmäßig mit vollgestopften Hosen- und Jackentaschen nach Hause kam. Für Erwachsene wurden dann Rucksack und Handtasche erfunden ;-).

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