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Unser Ackerboden

Wir brauchen unsere Äcker. Denn sie ernähren uns. Und sie können den Klimawandel bremsen. Die Frage, wie wir unsere Böden schützen können, geht uns alle an.

Gesunder Ackerboden
Antranias / Pixabay.com
  • 90 Prozent unserer Lebensmittel wachsen auf Böden. Sie sind nach den Ozeanen der zweitgrößte Kohlenstoffspeicher der Erde. Doch unsere Böden stehen unter Druck.
  • Unsere Böden schützen, das heißt weniger Baugebiete, eine nachhaltige, humusfördernde Landwirtschaft, weniger Lebensmittelverluste und mehr pflanzliche und vollwertige Lebensmittel auf unseren Tellern.
  • Die „4 per 1000“-Initiative setzt sich dafür ein, dass wir weltweit Humus aufbauen und CO2 binden.

Die Vereinten Nationen, der Weltklimarat und die deutsche Bundesregierung sind sich einig: Gesunde Böden dienen der Nahrungssicherheit, sind eine Basis unseres Wirtschaftssystems und können vor einer globalen Klimakatastrophe schützen. Ohne unser Ackerland gäbe es keine Grundnahrungsmittel wie Getreide, Obst, Gemüse und Fleisch und auch keine Genussmittel wie Wein, Tabak und Kaffee. Doch diese wertvolle Ressource ist in großer Gefahr.

Ackerland ist kostbar

Böden entstehen sehr langsam, wenn organische Substanz und Gestein zerfallen. Eine Fülle von physikalischen, chemischen und biologischen Prozessen ist dazu erforderlich. Ganze 2.000 Jahre braucht es in Deutschland durchschnittlich, bis zehn Zentimeter Boden entstehen. Doch diese wertvolle Schicht ist empfindlich. Und sie schwindet.

Zersiedelung

Jedes Jahr verliert die Welt 10 Millionen Hektar Ackerfläche, berichtet das Umweltbundesamt (UBA). In den vergangenen 40 Jahren seien durch Überweidung, Entwaldung und nicht nachhaltige Bodenbewirtschaftung bereits ein Drittel der weltweiten Flächen unbrauchbar geworden und zahlreiche Tier- und Pflanzenarten verschwunden oder gefährdet. Die Existenz von mindestens 1,5 Milliarden Menschen ist dadurch in Gefahr, betroffen sind vor allem Afrika südlich der Sahara, Südostasien und Südamerika (Quelle: UBA 2015).

Ein weiteres Problem ist die Globalisierung der Nahrungserzeugung: Landwirtschaftlich nutzbare Flächen in Ländern des globalen Südens werden mehr und mehr von global agierenden Konzernen und Staaten in Beschlag genommen und stehen vor Ort der nationalen Versorgung nicht länger zur Verfügung.

In Deutschland fallen landwirtschaftliche Böden vor allem der Zersiedelung zum Opfer. Aus Ackerland werden Bauland, Straßen, Kläranlagen. Im Jahr 2017 wurden täglich 58 Hektar neu ausgewiesen – meist zu Lasten der Landwirtschaft und fruchtbarer Böden. Das entspricht etwa der Größe von ca. 82 Fußballfeldern täglich (UBA 2020). Aber auch der Verlust von Ackerboden durch Wasser und Wind (Bodenerosion) ist weltweit und in Deutschland ein bedeutendes Problem.

# BZfE-Forum „Essen wird anders – Ernährung und die Planetaren Grenzen“

Christoph Felgentreu von der Interessengemeinschaft gesunder Boden e. V. erklärt im folgenden Video, warum ein gesunder Boden so wichtig für unsere Zukunft ist und stellt Best-Practice-Beispiele vor. Der Mitschnitt stammt aus einem Online-Workshop im Rahmen des 4. BZfE-Forums „Essen wird anders – Ernährung und die Planetaren Grenzen.“

Weitere Videos und interessanten Input vom 4. BZfE-Forum finden Sie auf der Seite Ernährung und die planetaren Grenzen.

Zentrale Berichte und ihre Player: UN, IPCC und Bundesregierung

Nach Einschätzung der Vereinten Nationen ist das globale Ernährungssystem ineffizient und bedrohlich für die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Sie empfehlen ein rasches Umdenken und eine Agrarwende. Im Jahr 2017 veröffentlichte das internationale Umweltabkommen zur Vermeidung und Verhinderung von Wüstenbildung und Landdegradation (Convention to Combat Desertification – UNCCD) einen aufrüttelnden Bericht mit dem Titel „Global Land Outlook “ (UNCCD 2017). Der Maßnahmenkatalog macht deutlich: Der Erhalt unserer Böden ist nicht nur eine Aufgabe der Landwirtschaft. Sie geht uns alle an. Die UN-Organisation fordert ein anderes Ernährungs- und Landwirtschaftsmodell. In ihrem 10-Punkte-Plan für ein nachhaltiges Landmanagement heißt es unter anderem:

  • Schluss mit der Ausweitung landwirtschaftlicher Nutzflächen.
  • Umstellung auf mehr pflanzliche und vollwertige Ernährung.
  • Sensibilisierung für Gesundheit, Nachhaltigkeit und Verantwortung.
  • Lebensmittelverluste und Nachernteverluste verringern.
  • Nachhaltiges Landmanagement fördern.
  • Verbesserung der Landnutzungssicherheit, des Zugangs zu nahrhaften Lebensmitteln und der Gleichstellung der Geschlechter.

Alarmstufe Rot bei der Landnutzung

Bodenerhaltung durch Permakultur

Der Weltklimarat (IPCC) legte im August 2019 einen Sonderbericht zum Thema Klimaschutz und Landnutzung vor (IPCC 2019). Ein Konsortium aus 107 Wissenschaftler*innen aus 52 Ländern fordert darin, eine rasche und weltweite Kehrtwende hin zu einer nachhaltigen Landnutzung und Ernährung. Die Land- und Forstwirtschaft sei für mindestens 23 Prozent der von Menschen gemachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Rechne man vor- und nachgelagerte Prozesse im Ernährungssystem hinzu, seien es sogar bis zu 37 Prozent.

In dem Problem liegt aber auch eine große Chance: Böden und Landnutzungssysteme bergen ein riesiges Potenzial, den Klimawandel auf unter 2 Grad oder sogar noch auf 1,5 Grad zu begrenzen – wenn sie denn nachhaltig genutzt werden. Erforderlich sei ein koordiniertes Handeln, um Wüstenbildung und Landdegradierung zu bekämpfen und die Ernährungssicherheit zu verbessern. Eine Investition in eine nachhaltige Landwirtschaft zahle sich bereits nach drei bis zehn Jahren aus. Dafür benötige es allerdings Investitionen von anfangs durchschnittlich 500 Dollar pro Hektar Land. Auch der Weltklimarat fordert unter anderem:

  • ein Ende der Waldzerstörung und Erhalt der Moore
  • naturnähere Landwirtschaft und agrarökologische Methoden
  • weniger Fleischkonsum und eine ausgewogenere Ernährung
  • die Verhinderung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung
  • Bessere Aufklärung über Anbaumethoden und die Einführung nachhaltigen Landmanagements
  • Sicherung fruchtbarer Böden

Bundestag bekennt sich zur Agrarökologie

Agroforst in Frankreich

Im Juni 2019 beschloss auch der Deutsche Bundestag, einer umweltschonenden Landwirtschaft größeres Gewicht in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit zu geben. Dort heißt es: „Agrarökologie als Wirtschaftsform zielt darauf ab, die Verwendung externer Betriebsmittel zu reduzieren, 'Abfälle' im Sinne einer Kreislaufwirtschaft zu recyceln, zum Beispiel Pflanzenreste über Kompostierung als Humuslieferanten für die Bodenfruchtbarkeit zu verwenden, Fischzucht in den Reis- oder Gemüseanbau zu integrieren, um Wasser zu sparen, oder auch auf die Integration von Ackerbau- und Viehzucht, um die Verwendung natürlicher Nährstoffquellen auszubauen.“ In dem mit den Stimmen von CDU und SPD gefassten Beschluss „Nachhaltige Entwicklungsziele erreichen – Potenziale aus der Agrarökologie anerkennen und unterstützen“ wird die Bundesregierung aufgefordert, das Engagement zur Agrarökologie fortzusetzen und im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der Förderung der ländlichen Räume weiter auszubauen. Das beinhaltet unter anderem:

  • Agrarökologie als Konzept zur Armutsbekämpfung auf dem Land zu fördern und im Konzept zur ländlichen Entwicklung grundlegend zu verankern und
  • sich für die Reduzierung von Lebensmittelabfällen und Nachernteverlusten einzusetzen.

Was heißt „Boden schützen und aufbauen“?

Neben der Ernährungssicherung für eine steigende Weltbevölkerung sind die Böden auch ein mächtiges Steuerelement, um die Erderwärmung in Grenzen zu halten. Ein nachhaltiger Umgang mit dem Boden und allem, was in und auf ihm gedeiht, ist die Voraussetzung für die Zukunft der Menschheit und der Natur. Wissenschaftliche Studien und Feldversuche sowie die Praxis der ökologischen Landwirtschaft zeigen, wie es funktionieren kann. Einige Erfahrungen und Erkenntnisse daraus lauten:

  • Der Anbau standortangepasster Pflanzenarten und -sorten verringert die Anfälligkeit gegenüber Mangelerscheinungen, Krankheiten und Schädlingen.
  • Ein ganzjähriger Bewuchs und konservierende Bodenbearbeitung durch den Verzicht auf das Pflügen von Äckern schützen vor Erosion.
  • Aufforstung trägt zur Stabilisierung der Böden an erosionsgefährdeten Standorten bei.
  • Eine Mischung von Ackerbau und Viehhaltung und erhöhte Sortenvielfalt kann den Ertrag des Bodens längerfristig sicherstellen.
  • Feldraine, Waldstücke, bewachsene Uferböschungen, Gehölzstreifen und Trockenrasen sorgen für einen besseren Erosionsschutz und erhalten die Biodiversität.
  • Gezielte Bewässerungsmethoden wie beispielsweise die Tröpfchenbewässerung beugen einer Versalzung vor.
  • Mulchen, das heißt die Bedeckung des Bodens mit Pflanzenresten, kann die Bodenverdunstung bis zur Hälfte reduzieren.

Eine umfassende Übersicht gibt auch der Bodenzustandsbericht des Thünen Institutes (BMEL 2018). Die Wissenschaftler listen eine Vielzahl von Maßnahmen auf, die humusfördernd wirken, wie zum Beispiel eine organische Düngung durch Stallmist und Kompost. Sie verweisen auch auf das Potential von Hecken, Baumreihen und Feldgehölzen. Sogenannte Agroforstsysteme speichern rund 18 % mehr organischen Kohlenstoff im Boden als Äcker.

Neben dem Schutz des Bodens gehört aber auch dazu, dass wir wertschätzend mit der Ernte umgehen. Jährlich werden rund ein Drittel aller produzierten Nahrungsmittel weltweit als Abfall verschwendet. Würde mehr von dem, was für den Weltmarkt angebaut wird, auch wirklich konsumiert, könnte mehr Boden in Ländern frei werden, in denen Lebensmittel fehlen.  

„4 per 1000“-Initiative: Böden die Fruchtbarkeit zurückgeben

Fruchtbarer Boden

In den letzten Jahrzehnten haben sich mehrere übergreifende Aktionsgruppen und Netzwerke gebildet. Eine davon ist die „4 per 1000“ -Initiative für Ernährungssicherung und Klima. Sie entstand 2015 im Rahmen des Lima-Paris-Aktionsplans und wird von Vertretern der Wirtschaft, Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und Forschungseinrichtungen getragen.

Die Idee: Wenn man weltweit den Aufbau von organischer Substanz im Boden (also Humus) um nur 0,4 Prozent jährlich verbessert, dann könnten auf diese Weise die CO2-Emissionen neutralisiert werden, vorausgesetzt die Reduktionsziele werden eingehalten („4 per 1000“-Initiative 2020).

Die Verbesserung des Humusgehaltes würde aber nicht nur das Klima stabilisieren, sondern auch die landwirtschaftliche Produktivität und die Widerstandskraft der Böden gegen Degradation und Erosion verbessern. Eine zusätzliche Tonne Humus pro Hektar im Boden könne jedes Jahr 24 bis 40 Millionen Tonnen mehr an Getreide in Afrika, Asien und Lateinamerika sprießen lassen.

Die Initiative empfiehlt:

  • Stopp der Entwaldung und Schutz von Grünflächen und Mooren und
  • Unterstützung nachhaltiger, ökologischer oder regenerativer Anbaupraktiken, die den Anteil an organischer Masse im Boden steigern, wie beispielsweise Gründüngung, Ausbringung von Kompost und Aufbau von Agroforstsystemen. 

Interview mit Siegfried Harrer, Referatsleiter für Internationale Zusammenarbeit und Welternährung bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) unterstützt seit 2018 das Exekutivsekretariat der Initiative zusammen mit Frankreichs und Spaniens Landwirtschaftsministerien. Über den Ansatz und die Möglichkeiten der „4 per 1000“-Initiative sprachen wir mit Siegfried Harrer, Referatsleiter für Internationale Zusammenarbeit und Welternährung bei der BLE:

Was ist der Ansatzpunkt der 4 per 1000“-Initiative?

„Wenn wir es schaffen, jährlich weltweit 4 Promille mehr an Kohlenstoff in den Böden zu binden, könnte man die gesamten CO2-Emissionen ausgleichen, die durch Menschen verursacht werden. Dabei geht es um Humus – also organische Substanz – in den ersten 20 bis 30 Zentimetern des Oberbodens. Das ist die gute Botschaft.

Wie effektiv kann man Kohlenstoff im Boden binden?

„Das ist sehr unterschiedlich. Es hängt vom Substrat des Bodens selber ab und von der Art und Weise, wie ich ihn bearbeite. In Wald- und Agroforstsystemen kann ich sehr lange speichern, weil ich da keine Bodenbearbeitung durchführe, auch in Graslandschaften, Wiesen oder Weiden. Viel schwieriger ist das aber in Ackerflächen. Da habe ich nur beschränkt Möglichkeiten, wie beispielsweise Mulchen oder reduzierte Bearbeitung. Es hängt aber auch von weiteren Faktoren wie Klima, Niederschlägen und Temperaturen ab. Es gibt kein Allgemeinrezept. Der Verbleib des Kohlenstoffs im Boden kann von wenigen Jahren bis zu 100 Jahren sein oder länger.“

Was muss man dafür tun?

„Einerseits müssen wir die bestehenden Moore und Wälder erhalten und schützen, aber auch das Gras- und Weideland. Auf Ackerflächen sollten wir andererseits die richtigen Methoden einsetzen: Das sind die minimale Bearbeitung der Böden, ständige Bodenbedeckung, eine vielfältige Fruchtfolge und die Beachtung der Kohlenstoff-Bilanz, also wie viel vom Acker abgeführt wird. Auf ausgeräumten Ackerflächen nur einen Blühstreifen einzusäen, bringt hingegen nichts.“

Was hat die Initiative mit Landwirtschaft und Ernährung zu tun?

„Es geht nicht nur darum, CO2 aus der Atmosphäre in den Boden zu bringen. Ein höherer Humusanteil hat auch mannigfaltige Vorteile für die Bodenfruchtbarkeit, die Bodenstruktur sowie die Wasserhaltefähigkeit des Bodens, und damit auch für die landwirtschaftliche Produktion und Ernährungslage.“

Müssen wir umdenken?

„Ja, denn wir haben das Problem der Entkopplung der früher eigentlich ganzheitlichen Landwirtschaft. Nun brauchen wir wieder den Schluss der Systeme, wie es die ökologische Landwirtschaft oder der weltweite Ansatz der Agrarökologie verfolgen. Das muss nicht dogmatisch sein, aber wir müssen mehr an diese Kreisläufe denken. Wir brauchen auch effektive Fördermaßnahmen, die solche Strukturen ausbauen helfen. Landwirtschaft ist nur ein Teil des Klimaproblems, aber wie die Initiative aufzeigt, muss und kann sie Teil der Lösung sein.“

FAQ Boden und Ernährung

Was versteht man unter...

Degradation

Degradation bezeichnet den Prozess, wenn Böden in Folge des Ausbaus von Acker- und Weideflächen ihre Fruchtbarkeit verlieren. Gründe dafür sind eine falsche oder schlechte Nutzung insbesondere durch Humusabbau, Vernässung, Versalzung, Verdichtung durch den Einsatz schwerer Maschinen, Störung oder Abtötung der Bodenflora und -fauna durch Überdüngung und Herbizide.

 

Erosion

Erosion meint die Abtragung der Bodenoberfläche durch Wind und Wasser. Besonders gefährdet sind große Flächenlängen, ebene und ausgeräumte Agrarlandschaften ohne Unterbrechung durch Hecken- und Baumreihen quer zur Hauptwindrichtung, aber auch große Ackerflächen ohne schützende Pflanzendecke. Die landwirtschaftlichen Fachbehörden des Bundes und der Länder erproben und entwickeln hierzu Lösungen und Empfehlungen.

Nachhaltiger Schutz vor Wassererosion (www.bmel.de)

 

Desertifikation

Desertifikation ist der englische Begriff für Wüstenbildung. Er bezeichnet insbesondere die zunehmende Landschafts- und Bodendegradation in trockenen Regionen der Erde. Desertifikation stellt die letzte Stufe des Verlustes der Bodenfruchtbarkeit dar.

Land Grabbing

Land Grabbing ist ein Begriff für die (meist illegitime) Aneignung von Land, insbesondere großer agrarisch nutzbarer Flächen durch wirtschaftliche oder politische Akteure des In- und Auslands. Für die illegale Form gibt es den deutschen Begriff Landraub. Die Landnahme bedroht die kleinbäuerliche Landwirtschaft und hat große soziale, ökonomische sowie ökologische Folgen in den betroffenen Ländern.

Ökologischer Landbau

Die Worte „Bio“ und „Öko“ sind gesetzlich geschützt. Alle Lebensmittel, die in der EU unter diesen Bezeichnungen auf den Markt kommen, unterliegen strengen Vorschriften und Kontrollen der EU-Ökoverordnung. Der Bio-Landbau sieht den landwirtschaftlichen Betrieb als ganzheitliches System aus Boden, Pflanzen, Tieren und Menschen. Ziel ist eine Kreislaufwirtschaft, in der möglichst wenig Nährstoffe und andere Hilfsmittel von außen zugeführt werden. Bio-Bauern setzen keinen Kunstdünger ein. Sie düngen mit Mist, Gülle und pflanzlichem Kompost. Außerdem bauen sie Leguminosen an, die Stickstoff im Boden anreichern. Chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel sind nicht zulässig. Erlaubt sind natürliche oder traditionelle Pflanzenschutzmittel. Ihre Tiere müssen Bio-Bauern artgerecht halten und füttern.

VERORDNUNG (EU) 2018/848 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 30. Mai 2018 (Download, PDF)

Agroforstwirtschaft

Agroforstwirtschaft ist ein landwirtschaftliches System, das Elemente des Ackerbaus und der Forstwirtschaft kombiniert. Mehrjährige (Obst-)Bäume und Sträucher werden mit einjährigen landwirtschaftlichen Nutzpflanzen und Tierhaltung integriert. Das System ist artenreich, stabilisiert den Wasserhaushalt und schützt den Boden vor Erosion und Degradation.

www.agroforstkampagne.net

Agrarökologie

Agrarökologie nutzt ökologische Konzepte und Prinzipien, um die Wechselbeziehung zwischen Pflanzen, Tieren, Menschen und Umwelt zu optimieren. Sie berücksichtigt gleichzeitig die sozialen Aspekte, die für ein nachhaltiges und faires Ernährungssystem erforderlich sind. Durch diese Synergien kann Agrarökologie die Lebensmittelerzeugung, die Lebensmittelsicherheit und die Ernährung unterstützen und gleichzeitig die Ökosystem-Dienstleistungen und die Biologische Vielfalt herstellen, die Voraussetzung sind für eine nachhaltige Landwirtschaft (FAO 2020; Übersetzt durch Dr. Gesa Maschkowski, BLE).

FAO (2020): Agarökologie

Quellen

„4per1000“-Initiative (2020): The “4 per 1000”Initiative Soils for Food Security and Climate (Download, PDF). 

BMEL (2018): Landwirtschaftlich genutzte Böden in Deutschland – Ausgewählte Ergebnisse der Bodenzustandserhebung 

BMEL (2019): Nachhaltiger Schutz vor Wassererosion

Bundestag (2019): Beschluss "Nachhaltige Entwicklungsziele erreichen – Potenziale aus der Agrarökologie anerkennen und unterstützen" (Download, PDF)

IPCC (2019): IPCC-Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme (SRCCL)

UBA (2015): Pressemeldung des Umweltbundesamtes vom 03.12.2015

UBA (2020): Flächenverbrauch in Deutschland

UNCCD (2017): Global Land Outlook, Kapitel 7: Foodsecurity and Agriculture

 

Autor*innen: Stefan Kreutzberger, Bonn; Dr. Gesa Maschkowski, BLE

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