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Bohne

Bohnen können wie alle Leguminosen mithilfe der Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden. Am besten gedeihen sie an einem warmen und sonnigen Platz im Garten.

Gartenbohne
iStock.com / brytta

Geschichte und Besonderheiten

Schon etwa 4.000 Jahre v. Chr. sollen die Indianer in den Anden Bohnen angebaut haben. Im 16. Jahrhundert kam die Bohne durch die Spanier nach Europa und ist hier seitdem ein beliebtes und hochwertiges – da eiweißreiches – Nahrungsmittel. Dabei ist allerdings zu unterscheiden zwischen der Acker- und der Gartenbohne: Bis die Spanier die Gartenbohne nach Europa holten, wurde der Begriff "Bohne" ausschließlich für die Ackerbohne Vicia faba – auch Dicke Bohne, Pferde-, Puff- oder Saubohne genannt – verwendet.

Mit dem Einzug der Gartenbohne in Europa ging der Anbau der Ackerbohne stetig zurück. Die neue "Bohne" Phaseolus vulgaris breitete sich mit großer Geschwindigkeit aus und verdrängte die Ackerbohne fast vollständig. Doch nicht nur das, sie machte ihr darüber hinaus noch den Namen "Bohne" streitig.

Als Leguminosen sind Bohnen in der Lage, über eine Symbiose mit sogenannten Knöllchenbakterien Luftstickstoff zu binden. Die sich windenden Stangenbohnen erreichen eine Höhe von 2-3 m, wohingegen Buschbohnen nur 50-60 cm hoch werden. Beides sind Gartenbohnen und unterscheiden sich nur hinsichtlich der Wuchsform.

Was versteht man unter "Bohnen"?

Heute bezeichnet der Begriff "Bohnen" sowohl die Samen von Bohnenpflanzen als auch die sie umgebenden Hülsen mitsamt den in ihnen enthaltenen Samen. Letztere werden auch "Grüne Bohnen" genannt. Außerdem muss man unterscheiden zwischen den verschiedenen Arten und Sorten sowie reinen Handelsbezeichnungen. Bei der Prinzessbohne handelt es sich zum Beispiel nicht um eine eigene Sorte, sondern um besonders früh geerntete Gartenbohnen, die deswegen besonders zart im Geschmack sind. Hinter "Schnittbohnen" verbergen sich ebenfalls normale Gartenbohnen, die nach der Ernte entsprechend aufbereitet – das heißt in dem Fall "geschnitten" – werden. Echte Art- oder Sortenbezeichnungen sind dagegen Dicke Bohne, Stangenbohne, Feuerbohne oder Sojabohne.

Standortbedingungen

Bohnen sind sehr frostempfindlich (Stangenbohnen mehr als Buschbohnen) und lieben daher warme, sonnige und windgeschützte Lagen. Ein mittelschwerer (sandig-lehmig), lockerer sowie humoser Boden bringt die besten Erträge.

Fruchtfolge und Mischkultur

Die Bohne stellt keine allzu großen Ansprüche an die Vorfrucht. Nur nach sich selbst sowie nach anderen Leguminosen wie z. B. Erbsen und Linsen sollte eine Anbaupause von mindestens 3 Jahren eingehalten werden. Aufgrund ihrer Stickstoff anreichernden Wirkung, eignet sie sich selber ideal als Vorfrucht oder in Mischkultur mit Kohlrabi, Rettich, Sellerie oder Salat. Unverträglichkeiten treten hingegen mit Erbsen, Fenchel, Knoblauch, Porree, Schnittlauch und Zwiebeln auf.

Aussaat / Pflanzung

 

Stangenbohne

Buschbohne

Aussaat

Mitte Mai (Bodentemperatur > 10 °C)

Saatabstand

Horstsaat:

6-8 Samen/Stange,

80 cm x 80 cm

Reihensaat:

45 cm x 7 cm

Horstsaat:

4-5 Samen/Horst,

55 cm x 35 cm

Saattiefe

2-3 cm (mit Kompost bedecken und leicht andrücken)

Düngung

Wenig Stickstoff (Leguminosen sind selber in der Lage, sich Stickstoff anzueignen); starkes Düngen macht die Pflanze anfällig für Krankheiten und kann negative Auswirkungen auf den Geschmack haben. Auf nährstoffarmen Böden ist eventuell eine geringe Kompostgabe als "Starthilfe" förderlich.

Pflege

Um die Standfestigkeit und den Krankheitsbefall zu reduzieren, kann man die Jungpflanzen etwas anhäufeln. Bei Stangenbohnen eventuell die Ranken den Stangen zuleiten und befestigen. Besonders zur Zeit der Blüte und der Fruchtbildung sollte gut gewässert werden. Stangenbohnen haben einen höheren Wasserbedarf als Buschbohnen.

Schädlinge und Krankheiten

Bohnenblattlaus, Bohnenfliege, Erbsenblattrandkäfer, Erbsenwickler, Gallmücken, Grüne Erbsenblattlaus, Schnecken, Spinnmilben, Bohnenrost, Brennfleckenkrankheit, Grauschimmel, Mosaikvirus, Schwarzbeinigkeit, Sklerotinia-Welke.

Ernte und Lagerung

Die Bohnen sind reif, wenn sie beim Biegen glatt durchbrechen und an der Bruchstelle grün und saftig sind. Bei Bohnen gilt: Wer viel pflückt, erntet am meisten! Frühes und häufiges Pflücken erhöht die Erntemenge, da dadurch die oberen Blütenansätze zum Blühen angeregt werden. Überständige, übersehene Hülsen daher ebenfalls abpflücken und beseitigen. Bohnen sollten niemals bei Nässe geerntet werden.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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Frau erntet Bohnen
Kzenon / Fotolia.com
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