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Brez(el)n backen

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Wenn der Kindergarten zu hat, genieße ich es (...manchmal...), morgens richtig Zeit für die Kinder zu haben. Sie nicht aus dem Spielzimmer zu verbannen, zum Anziehen zu drängeln und aus dem Haus zu scheuchen – sondern gemeinsam mit ihnen einfach das zu tun, worauf wir gerade Lust haben. Und manchmal entsteht dabei Großartiges. Zum Beispiel: frische Laugenbrezeln für den Frühstückstisch. Vielleicht ja auch eine Idee für die Herbstferien?

Eine Holzschüssel mit Laugengebäck steht auf dem Frühstückstisch.
Judith Pulg | Fotografie

Wir hatten jedenfalls großen Spaß dabei. Und da eine liebe Oma ein zusätzliches Auge auf unsere Jüngste geworfen hat, konnten Sohnemann und ich uns richtig austoben. Wie man das halt so macht gegen sieben Uhr morgens an einem freien Tag...

Die Arbeitsschritte sind letztlich erst einmal die gleichen wie bei jedem anderen Hefeteig auch: Zutaten vermischen, kneten, gehen lassen (ca. 10 Minuten). Anschließend den Teig in acht gleich große Stücke teilen und nach den eigenen Wünschen formen.

Wir brauchen (für unsere Version): 

  • 500 g Dinkelmehl (Typ 630)
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 2 EL Sauerteigpulver
  • 1 gehäufter Teelöffel Salz
  • etwas Zucker
  • 50 g Butter
  • 1/4 l laufwarmes Wasser

außerdem für die Lauge:

  • 2 EL Haushaltsnatron
  • 1,5 l Wasser 

und zum Bestreuen:

  • Salz und/oder Kerne

Bei uns sieht das dann so aus: Während ich sechs der acht Teiglinge zu Brezeln, Stangen, Brötchen (oder wie man hier in Bayern sagt "Brezn, Stangerl, Semmeln") wirke, gibt sich mein Sohn mit Leidenschaft dem Rest des Teigs hin und entwickelt dabei einzigartige Teigkunst...

Seltsamer Weise ist es plötzlich schon fast neun Uhr. Ich lasse ihn also noch etwas tüfteln, bestücke das Ofenblech mit Backpapier und bereite schon einmal die Lauge vor.

Weil mir das Werkeln mit ätzender Bäckerlauge zu gefährlich ist – vor allem mit Kindern –, habe ich es stattdessen mit Haushaltsnatron versucht: Zwei Esslöffel des weißen Pulvers in anderthalb Liter Wasser aufkochen und die Teiglinge dann nacheinander für je eine halbe Minute in die kochende Lösung geben. Dann kommen sie aufs Backblech und ich übergebe wieder an meinen Sohn.

Der darf unsere Werke nun noch verzieren, während ich den Ofen vorheize. Und weil wir alle gerne Kerne mögen, nimmt er dafür statt grobem Salz Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne und Sesam. Bis er fertig ist, sind die Gebäckstücke dann auch noch einmal lange genug gegangen und dürfen endlich in den Backofen: etwa 20 Minuten bei 200 Grad.

Inzwischen steht der kleine Zeiger auf der zehn und auch der Papa mit einem Bärenhunger in der Küche. Aber wir freuen uns auf unsere Brezn – auch wenn wir das Frühstück dafür auf fast halb elf verschieben müssen...

Endlich ist es so weit – und unser Einsatz hat sich gelohnt: Die Brezeln kommen goldbraun glänzend aus dem Ofen und auch den Geschmackstest bestehen sie mit Bravour. Saftig, laugig, lecker! Nur Papa hat sich vorher schon satt gegessen – der hat es einfach nicht mehr ausgehalten.

Vielleicht sollten wir den Teig beim nächsten Mal doch schon am Vortag vorbereiten. Oder gleich die ganze Knet- und Formaktion vorziehen. Dann brauchen wir die Brezn morgens nur noch zu belaugen und in den Ofen zu schieben. Für den Teig an sich ist es ohnehin gut, wenn er etwas mehr Zeit und Ruhe bekommt. Und die Geduld der hungrigen Familienmitglieder wird nicht gar so sehr strapaziert...

Backt ihr auch so gerne wie wir? Vielleicht habt ihr ja noch ein paar andere Rezeptideen für uns. Schreibt mir gerne in den Kommentaren!

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