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Chicorée

Chicorée  lässt sich gut im eigenen Garten kultivieren. Um die milden Sprossen genießen zu können, muss man die Rüben nach der Ernte jedoch noch für rund 5-6 Wochen antreiben.

Eine Reihe Chicorée-Rüben mit Sprossen in Erde
Bablo / Fotolia.com

Geschichte und Besonderheiten

Chicorée gehört wie Radicchio und Endivie zu den Cichorium-Salaten, die alle von der Gemeinen Wegwarte Cichorium intybus abstammen. Diese gehört zu den Korbblütlern und ist in Europa, Westasien und Nordwestafrika heimisch. In Mitteleuropa ist die ausdauernde, krautige Pflanze häufig an Wegrändern zu finden. Mit ihrer Pfahlwurzel ist sie gut im Boden verankert und erreicht Wuchshöhen von 30-140 cm. Zwischen Juni und Oktober erscheinen die meist himmelblauen Blüten.

Die Gemeine Wegwarte bildet eine fleischige Rübe aus, die bereits den alten Griechen und Römern als Heilpflanze und Gemüse diente. Die Nutzung der gerösteten und zu Mehl verarbeiteten Stücke der Wurzelzichorie als Kaffeeersatz wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts entdeckt.

Die Verwendung der Salatzichorie als Salat oder Gemüse erfolgte erstmalig in Belgien im 19. Jahrhundert. Hier wurde der Grundstein für die Treiberei der heute bekannten hellen Chicorée-Sprossen gelegt. Die Pflanzen wachsen im Freiland, werden geerntet und die Rüben anschließend zur Bildung der Sprossen lichtdicht verhüllt beziehungsweise mit Erde abgedeckt. In der Dunkelheit wachsen dann aus den Rüben die milden, wenig bitteren Chicorée, die bei einer Länge von ca. 20-22 cm abgeschnitten werden.

Tipp: Inzwischen gibt es spezielle Sorten, die in der Treiberei keine Deckschicht aus Erde benötigen, wie der Treibchicorée 'Zoom'. Diese Sorte eignet sich auch für den Anbau im Garten.

Standortbedingungen

Chicorée stellt grundsätzlich keine großen Ansprüche an den Standort. Allerdings ist es wichtig, dass der Boden tiefgründig ist, damit die Pflanzen ihre kräftige, lange Pfahlwurzel ausbilden können. Steine oder Bodenverdichtungen sind zu beseitigen. Wichtig für ein gutes Wachstum der Rüben ist zudem eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit ohne Staunässe.

Fruchtfolge und Mischkultur

Der Anbau von Chicorée sollte nur alle 3-4 Jahre auf der gleichen Fläche erfolgen. Da Radicchio, Endivien und Zuckerhut zur gleichen Pflanzenart gehören, sind sie bei der Fruchtfolge ebenfalls zu berücksichtigen.

Gute Nachbarn im Gemüsebeet sind zum Beispiel Bohnen, Erbsen, Fenchel, Kopfsalat, Möhren, Pastinaken und Tomaten.

 

Aussaat / Pflanzung

Aussaat:

Die Aussaat erfolgt Anfang bis Ende Mai direkt auf dem Beet, am besten in 2-3 cm tiefe Rillen. Sobald die Pflanzen etwa 5 cm hoch sind, ist es ratsam, sie in der Reihe zu vereinzelen. Ab Mitte bis Ende April ist die Aussaat unter Vlies möglich.

Pflanzung:

Die Pflanzen können auch in Töpfen vorgezogen und dann ausgepflanzt werden.

Abstand:

Der Abstand in der Reihe beträgt rund 10-15 cm, bei einem Reihenabstand von rund 30-40 cm.

 

Düngung

Der Boden sollte nicht zu nährstoffreich sein. Insbesondere ein zu hoher Stickstoffgehalt mindert die Qualität der Rüben und führt in der Treiberei zu Problemen. Daher empfiehlt es sich, den Nährstoffgehalt mithilfe einer Bodenprobe zu ermitteln und generell eher zurückhaltend zu düngen. Chicorée-Pflanzen bevorzugen einen pH-Wert von 6-7.

Pflege

Eine gleichmäßige Feuchtigkeit des Bodens ist wichtig für eine gute Entwicklung der Pflanzen. Bei trockener Witterung ist daher zu wässern, am besten früh morgens und ohne die Blätter zu benetzen.

Schädlinge und Krankheiten

An Chicorée können verschiedene Schädlinge und Krankheitserreger vorkommen, unter anderem Blattläuse, die Chicorée-Minierfliege oder Mehltau. Ein Blattlaus-Befall kann auch in der Treiberei vorkommen.

Ernte und Lagerung

Die Ernte der Rüben erfolgt im September, wenn sie einen Durchmesser von etwa 3-6 cm haben. Nachdem man sie vorsichtig mit einer Grabegabel aus dem Boden genommen hat, lässt man sie 2-3 Tage an einem luftigen Ort abtrocknen und schneidet dann die Blätter 5 cm über der Rübe ab. In Sand eingeschlagen sind sie bei 0-3 °C bis zu 8 Monate lang haltbar.

 

Treiben von Chicorée

Die in Sand gelagerten Chicorée-Rüben können nun nach und nach angetrieben werden. Das heißt, sie werden warm und dunkel gestellt, bis sie die typischen Chicorée-Sprossen ausgebildet haben.

Für die Treiberei benötigt man ein geeignetes Gefäß, wie eine alte Holzkiste oder eine Wanne mit Löchern im Boden. Die Rüben werden in dem Gefäß dicht aneinandergereiht gepflanzt, die Zwischenräume mit einem Gemisch aus Erde, Torf und etwas Kalk aufgefüllt. Anschließend wird alles gut gewässert.

Bei Sorten, die in der Treiberei  abgedeckt werden müssen, schlägt man die Rüben mit einer etwa 10-20 cm dicken Schicht Erde ab. Viele neuere Sorten sind auch ohne Deckerde treibfähig, wie die Treibchicorée-Sorte 'Zoom'. Das Gefäß kann zur Sicherheit anschließend noch mit einer schwarzen Folie abgedeckt werden: Bei Chicorée ist es nämlich besonders wichtig, dass kein Licht an die Pflanzen kommt, da Licht die Bildung von Blattgrün fördert und das Gemüse bitter macht. Stellen Sie das Gefäß an einem dunklen und warmen Ort (12-17 °C) auf. Nach einer Treibdauer von etwa 5-6 Wochen kann die Ernte beginnen.

Ernte für den Verzehr

Die Chicorée-Sprossen werden bei einer Länge von etwa 10-15 cm dicht über dem Wurzelkopf abgeschnitten. Die Chicorée-Blätter schmecken frisch als Salat, gebacken oder auch gedünstet.

Autoren: Jörg Planer, Meckenheim; Heike Stommel, Bonn |

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