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Convenience-Produkte im Alltag

Oft bleibt im Alltag nur wenig Zeit für die Zubereitung von Lebensmitteln. Convenience-Produkte sind da eine große Hilfe. Und sie lassen sich mit einer gesunden Ernährung vereinbaren...

pizza
Milkos / Fotolia.com

Fertige oder vorbereitete Lebensmittel sind praktisch und sparen oft Zeit. Sie erlauben uns flexibel auf Bedürfnisse zu reagieren, ganz gleich ob es der kleine Hunger oder spontane Gäste am Abend sind. Im aktuellen, jährlich erscheinenden BMEL-Ernährungsreport 2017 "Deutschland, wie es isst" sind sich die Verbraucher recht einig: Essen soll lecker, gesund und schnell zubereitet sein. Die Lust am Kochen ist deutlich gesunken. Doch wie lassen sich Convenience-Lebensmittel mit einer gesunden und schmackhaften Ernährung im Alltag vereinbaren?

Sind Convenience-Produkte nicht ungesund?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort, denn deren Vielfalt ist enorm. Schließlich sind der vorgefertigte knackige Salat mit Joghurt-Dressing genauso wie die Tütensuppe, der mundgerecht geschnittene Obstteller oder die Pommes rot-weiß ein Convenience-Produkt. Diese Lebensmittel liefern einen ganz unterschiedlichen Beitrag im Rahmen einer gesunden Ernährung. Ernährungswissenschaftler empfehlen daher, genau hinzuschauen und richtig auszuwählen.

Unterm Strich ist ein Fertiggericht nur so gesund wie seine Zutaten. Das Etikett kann wertvolle Hinweise geben - nicht immer auf den ersten Blick. Aber mit ein bisschen Übung kann man zum Beispiel den Gemüseanteil, die Fettmenge, die Qualität der Fette und auch den Salzgehalt herauslesen. Was an erster Stelle steht, hat den höchsten Gewichtsanteil, dann geht's in absteigender Reihenfolge weiter.

Nährwertinformationen - Was ist hier ausgewogen?

Werde ich davon dick? Ist das Produkte in Einklang mit einer gesunden Ernährung zu bringen? Einen Hinweis dazu können die enthaltenen Nährstoffe liefern: Seit Dezember 2016 ist die Nährwertkennzeichnung für alle vorverpackten Lebensmittel EU-weit verpflichtend. Alle Hersteller müssen über Kalorien und die sechs wichtigsten Nährstoffe des Lebensmittels in einer übersichtlichen Tabelle informieren. Auf dem Etikett finden Verbraucher dann neben dem Energiegehalt diese sechs Nährstoffe: Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz. Damit das Vergleichen leichter fällt, sind die Werte stets bezogen auf 100 Gramm oder 100 Mililiter anzugeben.

Bestimmte freiwillige Angaben wie der Gehalt an Ballaststoffen oder ungesättigten Fettsäuren dürfen ergänzt werden. Auch Informationen über den Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen sind unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt.

Worauf kann ich beim Einkauf von Convenience-Produkten achten?

Einkaufsliste
1. Einkaufsliste schreiben
Planen Sie den Einkauf von vorgefertigten Produkten. Beziehen Sie stets eine Kombination von frischen Lebensmitteln und Convenience-Produkten ein.

Früchte, Gemüse und Salate der Saison gibt es in der Kühltheke bereits küchenfertig vorbereitet. Sie sorgen für die Extra-Portion Vitamine.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

tiefgefrorene Bohnen
2. Tiefkühlgemüse bevorraten

Ein gewisses Sortiment an Tiefkühlgemüse zu Hause peppt viele Fertiggerichte wie Pizza, Tütensuppe oder Doseneintopf noch mal auf - geschmacklich und mit Vitaminen!

Durch die sehr schnelle Verarbeitung nach der Ernte besitzt Tiefkühlgemüse einen vergleichsweise hohen Vitamingehalt und liegt damit eindeutig vor den Vertretern aus der Frische-Abteilung.

Nach dem Einkauf auf dem Nachhauseweg die Kühlkette nicht unterbrechen und zu Hause so schnell wie möglich wieder tiefgekühlt lagern!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fertigessen mit Reis
3. Fertiggerichte mit Gemüse wählen

Variieren Sie Fertiggerichte häufiger, denn ein abwechslungsreicher Speiseplan versorgt Sie mit allen nötigen Nährstoffen. 

Bevorzugen Sie Komplettmenüs mit möglichst hohem Gemüseanteil. Werfen Sie also einen kritischen Blick auf die Zutatenliste: Gemüse und Beilagen stehen dann auf den vordersten Plätzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kräuter und Zwiebel
4. Fertiggerichte aufpeppen

Geben Sie Fertiggerichten möglichst den Frischekick mit zusätzlichem Gemüse. Gerne auch mit solchen, die nicht mehr zu schnippeln sind, etwa Mini-Tomaten, Mais oder Kidneybohnen aus der Dose.

Schnell küchenfertig zubereitet sind zum Beispiel Zucchini, Auberginen oder Paprika.
 
Eine Handvoll frische Kräuter oder Tiefkühlkräuter werten das Gericht zusätzlich gesundheitlich und geschmacklich auf!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frau checkt Etikett von Milchflasche
5. Auf Haltbarkeit achten

Achten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verbrauchsdatum.

Fresh Cut-Produkte wie Obst- und Gemüsesnacks und Fertigsalate sind leicht verderblich und nur kurz haltbar. Nehmen Sie das Produkt beim Kauf unter die Lupe! Nahe am Verbrauchsdatum sind die Lebensmittel oftmals bereits stark mit Keimen belastet.

Salate, Keimlinge und Gemüse müssen zu Hause vor dem Verzehr unbedingt noch einmal gewaschen werden.

Transportieren Sie die Produkte kühl und lagern Sie sie umgehend im Kühlfach.

 

 

 

 

Gemüsepfanne mit Schupfnudeln
6. Fettarme Convenience-Gerichte wählen

Wählen Sie fettreiche Gerichte wie Lasagne oder bestimmte Pizzasorten eher selten.

Fettreiche Zutaten wie Käse, Rahm, Sahne, Speck oder Salami sollten auf den hinteren Plätzen der Zutatenliste stehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mikrowellenfertiggericht mit Fisch
7. Auf Panaden verzichten
 
Bevorzugen Sie bei den fertigen Fleisch- und Fischprodukten die unpanierten Varianten. Diese sind wesentlich fettärmer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einkaufstüte mit Obst
8.  Obst zum Nachtisch wählen

Früchte sind vielfältig im Geschmack. Ob solo oder als bunter Obstsalat - als leckerer Nachtisch können sie allemal mithalten!

Und wer keine Lust zum Schnibbeln hat, wählt den Früchte-Mix aus der Fresh-Cut-Theke.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemüsesticks
9.  Gemüsesticks knabbern

Verzichten Sie auf Chips, Schokolade und Co., wenn Sie es sich abends gemütlich machen oder ein kleines Betthupferl benötigen.

Gemüsesticks mit einem leichten Joghurt-Kräuter-Dip schmecken knackig frisch, sind kalorienarm und liegen nicht schwer im Magen.

 

Frau checkt Verpackung
10. Unversehrte Packungen kaufen
 
Kaufen Sie nur unbeschädigte Verpackungen, da sonst keine einwandfreie Hygiene gewährleistet werden kann und ggf. Keime in die Lebensmittel gelangen können.

Verbeulte Konserven sollten Sie im Supermarktregal stehen lassen - es können unter Umständen gesundheitsschädliche Bestandteile der Beschichtungen in die Lebensmittel übergehen.

Nicht sofort verzehrte Lebensmittelkonserven sollten aus der geöffneten Dose in ein anderes Gefäß umgefüllt und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Sieben Tricks für die schnelle Küche

Junge Menschen kochen

Sicher, an manchen Tagen muss alles schnell gehen. Dabei sind Convenience-Produkte nicht die einzige Lösung. Denn viele selbst gekochte Gerichte erfordern nur wenig Zeit. Unsere Trickkiste zeigt, wie es geht:

1. Blitzgerichte sammeln
Schnelle Rezepte finden Sie auf Internetportalen und in Zeitschriften und Kochbüchern.

2. Nudel- und Reisgerichte kochen
Mit ein wenig Olivenöl, Parmesan oder Pesto verfeinert, sind Reis und Nudeln meist schneller als eine Fertigpackung zubereitet.

3. Vorkochen
Eintöpfe und Kohlgerichte vom Vortag schmecken meist noch besser!

4. Üben!
Je mehr Sie kochen, desto schneller und routinierter werden Sie.

5. Weniger Schnibbeln
Schneiden Sie größere Stücke, das verkürzt die Vorbereitungszeit.

6. "Ein-Topf-Gerichte"
Gerichte aus einem Topf auf dem Herd oder im Ofen gegart sparen Zeit.

7. Auf Vorbereitetes zurückgreifen
Angebratenes Fleisch oder Gehacktes, aber auch Soßen lassen sich vorbereiten und in Portionen einfrieren und sind bei Bedarf schnell einsatzbereit.
 

Nachhaltigkeit - Ökologischer Fußabdruck von Fertigprodukten

PCF-Logo

Auf manchen Fertigprodukten finden Verbraucher schon heute einen Hinweis auf die Umweltbelastung: Der Co2-Fußabdruck (footprint) verdeutlicht in etwa, wie hoch die Klimabelastung durch das Produkt ist.

Je mehr Unternehmen sich an solchen Projekten beteiligen, desto mehr erfahren wir über die Auswirkungen unseres Essens auf das Klima und können vergleichen. Bisher sind aber die Untersuchungen ökologischer Zusammenhänge auf dem Lebensmittelsektor noch sehr lückenhaft.

Convenience-Produkte selbst machen

Preiswerte Vorräte an Fertigem lassen sich ganz unkompliziert selbst herstellen! Hin und wieder einfach mal eine größere Mengen selbst kochen, schnell abkühlen und einfrieren – und die Auswahl an „Frischem aus dem Eisfach“ wächst nach und nach!. Der Trick dabei: Einfach auf häufige Bausteine Ihrer Lieblingsgerichte setzen und nur das Grundrezept vorbereiten. Dann lässt sich im Handumdrehen mit verschiedenen Zutaten viel Abwechslung auf den Tisch bringen.

So funktioniert’s: Bausteine für selbst gekochte Fertiggerichte

Suppen und Eintöpfe

Nutzen Sie saisonale Angebote wie bei Möhren, Lauch, Wirsing, Bohnen oder Kartoffeln. Nehmen Sie stets viel Suppengemüse, eine vorherrschende Gemüsesorte, wer mag, zusätzlich ein Stück Suppenfleisch und eine Gemüse- oder Fleischbouillon. Salzen Sie nur leicht, zum Beispiel mit ein wenig Bouillon, würzen Sie nach mit Kräutern und Salz beim Aufwärmen beziehungsweise am Tisch.

Gulasch

Bereiten Sie mehrere Grundportionen aus drei Kilogramm Fleisch mit einem Kilogramm Gemüsezwiebeln, drei Esslöffel Mehl, Salz und Pfeffer zu. Die einzelnen neutral gewürzten Portionen können Sie dann je nach Geschmack abwandeln, zum Beispiel mit Sahne und Steinpilzen, mit Curry und Cashewnüssen oder mit Tomaten und Spinat.

Geschnetzeltes

Bereiten Sie eine größere Menge zu und würzen Sie neutral; dann können Sie daraus im Handumdrehen Züricher Geschnetzeltes (mit etwas Crème fraîche und Weißwein, eventuell auch frischen Pilzen), Chinesisch-Geschnetzeltes (individuell mit Paprika, Lauch, Sojasoße, China-Gewürzmischung) oder Fruchtig-Geschnetzeltes (Bananen, Ananas, Mandarinen, Curry und Nüsse) zaubern.

Hackfleisch 

Grundrezept: zwei Kilogramm frisches Hackfleisch anbraten, glasig gedünstete Zwiebeln, getrocknete Pilze und Tomaten dazugeben. Unter Zugabe von 1/8 Liter Gemüsebrühe 20 Minuten köcheln lassen – ideal für Aufläufe und Nudelsaucen.

Tomatensoße „Napoli“

Für etwa vier Portionen: 1 500 Gramm reife Tomaten überbrühen und häuten. Halbieren, fest auspressen und das Fruchtfleisch hacken. Zwei Zwiebeln und zwei Knoblauchzehen schälen, fein würfeln und in drei Esslöffel Olivenöl andünsten. Die Tomaten und vier Esslöffel Tomatenmark dazugeben. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Soße kurz einkochen lassen, dann pürieren und portionsweise einfrieren. Beim Aufwärmen frischen Oregano oder kleingezupfte Basilikumblätter dazugeben. Passt zu Spaghetti, Nudelauflauf oder zum Bestreichen von Pizza. Variationen: plus Paprika, Oliven, Sardellen, Kapern oder Thunfisch.

Nudeln oder Reis

Reste von Nudeln oder Reis einfrieren. Und da Reis im Vergleich zu Nudeln eine lange Garzeit hat, lohnt sich hier ein extra Vorrat.

Kartoffel-Möhren-Püree

Aus je einem Kilogramm gekochten Möhren und Kartoffeln pürieren Sie unter Zugabe eines Teelöffels Jodsalzes und 50 Gramm Butter, eventuell mit etwas Milch, einen leckeren Möhren-Kartoffel-Brei. Abkühlen lassen und einfrieren. In das erwärmte Püree kurz vor dem Servieren möglichst viel frische Petersilie geben.

Weitere Informationen zu Convenience-Produkten

Stecken in Fertigprodukten mehr Allergie auslösende Stoffe als in unverarbeiteten Lebensmitteln?

Das ist die landläufige Meinung - aber ein Irrtum. Je naturbelassender ein Lebensmittel bleibt, desto größer ist in der Regel seine Fähigkeit, eine Allergie auszulösen. Denn erst durch das Garen verlieren viele Lebensmittel ihre Fähigkeit, eine Allergie auszulösen. Allergene in Nüssen, Sellerie und Fisch sind jedoch eher hitzestabil - da hilft nur das völlige Weglassen des Nahrungsmittels. Das Zutatenverzeichnis zeigt, ob problematische Lebensmittel oder Stoffe verwendet wurden.

Sind in Chilled-Food-Produkten Zusatzstoffe enthalten?

Konservierungsmittel sind in Kühlkost zwar in der Regel nicht enthalten, doch ganz ohne Zusatzstoffe kommen Chilled-Food-Produkte oft nicht aus. Zum Beispiel beinhalten sie die Stoffe, die schon dem ursprünglichen Lebensmittel zugesetzt wurden, etwa das Diphosphat (als "Phosphat" gekennzeichnet). Die Hersteller fügen je nach Rezeptur noch weitere Zusatzstoffe hinzu, dazu zählen Verdickungsmittel oder Säuerungsmittel.

Convenience und Bio - geht das zusammen?

Öko-Convenience-Produkte unterliegen denselben gesetzlichen Regeln wie Bio-Lebensmittel. Convenience-Produkte, die mit dem Zusatz "Bio" oder "Öko" gekennzeichnet sind, müssen mindestens zu 95 Prozent Zutaten aus ökologischer Erzeugung enthalten. Außerdem gelten für die Bio-Fertigprodukte noch strengere Vorgaben für die Verarbeitung: Hersteller dürfen für Bio-Produkte nur rund ein Zehntel der über 300 zugelassenen Zusatzstoffe einsetzen. Zudem sind gentechnisch veränderte Zutaten und die Bestrahlung der Lebensmittel verboten.

Autorin: Verena Dorloff, Bonn

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