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Craft Bier

Craft Bier (Beer) ist angesagt und bringt eine große neue Vielfalt an Biersorten in Regale und Kneipen.

Brauerei mit Kupferkesseln
Nikolai Sorokin / stock.adobe.com

Lange Zeit galt für Einkauf und Geschmack bei Bier das Prinzip der „üblichen Verdächtigen“: Pils, Helles, Weizen, mal ein dunkles Bier und regionale Kultgetränke wie Kölsch und Alt. Diese Zeit geht seit einigen Jahren zu Ende. Craft Bier (Beer) ist angesagt und bringt eine große neue Vielfalt an Biersorten in Regale und Kneipen. Die Zeit der vielen neuen Bierstile bzw. Geschmacksrichtungen lässt Bier malzig oder nach Kaffee schmecken. Oder auch sauer oder bitter. Oft schmecken Craft Biere aromatischer als klassische Biere, weil nicht nur unterschiedliche Hopfen- und Malzsorten in unterschiedlichen Mengen verwendet werden, sondern auch eine so genannte Kalt-Hopfung genutzt wird.

Der Lebensmitteleinzelhandel und der Getränkefachhandel haben neben den Standardbieren inzwischen meist auch ein oder zwei Craft Biere im Sortiment. In die Gastronomie kommt gerade Bewegung. Viele Wirt_innen freuen sich über die Möglichkeit, etwas Besonderes anzubieten. Meistens kommen Craft Biere aus kleinen Brauereien, die geringere Mengen Bier brauen. Sie legen großen Wert auf die Auswahl der Rohstoffe und zahlen beim Einkauf von Hopfen und Malz deutlich mehr als Industriebrauereien. Die kleineren Strukturen und die höheren Rohstoffkosten machen Craft Bier deshalb teurer als andere Biere. Glaubt man Insidern, sind der neueste Trend Biere, bei denen ein Mix aus Zuchthefen und anderen Mikroorganismen (Mischfermentation) zu wieder völlig neuen Geschmackseindrücken führen wird.

Die allermeisten neuen Bier-Typen sind mit dem deutschen Reinheitsgebot vereinbar. Einige Brauer verwenden aber weitere Zutaten: Kräuter und Gewürze zum Beispiel (Witbier etwa wird mit Orangenschalen und Koriandersaat gebraut) oder auch frische Früchte. Dann wird es lebensmittelrechtlich kompliziert, denn es handelt sich nicht mehr um Bier im strengen Sinne, sondern um „besonderes Bier“. Wie streng man die Kennzeichnung handhabt, ist in jedem Bundesland unterschiedlich.

Was ist Kalthopfung?

Normalerweise werden Hopfenextrakte in die heiße Bierwürze gegeben. Inzwischen werden aber vermehrt gerade für Craft Bier auch Hopfendolden oder Pellets in das abgekühlte Bier „kaltgehopft“, also erst spät dazu gegeben. Damit erreicht der Brauer eine besondere „Hopfen-Note“. Spezialisten können dann sogar die Hopfensorte erkennen. Im Prinzip ist die Methode alt und auch unter der Bezeichnung "Hopfenstopfen" bekannt. Ursprünglich hat man den Hopfen nach dem Brauvorgang durch das Spundloch in ein Bierfass gestopft. Das war vor allem dann wichtig, wenn Bier auf Schiffen eine lange Zeit haltbar sein musste.

Umfangreiche Informationen über Craft Biere gibt es unter: https://www.hopfenhelden.de/

Autorin: Britta Klein, BLE

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