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Die letzten werden die ersten sein

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Dieses Wochenende stand im Zeichen der Tomate: Grüne Exemplare bekommen Nachhilfe, reife dienen als Samenspender fürs nächste Jahr.

Vor ein paar Wochen hatte ich euch ja schon von meiner Begeisterung über die Tomatensorte 'German Gold' geschrieben und angekündigt, dass mir dieses Prachtstück definitiv wieder in den Garten kommt. Und da es sich um eine samenfeste Sorte, muss ich dazu praktischerweise nicht noch einmal Geld ausgeben, sondern kann aus vollreifen Früchten einfach selbst neue Samen gewinnen.

Tomatensamen in Wasserglas
Löwenzähnchen

Damit habe ich am Wochenende angefangen, denn da habe ich im Gewächshaus ohnehin Tabula rasa gemacht: Die letzten reifen Früchte habe ich geerntet und die verbleibenden grünen Tomaten samt einem reifen Apfel in eine Kiste gepackt und in den recht warmen Heizungskeller gestellt. Dort können sie im Dunkeln in Ruhe nachreifen – sehr praktisch. (Man muss nur immer mal wieder nachschauen und gegebenenfalls schimmelige Früchte aussortieren.)

Dann ging's sozusagen ans Kerngeschäft, die Samengewinnung. Die ist zum Glück absolut simpel:

  • Tomate aufschneiden und das Samengeglibber in ein feinmaschiges Küchensieb löffeln. (Der Tomatenrest wird zu Tomatensauce.)
  • Unterm Wasserhahn abspülen, dabei gerne mit einem Löffel bearbeiten, damit sich schon möglichst viel anhaftender Glibber löst. Danach entweder
  • Variante 1: Samen direkt auf Küchentücher geben, schon möglichst gut trockentupfen und an einem warmen Ort trocknen lassen (bitte nicht im Backofen!).
  • Variante 2: Samen in ein Glas mit warmem Wasser geben und zwei Tage an einem warmen Ort stehen lassen, dann wiederum in ein Sieb geben, abspülen und auf Küchenpapier trocknen lassen.
  • Die absolut trockenen Samen zum Beispiel in selbstgebastelte Papiertütchen füllen. Dunkel, kühl und trocken gelagert sind die kleinen Kraftpakete im Frühjahr startklar für die nächste Saison.

Beide Varianten haben Vorteile:

  • Die erstgenannte ist schneller, man läuft nicht Gefahr, Samen durch vorzeitiges Keimen einzubüßen, und die Keimfähigkeit bleibt länger erhalten.
  • Bei der zweiten werden keimhemmende Stoffe abgebaut, wodurch die Tomaten im Frühjahr schneller keimen - es mitunter aber eben auch schon im Wasserglas tun und dann beim Trocknen kaputtgehen.

Ich persönlich finde: Bei einer Keimdauer von durchschnittlich 5-10 Tagen kann man sich das Samenbad nach der Ernte prima sparen. Und falls es im Frühjahr zeitlich mal arg eng ist, wirft man die Samen eben dann noch mal für ein paar Stunden in warmes Wasser, das tut's auch :-).

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