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Die Welt der fruchtigen Ideen

Ist der Apfel noch ein Apfel und die Tomate noch eine Tomate?

Tomate-Mozzarellaspieße mit Basilikum
pixabay

(BZfE) – Ist der Apfel noch ein Apfel und die Tomate noch eine Tomate? Schon lange nicht mehr. Heute erzielen Cherry-Tomaten in Kleinverpackungen Preise, die zwei- bis dreimal über dem Niveau der „normalen Tomaten“ liegen. Die Produktentwicklung schreitet auch im Gartenbau voran. Die Snack-Tomaten sind nicht nur verkleinert, sie schmecken auch süßer.

Bis dahin ist es ein langer Weg. Aber viele haben sich schon auf den Weg gemacht, wie die Fruit Logistica in Berlin zeigte. Wie David Cueberth vom schottischen Beerenexperten Angus Soft Fruits. Die Schotten haben vier neue Erdbeersorten mit längerer Haltbarkeit, neuer Textur auf der Zunge und einem neuen Geschmack entwickelt. Die rote Frucht schmecke jetzt ein wenig nach Kaugummi und komme bei den Kunden gut an. Die Erzeuger müssten neue Möglichkeiten außerhalb des Mainstreams finden, sagte Cueberth.

So kann auch der Apfel „Yello“ seine eigene Geschichte erzählen. Gedanklich ist der Apfel in Japan entwickelt worden Auch die züchterische Basisarbeit fand im Land der aufgehenden Sonne statt, berichtete Anbauer Michael Grasser aus Südtirol auf der Messe in Berlin. Yello ist knackig und saftig mit gelber Farbe. Gelbe Äpfel sind vor allem im mediterranen Raum beliebt. Für den Norden entwickeln die Züchter dagegen eher rote und zweifarbige Äpfel. Der leuchtend gelbe Apfel mit hellem Fruchtfleisch falle sofort auf und wird in Südtirol angebaut. Damit kann das Marketing eine eigene Geschichte erzählen, erläutert Experte Kurt Ratschiller vom Verband der Südtiroler Obstbaugenossenschaften (VOG). Der Schriftzug sei in Anlehnung an die japanischen Schriftzeichen entstanden und präge einen starken Namen für den auffallenden Apfel.

Ein anderes Geheimnis für den Erfolg in der Obstvermarktung ist die Verpackung. Das weiß Gilad Sadan aus Australien. Er ist Direktor der N.A.V.I. Co Global und hat sich auf die Produktberatung und Verpackung von Frischwaren spezialisiert. Vor allem der „to go“-Bereich erfordert neue Verpackungstechniken. So werden Beeren oder andere Obstsnacks in Bechern angeboten, die mit dem Daumen geöffnet werden können, wiederverschließbar sind und in den Becherhalter des Autos passen. Das bringe Obst und Gemüse in den Alltag der Menschen. Verschiedene Fingerfoods in unterschiedlichen Verpackungen füllen in Übersee schon manchen Regalmeter und werden von den Kunden gezielt eingekauft. Umweltfreundlicher Karton sei am beliebtesten. Er kann mit einem gestalteten Plastikdeckel veredelt werden. Sadan zeigte auf dem neu gestalteten Frische Forum der Fruit Logistica Verpackungen, die anschließend in ein Puzzle oder Kartenhaus für das Kinderzimmer gefaltet werden können.

Roland Krieg, www.bzfe.de

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