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DIY-Alternative zu Frischhaltefolie

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Am Wochenende haben wir Bienenwachstücher hergestellt, die als Ersatz für Alu- und Frischhaltefolie dienen können. Echt simpel – und toll, um alte T-Shirts oder Stoffreste zu verwerten.

Am Wochenende haben Töchterlein zart und ich uns die Küche reserviert und Bienenwachstücher hergestellt, die als Ersatz für Alu- und Frischhaltefolie dienen können.

Bienenwachstuch
Löwenzähnchen

Vielleicht sind euch diese Tücher ja schon mal irgendwo ins Auge gefallen, denn sie liegen voll im Trend. Das Prinzip ist so simpel wie einleuchtend: Baumwolltücher werden mit Bienenwachs und einem klein wenig Öl getränkt – das Ergebnis ist ein wasser- und fettabweisender, aber dennoch flexibler Stoff mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten.

Je nach Form und Größe kann man die Tücher verwenden, um Pausenbrote, Käse oder angeschnittenes Obst und Gemüse einzupacken oder um abgekühlte Speisen in Töpfen oder Schüsseln damit abzudecken. Nach Gebrauch werden die Bienenwachstücher einfach feucht oder mit sehr wenig Spülmittel abgewischt – höchstens lauwarm, deshalb sind die Tücher auch für Fleisch und Fisch nicht geeignet. Alles andere halten sie aber ähnlich gut frisch wie die üblichen Folien. Sollten die Tücher mit der Zeit anfangen, brüchig zu werden, kann man sie per Bügeleisen einfach wieder auffrischen.

Im Handel sind Bienenwachstücher verhältnismäßig teuer, selbstgemacht hingegen gehen die Kosten gen Null. Da ich mir unlängst einen Kindheitstraum erfüllt habe und unter die Imker gegangen bin (bei Gelegenheit mehr dazu *freu*), konnten wir für unsere Aktion auf eigenes Wachs zurückgreifen. Alternativ gibt es beim Imker Wachspastillen zu kaufen, oder ihr schneidet/raspelt euch einfach ein paar Stücke von einer echten Bienenwachskerze ab.

Das Anfertigen der Bienenwachstücher ist wirklich unkompliziert:

  • Dünnen Baumwollstoff in der gewünschten Form und Größe zurechtschneiden und auf eine doppelte Lage Backpapier (eventuell darunter noch Zeitungspapier) legen. Die Gelegenheit, um sich zum Beispiel vom Lieblings-T-Shirt zu trennen, aber doch nicht so ganz...
  • Wasserbad vorbereiten. Ich habe eine Glasschüssel verwendet, nach einem kurzen Aufenthalt im Tiefkühler lassen sich Wachsreste später wieder 1a entfernen. Alternativ könnt ihr eine leere Konservendose benutzen.
  • Bienenwachs im Wasserbad schmelzen und mit etwas Öl vermischen. Wir haben Sonnenblumenöl verwendet, etwa im Verhältnis 6 Teile Wachs, 1 Teil Öl.
  • Mischung mit Löffel oder Schöpfkelle vorsichtig auf den Tüchern verteilen. Die Fläche muss nicht komplett bedeckt sein, es genügen einige Streifen, die zudem nicht ganz bis zum Tuchrand gehen sollten.
  • Tücher mit einer doppelten Lage Backpapier abdecken und mit einem Bügeleisen so abfahren, dass das Wachs möglichst optimal verteilt wird.
  • Bei ungetränkten Stellen noch mal mit ein wenig Wachs-Öl-Mischung nachbessern.
  • Einen Stoffzuschnitt habe ich aufgehoben, um damit in einer zweiten Bügelrunde überschüssiges Wachs aufzunehmen: Unbehandeltes Tuch auf bereits gewachstes Tuch legen, Backpapier drüber und noch mal bügeln. Auf diese Weise werden die Tücher nicht übermäßig gewachst – dadurch würden sie weniger flexibel und schneller brüchig werden – und habe ich nahezu keine Wachsabfälle produziert.

Das Bügeln habe natürlich ich übernommen, aber unsere Tochter war mit ihrem Anteil – Backpapier auslegen, Wachs grob verteilen, Tücher zum Trocknen auslegen – völlig zufrieden und danach megastolz. Ein kleineres Tuch wurde sofort an Apfelscheiben erprobt („guck mal Papa!!!“) und für gut befunden.

Wir haben gleich mehrere Tücher produziert, ein paar größere rechteckige, aber auch einige kleinere und runde, mit denen sich Gläser und kleine Schüsseln gut abdecken lassen.

Die Ergebnisse waren recht unterschiedlich: Die weniger stark getränkten Tücher hätte ich ohne Bedenken direkt in meinen Rucksack gepackt, bei ihnen brauche ich aber zusätzlich ein Gummi, wenn sie auf einer Schüssel nicht nur aufliegen, sondern wirklich dicht abschließen sollen. Die stärker getränkten lassen sich super formen, ich persönlich würde sie aber zusätzlich noch mal in eine Tüte oder einen Leinenbeutel packen, weil sie vielleicht doch mal Wachsabdrücke hinterlassen könnten.

Alles in allem bin ich mit den Ergebnissen sehr zufrieden – Weihnachten ist ja gerade erst vorbei, aber psst, ich glaube ich weiß, was die Omas nächstes Jahr bekommen :-))...

Euch viel Spaß, falls ihr das Ganze auch mal ausprobieren wollt!

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