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Einfache Sprache

Einfache Sprache verschafft Menschen Zugang zu Informationen, die sie sonst nicht bekommen würden. So können sich alle schnell und unkompliziert informieren – egal wie gut sie lesen können.

Junger Mann im Buchstaben-Wirrwarr
lassedesignen / Adobe Stock

Der Zugang zu Informationen ist eine Voraussetzung, um am gesellschaftlichen und politischen Leben teilhaben zu können. Aber nicht alle Menschen haben gleichermaßen Zugang zu Informationen, etwa, weil sie Lernschwierigkeiten haben, nur eine geringe Lese- und Schreibkompetenz besitzen oder eine andere Muttersprache haben. Für solche Menschen können Informationen unüberwindbare Hürden darstellen. Texte in Einfacher Sprache verschaffen Menschen Zugang zu Informationen, die sie sonst nicht bekommen würden.

Einfache Sprache erreicht, dass 95 Prozent der Deutschen verstehen, was man sagen möchte. Einfache Sprache ist eine klare, deutliche Sprache. Sie kommt ohne komplexe Grammatik aus, enthält kurze Sätze sowie kaum Fremdwörter oder Fachsprache.

Einfache Sprache führt nicht dazu, dass Fähigkeiten verloren gehen. Sie ist eine Antwort auf vorhandene, aber lückenhafte Kompetenzen. Einfache Sprache kann sogar dazu beitragen, dass ungeübte Leser mehr lesen und ihre Kompetenzen erhalten oder verbessern. Denn wenn ein Leser einen Text nicht versteht, wird er ihn nicht lesen. Wenn er ihn versteht, hat er ein Erfolgserlebnis und „bleibt dran“.

Einfache Sprache oder Leichte Sprache?

Neben der Einfachen Sprache gibt es auch die Leichte Sprache. Doch wo liegt der Unterschied?

Leichte Sprache ist ein Begriff aus der Behinderten-Selbsthilfe und wendet sich an Menschen, die fast keine Lesefähigkeiten haben. Zum Beispiel Analphabeten und Menschen mit einer geistigen Behinderung. Texte in Leichter Sprache nutzen sehr einfache Worte und haben kurze Sätze. Leichte Sprache wendet sich an ca. 5 Prozent der Bevölkerung. Für andere Menschen sehen Texte in Leichter Sprache oft seltsam aus.

Einfache Sprache hingegen richtet sich an Menschen mit niedrigen Lesefähigkeiten. Zum Beispiel funktionale Analphabeten, Menschen mit geringer Bildung oder ohne Schulabschluss, Menschen mit einer anderen Muttersprache als Deutsch. Texte in Einfacher Sprache sind gut verständlich, sie vermeiden Fremdwörter, die Sätze haben höchstens 15 Wörter. 95 Prozent der Bevölkerung können Einfache Sprache lesen.


Einfache Sprache - Was macht sie aus?

Im Gegensatz zur Leichten Sprache gibt es bei der Einfachen Sprache keine Regeln. Es gibt aber eine Reihe an Empfehlungen für Texte in Einfacher Sprache. So zeichnen sich Einfache Sprache –Texte beispielsweise durch kurze Sätze aus. Haupt- und Nebensätze sollten voneinander getrennt und komplexe Satzgefüge vermieden werden. Auf Details und überflüssige Informationen wird verzichtet. Ebenso werden Fremdwörter, Füllwörter, Abkürzungen, Sprichwörter oder Metaphern möglichst weggelassen. Stattdessen werden geläufige und kurze Wörter benutzt, die die Vorkenntnisse und Lebenswelt der Leser*innen einbeziehen. Auch konkrete Beispiele sind hilfreich. Schwierige Wörter werden erklärt. Bei Texten in Einfacher Sprache werden die Leser*innen möglichst direkt angesprochen. Die Texte stehen im Aktiv und nicht im Passiv.

Auch für die optische Gestaltung von Texten in Einfacher Sprache gibt es Empfehlungen. Überschriften und mehrere einzelne Abschnitte mit Unterüberschriften strukturieren beispielsweise den Text. Genügend Zeilenabstand und eine größere Schrift erleichtern das Lesen. Ebenso sollte der Text links ausgerichtet sein und keine Worttrennung am Ende der Zeile haben. Fotos oder Illustrationen mit Bildunterschriften unterstützen den zu lesenden Text.

Einfache Sprache auf bzfe.de

Logo Einfache Sprache

Auf der BZfE-Website gibt es auch einen Bereich mit Ernährungsinformationen in Einfacher Sprache. Das Angebot bietet Informationen aus den Bereichen „Einkaufen“, „Kochen und Aufbewahren“ sowie „Gut essen“ und „Familie“. Der Inhalt wird kontinuierlich ergänzt. Das Angebot richtet sich gezielt an Menschen, die Deutsch als Fremdsprache lernen oder Schwierigkeiten mit der Schrift haben. Besonders hilfreich ist es auch für alle, die sich einfach und schnell einen guten Überblick über Ernährungsthemen verschaffen möchten. Denn die Informationen sind kurz, klar und leicht verständlich aufbereitet. Auch Kursleitende in der Erwachsenenbildung, Betreuer*innen in Wohneinrichtungen und Sozialarbeiter*innen in offenen Angeboten können davon profitieren und die Website als Inspirationsquelle nutzen: zum Beispiel für Unterrichtsstunden oder bei der Planung und Gestaltung einer gemeinsamen Mahlzeit.

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