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Erfrischungsgetränke

Erfrischungsgetränke sind extrem beliebt. Sie sind meist sehr süß, und es gibt sie mit oder ohne Kohlensäure, teilweise mit Koffein und in vielen Geschmacksvarianten.

Zwei Gläser Erfrischungsgetränke
beats_ / Fotolia.com

Erfrischungsgetränke sind alkoholfreie Getränke auf Wasserbasis mit oder ohne Kohlensäure, die geschmacksgebende Zutaten enthalten. So beschreiben die Leitsätze für Erfrischungsgetränke des Deutschen Lebensmittelbuches die vielfältige Produktgruppe. Rechtlich unverbindlich definieren die Leitsätze als eine Art anerkanntes Sachverständigengutachten außerdem die typische Beschaffenheit ausgewählter Erfrischungsgetränke wie Limonaden, Schorlen und Brausen. Für koffeinhaltige Erfrischungsgetränke wie Cola oder die sogenannten Energydrinks enthält die Fruchtsaftverordnung rechtlich verbindliche Regelungen zur Zusammensetzung und Kennzeichnung. Für andere Vertreter der Kategorie Erfrischungsgetränke, beispielsweise „Near-Water“-Getränke oder Fruchtsaft-Molke-Mischungen, gibt es weder rechtlich verbindliche Definitionen noch sonstige dokumentierte Beschreibungen. Sie müssen daher auf dem Etikett so beschrieben werden, dass die Charakteristik des Produktes erkennbar ist.

Typische Zutaten von Erfrischungsgetränken

Die Basis alkoholfreier Erfrischungsgetränke ist Wasser in Form von Trinkwasser, natürlichem Mineralwasser, Quellwasser beziehungsweise Tafelwasser. Geht es um ihren Geschmack, sind der Fantasie fast keine Grenzen gesetzt: Verwendet werden in der Regel Fruchtsäfte, Kräuterauszüge oder aus Früchten hergestellte, zuckerhaltige Konzentrate und Extrakte. Ihre Süße verdanken sie unterschiedlichsten Zuckerarten, oft klassischem Haushaltszucker, mitunter aber auch Agavendicksaft oder Fruchtzucker, also Fruktose. Zuckerreduzierte oder zuckerfreie Varianten enthalten ersatzweise Süßungsmittel. Andere typische Zusatzstoffe in Erfrischungsgetränken sind Säuerungsmittel wie Citronensäure. Farbstoffe werden seltener verwendet und finden sich meist nur in Brausen. Häufiger verstärken Frucht- oder Pflanzenauszüge die natürliche Färbung der Getränke.

Charakteristika von Limo und Co.

Je nach Art unterscheiden sich Erfrischungsgetränke sehr deutlich in ihrem Fruchtsaft- und Zuckergehalt. Detailliert informiert das Zutatenverzeichnis über die Zusammensetzung des jeweiligen Getränkes. Eine Richtschnur für einige auf dem Markt befindliche Getränketypen geben die Leitsätze für Erfrischungsgetränke vor:

  • Fruchtsaftgetränke und Fruchtschorlen enthalten als geschmacksgebende Zutaten typischerweise Fruchtsaft, Fruchtsaftkonzentrat, Fruchtmark, Fruchtmarkkonzentrat oder Mischungen daraus. Auch der Zusatz von Aromenextrakten oder natürlichen Aromen gilt als verkehrsüblich, ist in der Praxis allerdings selten. Je nach Fruchtart geben die Leitsätze für Fruchtsaftgetränke bestimmte Mindestfruchtanteile vor. Beispielsweise weisen Fruchtsaftgetränke aus Trauben oder Äpfeln mindestens 30 Prozent Fruchtanteil auf, im Falle von Zitrusfrüchten sind nur 6 Prozent die Regel. Für Fruchtsaftschorlen sind keine Mindestfruchtanteile festgeschrieben. Sie enthalten, anders als Fruchtsaftgetränke, Kohlensäure und können, wenn sie mit sauren Säften hergestellt werden, auch gezuckert sein.
  • Limonaden zeichnen sich durch einen charakteristischen Zuckergehalt aus: Er beträgt mindestens 7 Prozent, eine Begrenzung nach oben gibt es nicht. Limonaden enthalten nicht zwingend natürliche Fruchtbestandteile. Wenn sie allerdings zum Beispiel mit Fruchtsaft hergestellt werden, dann schreiben die Leitsätze einen Mindestanteil vor, bei Limonaden aus Zitrussäften beispielsweise drei Prozent. Ihr Geschmack kann aber auch allein auf dem Zusatz Aromaextrakten beziehungsweise natürlichen Aromastoffen beruhen. Ihre säuerliche Note verdanken viele Limonaden dem Zusatz von Zitronensäure.
  • Brausen sind kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke. Anders als Fruchtsaftgetränke, Fruchtschorlen und Limonaden können sie Aromen nicht-natürlichen Ursprungs enthalten. Auch der Zusatz von Farbstoffen ist üblich. Als „Fassbrause“ bezeichnete Erfrischungsgetränke sind ein Spezialfall: Wegen regional unterschiedlicher Verkehrsauffassungen erfüllen nicht alle so bezeichneten Produkte die Beschreibung der Brausen nach den Leitsätzen.

Nah am Wasser gebaut: Near-Water-Getränke

Ein Hauch von Frucht, Kräuterauszüge oder schlicht Aromenzusätze, dazu überwiegend Mineral- oder Tafelwasser - das ist das Charakteristikum der sogenannten „Near-Water-Getränke“. Wegen ihres hohen Wasseranteils sind sie in der Regel tatsächlich kalorienarm. Klarheit verschafft ein Blick auf die Nährwerttabelle. Zusätze gesund anmutender Zutaten wie Kräuterauszüge, Aloe Vera oder gering dosierter Extrakte von Heilpflanzen wie Ginseng oder Ginkgo verleihen ihnen oft ein gesundheitsförderliches Image. Tatsächliche Gesundheitswirkungen der Getränke sind jedoch wissenschaftlich nicht belegt.

Mehr, oder weniger koffeinhaltig: Energydrinks und Cola

Zwei Dosen Energy Drinks

Koffeinhaltige Erfrischungsgetränke dürfen laut Fruchtsaftverordnung höchstens 320 Milligramm Koffein pro Liter enthalten und sind mit einer Angabe zu versehen, die klar und eindeutig auf den Koffeingehalt hinweist. Cola-Getränke sind der Klassiker unter den koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken. Ihr Koffeingehalt liegt allerdings meist weit unter dem gesetzlichen Höchstwert. Wie hoch er ist – ob er bei 10 oder 140 Milligramm pro Liter liegt – bleibt offen. Denn erst ab einer Konzentration von 150 Milligramm Koffein pro Liter ist eine Mengenkennzeichnung auf dem Etikett verpflichtend. Energydrinks dagegen schöpfen den gesetzlich festgelegten Koffein-Höchstwert in der Regel voll aus. Das steht dann auch auf ihrer Verpackung. Neben Koffein enthalten sie mindestens einen oder mehrere der folgenden Stoffe: Taurin, Inosit und Glucuronolacton. Auch für diese drei Stoffe gelten gesetzlich festgelegte Höchstwerte, die nicht überschritten werden dürfen.

  • Taurin ist ein Abbauprodukt der Aminosäure Cystein. Es kommt natürlicherweise beispielsweise in Fleisch und Käse vor und wird auch im Körper als Bestandteil von Gallensäuren hergestellt. Noch unklar ist, ob Taurin die Wirkung von Koffein verstärkt. Leistungssteigernde Wirkungen sind nicht belegt. Energydrinks dürfen höchstens 4.000 Milligramm Taurin pro Liter enthalten.
  • Inosit ist in Pflanzen und in Muskelgewebe weit verbreitet. Es kann auch im Körper selbst gebildet werden. Mangelzustände sind beim Menschen nicht bekannt. Die Höchstmenge von Insosit in Energydrinks beträgt 200 Milligramm pro Liter.
  • Glucuronolacton ist eine Verbindung, die der Körper selbst herstellt und nutzt, um Fremdstoffe (Arzneimittel, Phenole) auszuscheiden. Ob die Zufuhr dieser Substanz über die Nahrung Entgiftungsreaktionen auslöst, ist wissenschaftlich nicht belegt. Die Höchstmenge von Glucuronolacton in Energydrinks liegt bei 2.400 Milligramm pro Liter.

Oft enthalten Energydrinks anstelle von Koffein auch Extrakte aus Guarana. Das ist die Nuss eines tropischen Gewächses, die einen sehr hohen Koffeingehalt aufweist.

Hinweispflichten bei koffeinhaltigen Getränken

Bei Getränken mit einem Koffeingehalt ab 150 Milligramm pro Liter muss der Hinweis „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“ auf dem Etikett stehen, gefolgt von der Angabe des tatsächlichen Koffeingehaltes pro 100 Milliliter. Ausgenommen von der Pflichtinformation sind Getränke auf Basis von Kaffee oder Tee, sofern ihre Bezeichnung den Begriff Kaffee beziehungsweise Tee enthält. Fertiger Eiskaffee beispielsweise, der im Kühlregal verpackt angeboten wird, muss keine Informationen zu seinem Koffeingehalt aufweisen.

Autor_innen: Gesa Maschkowski, BLE; Rüdiger Lobitz, Bonn; Dr. Christina Rempe, Berlin

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