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Essen wie die Großen

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Dass Kleinkinder erst langsam lernen müssen mit Besteck umzugehen, ist klar. Aber ab wann kann ich denn erwarten, dass mein Kind mit Messer und Gabel isst? Dass es sich sein Fleisch selber...

Dass Kleinkinder erst langsam lernen müssen mit Besteck umzugehen, ist klar. Aber ab wann kann ich denn erwarten, dass mein Kind mit Messer und Gabel isst? Dass es sich sein Fleisch selber schneiden kann und morgens sein Frühstücksbrot selber schmiert? Sollte mein Fünfjähriger das können?

Kinderbesteck neben gelbem Teller auf grasgrünem Grund
Judith Pulg | Fotografie

Er kann es! – Das habe ich heute witziger Weise im Kindergarten erfahren. Denn dort habe ich einfach mal bei einer Erzieherin nachgefragt, wie sie das sieht: Ab wann Kinder das lernen sollten. Und dabei kam heraus: Während ich mir noch Gedanken mache, ob ich das meinem Sohn nicht langsam mal näher bringen sollte, hat er schon mindestens ein Jahr Erfahrung gesammelt. Denn in unserem Kindergarten bekommen die Kinder ganz selbstverständlich Gabel UND Messer zum Essen. Und spätestens ab vier wird auch darauf geachtet, dass sie beides richtig benutzen. 

Bei uns zu Hause hatte das bisher einfach noch keine Priorität. Unser Ziel war es vor allem, dass alle Kinder selbstständig essen und wir unsere Mahlzeiten gemeinsam – also auch zeitgleich – einnehmen können. Da war es mir auch egal, wenn ich die Wurst auf den Kindertellern klein schneide oder ein Marmeladenbrot extra schmiere.

Natürlich hat das auch damit zu tun, dass es häufig schnell gehen muss: Morgens müssen wir rechtzeitig im Kindergarten sein, abends fürs Bett fertig machen und mittags ist der Hunger meist zu groß, um langwierige Experimente zu wagen. Aber: Es tritt da natürlich auch eine gewisse Faulheit ein. Mit zwei Jahren hat sich mein Sohn seine Brote jedenfalls noch regelmäßig selbst geschmiert. Heute eher selten. 

Das ab sofort stur einzufordern bringt aber sicher nichts. Aus Erfahrung weiß ich: Wenn ich unbedingt will, dass er etwas lernt, erreiche ich eher das Gegenteil. Viel besser: Richtig vorleben, Möglichkeiten bieten, bei Bedarf korrigieren – und meinem Kind genügend Freiraum für das eigene Tempo lassen. ​Wenn mein Sohn selbst Lust darauf hat, etwas Neues zu lernen, dann tut er es auch. 

Und genau so funktioniert es auch im Kindergarten: Die Kinder bekommen ein vollständiges Besteck angeboten und dürfen sich versuchen. Wenn es irgendwo hapert, helfen die Erzieher. Und bei den älteren Kindern schauen sie auch stärker darauf, dass sie das Besteck richtig halten. Bis die Kinder in der Vorschule sind, können sie das in der Regel, sagt die Erzieherin.

Auch mein Sohn. Deshalb bin ich nun gespannt. Meinen Essensplan für heute Mittag habe ich umgeschmissen: Statt Flammkuchen gibt es Reis mit Gemüse. Und dazu natürlich für jeden: eine Gabel und ein Messer!

Wann haben eure Kinder Messer und Gabel beherrscht? Habt ihr es ihnen gezielt beigebracht oder „nur“ vorgelebt? Ich freue mich über eure Erfahrungen in den Kommentaren!

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