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Familienalltag in Zeiten des Coronavirus

Kitas und Schulen sind geschlossen, persönliche Kontakte sollen reduziert werden. Der neue Alltag ist für Eltern eine Herausforderung, er bietet aber auch Chancen.

Familie beim Backen, Junge rüht in Schüssel
AdobeStock/yanlev

Viele Eltern haben zwar die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, müssen sich aber gleichzeitig um ihren Nachwuchs kümmern. Arbeit und Kinderbetreuung in den eigenen vier Wänden unter einen Hut zu bringen – und das auch noch ohne Unterstützung der Großeltern – stellt Eltern derzeit vor eine immense Herausforderung.

Mit Tagesplan klappt‘s besser

Grundsätzlich hilft es erst einmal Ruhe zu bewahren. Das Homeoffice hat auch seine positiven Seiten: Eltern sparen sich nicht nur Wegzeiten und Fahrtkosten, sondern haben auch die Chance, mehr Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Damit es daheim nicht zum völligen Familienchaos kommt, helfen festgelegte Strukturen und Tagesrythmen. Der Tag geht erfahrungsgemäß entspannter vorbei, wenn es geregelte Programmpunkte gibt. Einen solchen Plan kann die Familie für den gesamten Tag entwerfen. Am besten tagt dazu der gesamte Familienrat, so halten sich auch Kinder am ehesten an die Verabredungen.

Nach dem gemeinsamen Frühstück steht bei den meisten Beschäftigten erst einmal Arbeiten im Homeoffice an und für Schulkinder der Lernstoff aus der Schule. Sind die Kinder kleiner, können sie sich eventuell eine Zeit lang selbst beschäftigen. Unterstützung in der aktuellen Situation bieten Sender und Webseiten mit zahlreichen medialen Angeboten wie Erklärvideos, die auch auf Kleinkinder zugeschnitten sind. Bei der Planung des Tagesablaufs dürfen das gemeinsame Spielen, Basteln, Essen und Ruhezeiten nicht fehlen. Viele Modelle sind denkbar, die individuell und flexibel an die jeweilige Alltagssituation anzupassen sind. Letztlich sind sie so vielfältig wie die Familien selbst.

Familienmahlzeiten mit einfachen Gerichten

Auch gemeinsame Mahlzeiten geben dem Alltag eine Struktur und sind als fester Bestandteil in den Tagesablauf einzuplanen. In guter Gesellschaft schmeckt es nicht nur besser, am Tisch lernen die Kinder auch alles, was sie für ein gutes Essverhalten brauchen (mehr zu "Familienmahlzeiten").

Junge isst lachend Spaghetti

Wer aufgrund der besonderen Situation nicht viel Zeit hat, dem hilft es, im Vorfeld das Essen für eine Woche zu planen und nur einmal in der Woche einkaufen zu gehen. Es bietet sich auch mal an, an einem Tag so viel zu kochen, dass es für den nächsten Tag noch reicht. Die Ansprüche an die Mahlzeiten sollten in diesen Zeiten nicht zu hochgeschraubt werden, es geht nicht darum den Sterneköchen Konkurrenz zu machen. Angesagt sind vor allem einfache Gerichte, die der ganzen Familie schmecken. Denn viel wichtiger ist es, dass die Kleinen die Mahlzeiten mögen und die Großen sie gleichzeitig nicht langweilen. Gerade auch in diesen Zeiten sollte das Essen abwechslungsreich und ausgewogen sein. Das trägt gleichzeitig dazu bei, das Immunsystem zu stärken. Bei der Auswahl der Lebensmittel und ihrer Mengen hilft die Ernährungspyramide.

Sie sind auf der Suche nach leckeren Gerichten? Im Slider "Einfache Gerichte zum Nachkochen in Zeiten des Coronavirus" unten finden Sie eine Rezeptauswahl von unseren Bloggerinnen.

Nudeln – garantiert nicht langweilig!

Kaum ein Haushalt hat sie in diesen Tagen nicht auf Vorrat: Nudeln. Kein Wunder, sie sind lange haltbar, bei Kindern gefragt und schmecken in unzähligen Varianten immer wieder gut – sei es vegetarisch, mit Fleisch oder Fisch, mal ganz einfach und schnell zubereitet, mal raffiniert. Wie wäre es zum Beispiel mit Pasta und einer Spinat-Käse-Soße, Nudeln mit Brokkoli und Kochschinken oder mit Räucherlachs und Zucchini? Neben dem Klassiker Spaghetti Bolognese bieten raffinierte Rezepte mit Garnelen, Zitrone und Rucola oder die südländische Variante mit Aubergine, Tomaten, Oliven und Feta reichlich Abwechslung.

Haben Sie schon mal Gemüse-Pasta ausprobiert? Auch aus Rote Bete, Zucchini oder Kürbis lassen sich schmackhafte Spaghetti zaubern – ein echter Hingucker!

Gemeinsam kochen und Neues ausprobieren

Wer beruflich nicht den ganzen Tag eingebunden ist oder in der jetzigen Situation der Arbeit nicht nachgehen kann, kann die Zeit nutzen und gemeinsam mit den Kindern den Essalltag gestalten. In der Regel helfen die Kleinen in der Küche gerne mit und freuen sich, wenn sie beim Kochen miteinbezogen werden – am besten direkt schon bei der Speiseplanung. Kleinkinder können beispielsweise den Pizzateig belegen, ältere Kinder schnippeln gerne Gemüse.

Vielleicht haben Eltern Lust, gemeinsam mit ihrem Nachwuchs etwas mehr Zeit in der Küche zu verbringen, Neues auszuprobieren und zum Beispiel zusammen ein Brot zu backen. An den herrlichen Duft des frisch gebackenen Brotes werden sich die Kinder sicherlich später gerne erinnern. Auch bei der Zubereitung von Sushi sind die Kleinen begeistert dabei, wie unsere Bloggerin Judith Pulg aus eigener Erfahrung in ihrem Blogbeitrag "Sushi mit Kindern" berichtet. Selbst Gemüsekonserven herstellen – das mag für Kinder eine interessante Erfahrung sein. So lässt sich aus Weißkohl durch Fermentation Sauerkraut herstellen. Dazu braucht es nicht viele Zutaten, sondern nur ein paar Gewürze, Salz und eine große Portion Geduld, wie unser Blogbeitrag "Fermentiertes Gemüse aus der eigenen Küche" zeigt. Denn bis das Sauerkraut fertig fermentiert ist, dauert es etwa vier Wochen. Auch sonst dürfen gemeinsame Mahlzeiten ruhig mal etwas Besonderes sein: ein Stockbrot über dem Grillfeuer im Garten oder ein Picknick auf dem Balkon oder mitten im Wohnzimmer.

Weitere Ideen für gemeinsame Küchenaktionen gibt es im Slider "Hilfreiche Beiträge unserer Bloggerinnen in Zeiten von Corona" unten.

Rausgehen und bewegen

Vater und Tochter auf Gefährt

Den ganzen Tag in den eigenen vier Wänden hocken – das fällt nicht nur Kindern schwer. Auch für Eltern im Homeoffice ist Bewegung an frischer Luft wichtig. Das kann im eigenen Garten sein, Park oder im Wald – nur eben wegen der Ansteckungsgefahr mit ausreichend Abstand zu Mitmenschen. Wer einen eigenen Garten hat, ist klar im Vorteil. Im Frühjahr steht hier einiges an Arbeit an, an der übrigens auch Kinder ihren Spaß haben.

Trotz Distanz in Kontakt bleiben

Die eindeutige Botschaft der Bundesregierung: Persönliche Kontakte reduzieren, um die Ansteckungskurve abzuflachen. Für Kinder ist es schwierig, ihre Freunde oder Oma und Opa so lange nicht zu sehen. Eine Möglichkeit, trotzdem in Kontakt zu bleiben, bieten Videotelefonate oder auch herkömmliche Telefonate. Oder wie wäre es mal wieder mit einem Brief, vielleicht sogar mit einem selbst gemalten Bild oder einer Postkarte?

Locker bleiben – mehr Freiräume geben

Der Spagat zwischen Laptop und Familie wird nicht immer gelingen, Chaos oder schlechte Laune wird es auch mal geben. Hier helfen viel Verständnis und die eine oder andere Portion Humor. Wichtig ist in diesen Zeiten, seine Ansprüche nicht zu hoch zu schrauben, sondern auch mal „Fünfe gerade sein zu lassen“ und allen mehr Freiräume zu geben. Egal, ob da eine künstlerisch gebastelte Löwenhöhle mitten im Wohnzimmer beim Slalomlauf den passenden Hüftschwung erfordert oder der Nachwuchs den ganzen Tag im Schlafanzug verbringt. Letztlich verbringen Familienmitglieder mehr Zeit zusammen als zuvor und schon alleine das ist eine gute Nachricht in Zeiten des Corona-Virus.

Dr. Claudia Müller, St. Augustin

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Befragung

Wie Corona unser Essverhalten verändert hat

Eine Befragung von rund 1.000 Bürgern im April 2020 zeigt:

  • Das Kochverhalten hat sich verändert: In Corona-Zeiten kochen 30 % der Befragten selbst zubereitete Speisen häufiger als zuvor. 28 % essen öfters gemeinsam und 21 % schwingen häufiger zusammen den Kochlöffel.
  • Gleichzeitig wurden häufiger Lieferdienste für fertige Mahlzeiten in Anspruch genommen: Die Befragten haben sich in der Corona-Pandemie 8 % häufiger fertige Mahlzeiten nach Hause bringen lassen. 6 % nutzen die Lieferangebote des Einzelhandels in der Zeit öfters als vorher. Und 7 % der Befragten geben an, häufiger Lieferungen von Landwirten aus der Region zu erhalten.
  • In Zeiten von Corona ist die Landwirtschaft für Verbraucher und Verbraucherinnen wichtiger geworden: Mehr als jede dritte befragte Person (39 Prozent) gibt an, dass die Landwirtschaft für sie während der Pandemie an Bedeutung gewonnen hat. Das gilt besonders für Jugendliche und junge Erwachsene (47 Prozent).

Quelle: Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag des BMEL: Deutschland, wie es isst – Der BMEL-Ernährungsreport 2020 

Einfache Gerichte zum Nachkochen in Zeiten des Coronavirus

Kantinen und Schulmensen sind geschlossen - jetzt heißt es selbst kochen. Da sind Rezepte einfacher Gerichte besonders gefragt. Lassen Sie sich von unseren Bloggerinnen inspirieren.

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Zum Beitrag "Richtig Händewaschen"

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Sie haben einfach keine Idee mehr, was Sie kochen sollen, und sind auf der Suche nach leckeren Rezepten für Ihre vorhandenen Zutaten? Die Initiative IN FORM und die Beste-Reste-App der bundesweiten Strategie Zu gut für die Tonne! bieten tolle Vorschläge. Lassen Sie sich inspirieren!

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Fragen und Antworten zum Coronavirus Das BMEL informiert

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft meldet: Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist es unwahrscheinlich, dass importierte Waren wie Lebensmittel die Quelle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sein könnten. Trotzdem sollten beim Umgang mit diesen die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und die Hygieneregeln bei der Zubereitung von Lebensmitteln beachtet werden. Da die Viren hitzeempfindlich sind, kann das Infektionsrisiko durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich weiter verringert werden.

Antworten auf die häufigsten Fragen und Links zu detaillierten Infos bietet das BMEL auf seiner Website.