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Fertigprodukte selber machen

Viele Fertigprodukte, die wir regelmäßig nutzen, können wir ganz einfach durch selbst gemachte Alternativen ersetzen.

Vorratschrank mit Lebensmitteln
mirekpesek / stock.adobe.com
  • Viele klassische Fertigprodukte kan man mit nur wenigen Zutaten in der eigenen Küche herstellen.
  • Die Do-it-yourself-Ideen für den Vorratsschrank sparen Verpackungsmüll.
  • Die kreative Resteverwertung ist eine gute Strategie gegen Lebensmittelverschwendung.
  • Wir zeigen jede Menge Ideen und Tipps zum Selbermachen.

Fertigprodukte sparen Zeit beim Kochen und Backen oder sind einfach praktisch für den schnellen Genuss. Wer Spaß am Selbermachen hat, kann einige von ihnen mit nur wenigen Zutaten in der eigenen Küche herstellen. Dann warten bald Gemüsebrühe, Schokocreme, Puddingpulver und Co. in geeigneten Gefäßen im Kühl- oder Vorratsschrank auf ihren Einsatz. So kann nicht nur die Menge an Verpackungsmüll reduziert werden, sondern jeder kann die Produkte nach eigenen Bedürfnissen und Geschmacksvorlieben variieren. Und wer Gemüseblätter, Kohlstrünke oder trockenes Brot zu leckeren Lebensmitteln weiterverarbeitet, der kann sich außerdem darüber freuen, dass er durch die kreative Resteverwertung einen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung leistet.

Ein Tipp vorab: Für viele selbst gemachte Fertigprodukte, vor allem für größere Mengen, wird in den Rezepten der Einsatz einer Küchenmaschine oder eines leistungsfähigen Mixers empfohlen. Wer hier ohne Strom auskommen möchte, kann alternativ z. B. eine mechanische Trommelreibe oder einen Fleischwolf zum Zerkleinern verwenden.

Gemüsebrühe als Paste oder Pulver

Ein Löffel Gemüsebrühe als Pulver

Gemüsebrühe wird in der Küche nicht nur für Suppen benötigt, sondern z. B. auch zum Dünsten von Gemüse, zum Ablöschen von Risotto und zum Würzen. Aus frischem Gemüse, Salz, Öl und Kräutern lassen sich Gemüsepaste oder -pulver als Alternative zur Instant-Gemüsebrühe aus dem Supermarkt ganz einfach herstellen. Für einen kleinen Vorrat wird etwa ein Kilo Gemüse benötigt. Am besten passen die Gemüsearten aus dem klassischen Suppengrün, Karotten, Sellerie und Lauch, aber auch anderes Wurzelgemüse wie Pastinake oder Steckrübe, außerdem Zwiebeln, Knoblauch, Champignons und Tomaten. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Als Kräuter eignen sich zum Beispiel Petersilie, Rosmarin, Thymian, Liebstöckel und Salbei.

Grundrezept Gemüsebrühe

Kräuter waschen, trocken schütteln und Blätter von den Zweigen zupfen. Gemüse waschen, schälen und putzen, dann grob zerkleinern.

Gemüse und Kräuter mit einem geeigneten Küchengerät zu einer feinen Paste verarbeiten. Pro 100 Gramm Gemüse 10 Gramm Salz untermengen, außerdem einen Esslöffel Pflanzenöl (z. B. Oliven- oder Rapsöl).

Dann die Paste in sterile Einmachgläser füllen, fest verschließen und im Kühlschrank lagern.

Durch das Salz ist die rohe Paste bis zu ein Jahr lang haltbar. Wem das zu heikel ist, der kann das klein geschnittene Gemüse kochen, pürieren und dann heiß in Gläser abfüllen. Ebenfalls eine gute, aber energieintensive, Lösung ist es, die Paste im Ofen zu Pulver zu verarbeiten. Dazu ein Backblech mit Backpapier auslegen, die Gemüsepaste darauf verstreichen und einige Stunden bei 70 °C trocknen. Dabei die Ofentür einen Spalt geöffnet lassen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Das Pulver noch einmal kurz mit der Küchenmaschine fein mahlen und in luftdicht verschließbare Gläser füllen.

Tipp: Statt frischem Gemüse lassen sich für die Herstellung von Gemüsebrühe als Paste oder Pulver auch Küchenreste optimal weiterverwerten, zum Beispiel Möhrengrün oder Kohlrabiblätter, schrumpelige Möhren oder anderes Wurzelgemüse sowie Strünke von Brokkoli oder Blumenkohl.

Semmelbrösel und Croutons

Selbstgemachte Semmelbrösel in einer Holzschale

Trockenes Brot lässt sich toll zu knusprigen Croutons als Topping für Suppen und Salate verarbeiten: Brot in Würfel schneiden. Reichlich Öl oder Butter in einer Pfanne erhitzen und die Brotwürfel darin goldbraun rösten, abtropfen lassen und würzen.

Wer größere Mengen altbackenes Brot oder Brötchen gesammelt hat, kann sich einen Vorrat an selbstgemachten Semmelbröseln anlegen. Dazu muss das Brot richtig durchgetrocknet und natürlich schimmelfrei sein. Am besten schneidet man es gleich in gößere Stücke und bewahrt diese in Baumwollbeuteln auf, bis sie richtig hart sind. Dann mit der Küchenmaschine fein zerkleinern. Alternativ die Brotstücke in einen Gefrierbeutel geben und mit dem Nudelholz bearbeiten, bis feine Brösel entstanden sind. Sehr fein gemahlene Semmelbrösel eignen sich übrigens auch gut, um Saucen zu binden.

Upcycling von Lebensmitteln

Upcycling bedeutet, Dinge wieder- bzw. weiterzuverwenden und sie dabei aufzuwerten. Bei Möbeln, Deko und Gebrauchsgegenständen liegt es schon länger im Trend, nicht mehr Gebrauchtem neues Leben einzuhauchen, statt es einfach zu entsorgen. Aber auch in der Küche gibt es viele kreative Ideen, um vermeintliche Küchenabfälle sinnvoll einzusetzen und dadurch so wenig wie möglich von den Lebensmitteln wegzuwerfen.

 

Gemüsereste nicht wegwerfen
Wer Obst- und Gemüseschalen mitisst, kann schon viel Küchenabfall einsparen. Auch gut: In den Schalen stecken gesunde Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe, außerdem viel Aroma. Alle Teile zu verwenden, liegt sogar im Trend – „From leaf to root“ heißt dieser.

Mehr darüber lesen Sie in unserem Artikel Vom Blatt bis zur Wurzel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grüner Smoothie
Das meist ungenutzte Möhrengrün und die Blätter von Kohlrabi, Radieschen, Sellerie, Rote Bete und Fenchel passen gut in Grüne Smoothies und liefern viele wertvolle Inhaltsstoffe. Am besten unbehandeltes Gemüse aus dem eigenen Garten oder Bio-Ware verwenden und vor dem Verarbeiten gründlich unter fließendem Wasser waschen.
 
Mehr Infos gibt es im Artikel Grüne Smoothies: Gemüse zum Trinken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pesto im Glas
Auch frisch zum Würzen von Salaten und warmen Gerichten passen Gemüseblätter von Radieschen, Kohlrabi und Co. bestens. Werden sie zu Pesto verarbeitet, sind sie lange haltbar.

Unsere Bloggerin Julia hat Möhrengrün-Pesto ausprobiert und verrät uns ihr Rezept im was-wir-essen-Blog:

Es muss nicht immer Basilikum sein
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Apfel schälen
Apfelschalen lassen sich, in kleine Stücke geschnitten und getrocknet, prima als Tee aufgießen.

Die Stückchen passen auch gut ins selbst gemischte Müsli (siehe unten, "Weitere Ideen zum Selbermachen").

Pur oder mit Zimt und Zucker im Ofen gebacken (bei 150 °C etwa 20 Minuten) sind Apfelschalen-Stücke eine leckere Knabberei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oreangeat auf Holzlöffel
Aus den Schalen von unbehandelten Bio-Zitronen und Bio-Orangen lassen sich Zitronat und Orangeat zum Backen oder Naschen herstellen:

Saubere Schalen in Stücke schneiden und in Wasser zwei bis drei Mal aufkochen. Dazwischen jeweils abseihen. Dann mit gleicher Menge Zucker und etwas Wasser etwa eine Stunde köcheln, abtropfen lassen und trocknen (evtl. im Backofen).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spargelcremesuppe
Schon unsere Großmütter haben Spargelschalen nicht einfach weggeworfen, sondern einen Ansatz für eine leckere Spargelcremesuppe daraus gekocht:
Spargelschalen waschen, mit Wasser bedeckt und unter Zugabe von etwas Salz, Zucker und Zitronensaft 20-30 Minuten kochen. Abgießen und Spargelwasser auffangen. Eine Mehlschwitze zubereiten und nach und nach das Spargelwasser einrühren. Etwas Sahne dazu und Gewürze – fertig!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Konfitüren und Fruchtaufstriche
Überreifes Obst kann gerettet werden, indem man es zu Konfitüre oder Fruchtaufstrich verarbeitet: Früchte waschen, putzen und klein schneiden. Dann mit einem geeigneten Geliermittel einkochen und in saubere Einmachgläser abfüllen.

Wie das mit Gelierzucker geht, erzählt unsere Bloggerin Julia in ihrem Beitrag Wohin mit dem vielen Obst?
 

 

Puddingpulver-Grundmischung

Zutaten für Vanillepudding

Wer Pudding selber kocht, kann die Zuckermenge variieren und selber bestimmen, wie süß der Pudding werden soll. Und das geht auch ohne einzeln verpackte Puddingpulver-Tütchen, denn es werden nur folgende drei Grundbestandteile benötigt:

  • Speisestärke,
  • Zucker und
  • eine Zutat für den Geschmack.

Für die Puddingpulver-Grundmischung die Speisestärke im Verhältnis 2:1 mit Zucker mischen und in einem Schraubglas aufbewahren. Pro halber Liter Milch werden 60 Gramm dieser Mischung benötigt. Am besten die Zutaten für den Geschmack erst beim Puddingkochen hinzugeben. Für Vanillepudding ausgekratztes Vanillemark, für Schokopudding Kakao oder geriebene Schokolade. Etwas stärker verdünnt sind diese Mischungen auch ideal für Vanille- oder Schokoladensauce.

Speisestärke war früher in jedem Haushalt zu finden und ist ein Alleskönner beim Binden von Speisen. Meist wird reine Maisstärke angeboten, die für 400 Gramm ein bis zwei Euro kostet. Diese ist die Hauptzutat in handelsüblichen Saucenbindern, lässt sich aber genauso gut, mit ein wenig Wasser glattgerührt, solo zum Binden von Saucen einsetzen – ganz pur und ohne Zusatzstoffe.

Tomatenketchup

Ketchup aus frischen Tomaten

Zutaten:

  • 500 g Tomaten
  • 70 ml Obstessig, z. B. Apfelessig
  • 1 Gewürznelke
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 EL Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise gemahlener Zimt
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 EL Speisestärke

Zubereitung:

Tomaten waschen, Stielansätze entfernen und Fruchtfleisch würfeln. Essig mit Zucker, Salz und Gewürzen zum Kochen bringen. Tomatenmark darin auflösen. Tomatenwürfel in den Topf geben und etwa 45 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Lorbeerblätter und Nelke entfernen und alles fein pürieren. Ketchup abschmecken. Dann die Stärke mit etwas kaltem Wasser verquirlen und in das Ketchup einrühren. Kurz unter Rühren aufkochen lassen und sofort in heiß ausgespülte Einmachgläser oder Glasflaschen mit großer Öffnung abfüllen.

Schoko-Nuss-Aufstrich

Schoko-Nuss-Aufstrich aus eigener Herstellung

Zutaten:

  • 400 g Haselnüsse
  • 4-5 EL neutrales Öl (z. B. Rapsöl)
  • 4 EL Kakaopulver
  • 1-2 Prisen Salz
  • 5-6 EL Puderzucker, Agavendicksaft, Honig o.ä. zum Süßen
  • etwas Vanille-Aroma

Zubereitung:

Haselnüsse im Ofen rösten und fein mahlen. Mit allen anderen Zutaten vermischen. Schoko-Nuss-Aufstrich in saubere Gläser füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Weitere Ideen zum Selbermachen

Die eigene Müsli-Mischung

Müsli Selbermischen

Am gesündesten ist Müsli, wenn man es selbst zusammenmixt. Wer Müll vermeiden möchte findet an den Abfüllstationen in verpackungsfreien Läden eine große Auswahl an Flocken, gepufftem Getreide, Nüssen und Trockenfrüchten.

Aber auch immer mehr Bio-Läden und Supermärkte bieten die verschiedenen Zutaten zum Selberabfüllen an. Und wer am liebsten Knuspermüsli mag, kann es ganz einfach selber machen. Unsere Bloggerin Julia verrät, wie es geht: Knuspermüsli selber machen

Nudeln – auch ohne Nudelmaschine

Selbst geformte Pasta

Zugegeben: Nudelteig mit der Nudelmaschine zu walzen und zu schneiden, bringt erhebliche Arbeitserleichterung. Nudeln in jeder erdenklichen Form kann man aber auch gut mit der Hand formen, vor allem die sogenannten kurzen Nudeln wie Farfalle, Orecchiette oder Gemelli.

Für die klassische italienische Pasta werden keine Eier verwendet, dafür Hartweizengrieß, Wasser und Salz. Nachdem die geformten Nudeln einen Tag lang getrocknet wurden, sind sie bis zu ein Jahr lang haltbar.

Unser Bloggerin Julia hat es ausprobiert: Hartweizennudeln selber machen

Gemüseaufstriche selber machen

Gemüseaufstrich mit Paprika

Wer gerne einen pflanzlichen Aufstrich auf dem Brot hat, muss diesen nicht unbedingt kaufen. Denn mit rohem oder gegartem Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und wenigen weiteren Zutaten lassen sich im Handumdrehen unendlich viele Variationen an Brotaufstrichen zubereiten – ganz nach eigenem Geschmack.

Die Weiterverarbeitung ist auch die perfekte Lösung für übriggebliebene Paprikastreifen, schlappe Kräuter oder andere Reste aus der Küche, die auf diese Weise noch ein bisschen länger haltbar sind.

Inspiration für die Zubereitung von veganen Aufstrichen liefert unsere Bloggerin Julia in ihrem Artikel Gemüse aufs Brot

Joghurt aus dem Backofen

Selbstgemachter Joghurt im Glas

Mit ein bisschen Naturjoghurt und Milch kann man ohne Probleme frischen Joghurt herstellen. Denn die Milchsäurebakterien aus dem gekauften Produkt vermehren sich auch in der Milch weiter. Dafür muss aber während der Herstellung gewährleistet sein, dass die Temperatur nicht über 45 °C steigt, damit die Bakterien nicht absterben. Dies kontrolliert man am besten mit einem Braten- oder Tee-Thermometer.

Wie das genau geht, erklärt unsere Bloggerin Judith Schritt für Schritt in ihrem Artikel Joghurt aus dem Backofen

Autorin: Melanie Kirk-Mechtel, Bonn

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