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Fisch: Fang und Zucht

Fisch und Fischereiprodukte sind beliebt - etwa 15 kg verzehrt jeder Deutsche jährlich. Der Fang stammt in erster Linie aus den Ozeanen und Aquakulturen, kaum aus der Fluss- und Seenfischerei.

Fischkutter an der norwegischen Küste mit Fangnetz
Bruno Barracuda / Fotolia.com

Wie viel Fisch verzehren wir?

Global betrachtet gelangen über 87,5 % (146,3 Mio. t) der Fischereiproduktion in die menschliche Ernährung. Das entspricht einem statistischen Konsum von jährlichen rund 20 kg Pro-Kopf der Weltbevölkerung. In Deutschland schwankt der Pro-Kopf-Verbrauch von Fisch und Fischerzeugnissen in den letzten Jahren um die 15 kg. Circa 93 Mio. t werden aus den Ozeanen gefischt und etwa 74 Mio. t stammen aus Aquakulturen. Von den untersuchten Meeresfischbeständen wurden 2013 gut 70 % innerhalb der biologischen Nachhaltigkeitsgrenzen befischt - etwa 60 % an der Nachhaltigkeitsgrenze, 10 % waren unterfischt. 31 % der Fischbestände waren überfischt (FAO, 2016).

Wie wird der Fisch gefangen?

Fischer bei der Abfüllung von Fisch gefangenen Fischen in Behälter
Fischer bei der Abfüllung von gefangenen Fischen in Behälter

Je nach Fischart und Fangplatz werden unterschiedliche Schiffstypen und Fanggeräte eingesetzt. In Deutschland gibtes nur wenige Fang- und Fabrikschiffe, die als Vollfroster in der Fernfischerei auf den Ozeanen operieren. Sie produzieren Frostfisch, Fischmehl sowie Fischöl. Sie fischen mit großen pelagischen Schleppnetzen im freien Wasser oder am Grund (Grundschleppnetze). Für pelagische Vollfroster sind beispielsweise Alaska-Seelachs, Seelachs und Makrele wichtige Fischarten. Viele deutsche Fischkutter operieren relativ küstennah, zum Beispiel in der Nord- und Ostsee. Hauptsächlich werden Schlepp- und Stellnetze sowie Baumkurren und in einigen Fällen auch Dredgen verwendet.

Für Netztypen und Maschenweiten sowie Einsatzgebiete und Einsatzzeiten gibt es eine Vielzahl von EU- und nationalen Vorschriften, die zum Arten- und Naturschutz beitragen. Ziel ist es, Ökosysteme und Meeresfauna langfristig zu schonen und zu schützen. 

Binnenfischerei und Aquakultur

In Deutschland hat die Fischzucht eine lange Tradition. Heutzutage werden in deutschen Teichwirtschaften überwiegend Regenbogenforellen und Karpfen erzeugt. Die Seen- und Flussfischerei hat bei uns eine geringe Bedeutung, wird aber auch noch praktiziert. Die Haltungssysteme in der Teichwirtschaft sind vielfältig und reichen von Natur- und Erdteichen bis hin zu künstlichen Rinnen und Beckenanlagen, in denen die Tiere mit ausreichend Sauerstoff und qualitativ hochwertigem Futter versorgt werden.

Seit einiger Zeit kann das für die Fischzucht genutzte Wasser in sogenannten Kreislaufanlagen aufbereitet und wiederverwendet werden. Spezielle Filtereinrichtungen reinigen das Wasser und fügen wichtige Nährstoffe sowie Sauerstoff und Wärme hinzu. Dadurch ist eine standortunabhängige Zucht von Fischen möglich, also ohne an einem Bach oder einer Quelle zu liegen. Diese technisch anspruchsvolle Haltungsform kommt für hochpreisige Fische, wie zum Beispiel Aal, Wels, Stör und Steinbutt, infrage. Weitere bedeutende Fische aus der Aquakultur sind Pangasius, Tilapia (Süßwasser), Dorade Royale, Wolfsbarsch und Weißer Heilbutt (Seewasser).

Weitere Informationen zur Fischproduktion

Wie hoch ist die deutsche Eigenproduktion?

Die Eigenproduktion der deutschen See- und Binnenfischerei sowie Aquakulturen deckt lediglich einen Anteil von rund 24 %. Der bedeutendste Fischereizweig ist die küstennahe Kutterfischerei in der Nord- und Ostsee. Sie versorgt uns mit Frischfisch, Garnelen und Muscheln. Importe haben somit die größte Bedeutung für die Versorgung des deutschen Marktes. Seefische dominieren dabei das Sortiment. Alaska-Seelachs, Thunfisch und Hering sind die bedeutendsten Fischarten, gefolgt von Kabeljau und Köhler. Die wichtigsten Süßwasserfische sind Lachs, Forelle und Welse (darunter auch Pangasius).

Welche Perspektive hat die Aquakultur?

Die Versorgung mit Fisch, Krusten- und Schalentieren befindet sich weltweit im Umbruch. Durch das globale Bevölkerungswachstum wird der Eiweißbedarf weiter steigen. Die Anlandungen von Fisch stagnieren beziehungsweise sind bereits rückläufig. Damit erlangt die Aquakultur eine zunehmende Bedeutung. Sie gilt als Hoffnungsträger bei der künftigen Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln aus dem Meer. In Deutschland gibt es 2.957 Aquakulturbetriebe (Stand 2016), die 19.283 t Fisch und rund 13.200 t Miesmuscheln erzeugen. Hohe Produktionszuwächse in der konventionellen Aquakultur wird es hauptsächlich außerhalb Europas geben. In Europa wird ein Zuwachspotenzial bei Kreislaufanlagen gesehen.

Seit wann gibt es ökologische Aquakultur?

Die ökologische Aquakultur ist seit dem 29. Juni 2009 Bestandteil der EU-Bio-Verordnung. Einige Anbauverbände wie Naturland und Bioland in Deutschland, Ernte in Österreich oder die Soil Association in Großbritannien haben eigene Richtlinien für die Bio-Fischzucht erarbeitet. Auf ihren Produkten finden sich der Name (und das Logo) des jeweiligen Ökoverbandes sowie Angaben zur ökologischen Aufzucht. Naturland - Verband für ökologischen Landbau e. V. zählt zu den Anbauverbänden, die ausführliche Richtlinien zur ökologischen Aquakultur erarbeitet haben. Der Verband entwickelte bereits 1996 in Pionierarbeit Richtlinien für die ökologische Aquakultur und war am Prozess in Brüssel maßgeblich beteiligt.

Was sind die Kriterien für die ökologische Aquakultur?

Kriterien der ökologischen Aquakultur sind z. B. eine natürliche Fortpflanzung beziehungsweise Laichgewinnung, eine geringere Besatzdichte, um eine artgerechte Haltung zu ermöglichen und den Ausbruch von Seuchen einzuschränken und das Futter muss aus anerkannt ökologischer Erzeugung stammen. In der Öko-Fischhaltung müssen beim Einsatz von Medikamenten die doppelten Wartezeiten eingehalten werden. Der natürliche Lebensraum soll erhalten bleiben und der Eintrag von Nährstoffen durch Abfallprodukte minimiert werden. Der Einsatz von Antibiotika und Fungiziden soll reduziert werden. Wildlebende Bestände sollen nicht unter der Futtermittelproduktion leiden. Ein Entweichen kranker oder genetisch unterschiedlicher Tiere soll minimiert werden. Es dürfen keine Hormonpräparate verwendet werden.

Autor: Rüdiger Lobitz, BLE

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