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Fleisch und Milch

Die Weltbevölkerung wächst und muss ernährt werden. Dadurch steigt auch die Nachfrage nach tierischen Lebensmitteln, die eine bedeutende Nahrungsquelle für den Menschen sind.

Kühe auf der Weide
aid

(bzfe) – Die Weltbevölkerung wächst und muss ernährt werden. Dadurch steigt auch die Nachfrage nach tierischen Lebensmitteln, die eine bedeutende Nahrungsquelle für den Menschen sind. Offenbar kann die globale Milch- und Fleischproduktion deutlich gesteigert werden, wenn die Erzeuger ihre Weideflächen effizienter nutzen. Das ist das Resultat einer Studie des Instituts für Soziologie in Wien der Alpen-Adria-Universität.

Viele Weiden haben starke saisonale Wachstumsmuster. Es gibt produktive Phasen im Sommer und unproduktive Phasen im Winter bzw. in Trockenzeiten. Allerdings braucht das Vieh durchgängig Futter, sodass diese saisonalen Variationen und die Verfügbarkeit von Alternativfutter sowie die Lagerkapazitäten für Futtermittel den Viehbestand in der Region beeinflussen.

Die Wissenschaftler untersuchten das Zusammenspiel von saisonalen Veränderungen des Biomassewachstums und der Landnutzungsintensität von Weideflächen für Rinder, Milchkühe, Schafe und Ziegen. Es zeigte sich, dass etwa 40 Prozent der natürlichen Wiesenflächen rund um den Globus das Potenzial für eine effizientere Nutzung haben. Mit entsprechenden Maßnahmen wie einem geeigneten Weidemanagement könnten im Vergleich zum Jahr 2000 etwa fünf Prozent mehr Milch und vier Prozent mehr Fleisch erzeugt werden. Wenn keine erhöhte Produktion angestrebt wird, wären auf diese Weise rund 2,8 Millionen Quadratkilometer Grünfläche für andere Zwecke verfügbar.

„Weideflächen gelten als wesentlicher Faktor bei der Steigerung der Nahrungsmittelproduktion zur Deckung des zukünftigen Nahrungsmittelbedarfs der Weltbevölkerung“, erklärt Studienleiterin Tamara Fetzel. „Um dieses Ziel nachhaltig zu erreichen, sollten wir uns auf eine effizientere Nutzung der derzeit verfügbaren Landressourcen konzentrieren, statt neue Flächen – beispielsweise durch Entwaldung – zu erschließen.“ Wie groß der Effekt ist, hängt von einer Vielzahl klimatischer, biologischer und sozioökonomischer Faktoren ab. Die Ergebnisse der Studie ermöglichen nun eine realistischere Einschätzung der maximalen Nutzungsintensität von Weiden, erklären die Wissenschaftler im Fachblatt „Global Change Biology“.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.aau.at

http://pure.iiasa.ac.at/14184/

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