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Fleischersatz - brauche ich das?

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Die Sonne scheint - die Grillsaison startet - ich freue mich schon auf glühende Kohlen und gesellige Runden. Worauf ich mich weniger freue, sind die Fleischberge, die bei solchen Gelegenheiten

Die Sonne scheint - die Grillsaison startet - ich freue mich schon auf glühende Kohlen und gesellige Runden. Ich grille kein Fleisch, dafür gerne Maiskolben, Käsepäckchen und Gemüsescheiben - letztes Jahr haben es mir Auberginen besonders angetan. Aber Würstchen oder Fleisch sind einfach praktisch, vor allem, wenn wir nicht zu Hause grillen. Deshalb stehe ich immer mal wieder vor dem Regal mit den Fleischersatzprodukten und suche Neues, denn auch wenn viele Produkte ganz gut schmecken, so richtig überzeugt hat mich bisher keins.

gebratenes Lupinenschnitzel mit Bratkartoffeln und Möhrengemüse
Julia Icking, Bonn

Ich habe schon viele vegetarische Würstchen probiert. Was es gibt und wie sie mir geschmeckt haben, könnt ihr im Artikel Vegetarische Grillwürstchen - Modeprodukt oder echte Alternative nachlesen. Soja, Seitan und Mykoprotein sind für mich also alte Bekannte, vor kurzem habe ich Lupinen entdeckt.

Heimische Hülsenfrucht Lupine

Der große Vorteil der Lupine: Sie ist in Deutschland zu Hause. Die bohnenähnlichen Samen zählen zu den Hülsenfrüchten und enthalten richtig viel und besonders hochwertiges Eiweiß. Ich musste die Produkte zwar ein bisschen suchen, habe aber letztendlich ein Lupinen-Filet im Kühlregal gefunden. Weil die Grillsaison ja noch nicht so richtig gestartet ist, kam es in die Pfanne. In etwas heißem Öl gebraten, entsteht rasch eine knusprig braune Kruste. Neben Bratkartoffeln und Möhrengemüse macht es sich ganz gut auf dem Teller. Das „Filet“ schmeckt würzig und mild, gar nicht schlecht. Die Konsistenz ist eher fest, nicht unangenehm, aber man merkt natürlich, dass kein Fleisch auf dem Teller liegt. Den Geschmack machen neben der Lupine selber Gemüse, Gewürze, Steinpilzpulver und Kräuter aus. Die Zutatenliste ist also lang, kommt aber ohne Verdickungsmittel oder andere Zusatzstoffe aus. Das gilt übrigens auch für die Lupinen-Rostbratwürstchen, die ich gleich mitgekauft habe.

Warum essen Vegetarier Fleischersatz?

Die grundsätzliche Frage, warum Vegetarier Fleischersatz essen, habe ich für mich ja oben schon beantwortet. Ich greife zu vegetarischen Würstchen und Co, weil es praktisch ist. Sonst habe ich eher kein Bedürfnis danach. Das liegt auch daran, dass Seitan-Würstchen, Veggie-Bolognese und Sojaschnitzel genauso hochverarbeitet sind, wie ihre fleischigen Kollegen. Eine Bolognese mit Hackfleisch würde ich auch selber zubereiten. Oder ein paniertes Schnitzel.

Ich kann verstehen, dass der Markt mit Fleischalternativen brummt. Wer weniger Fleisch essen, aber nicht viel Zeit zum Kochen aufwenden möchte, kommt mit den Produkten schnell ans Ziel. Klassische Rezepturen bleiben erhalten. Das macht das fleischfreie Leben einfacher.

Wer weniger Fleisch essen möchte, um das Klima zu schützen, muss allerdings genau hinschauen. Denn wenn die Zutaten einmal um die halbe Welt fliegen und dann noch aufwendig verarbeitet werden, ist es mit der guten Klimabilanz pflanzlicher Speisen vorbei. Es ist wie so oft ein Spiel mit vielen Variablen. Wer mehr über mögliche Zutaten, die Klimabilanz und den Nährwert von Fleischersatzprodukten lesen möchte, klickt hier Fleischersatzprodukte: Seitan, Tofu, Lupine, Quorn - das "who is who" der Fleisch-Alternativen. Ich bleibe dabei: Ab und zu auf dem Grill, finde ich Fleischersatzprodukte praktisch, im Alltag koche ich anders. In Aufläufen, Pfannengerichten und Eintöpfen vermisse ich Fleisch nicht.

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