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Foodblogger als Ernährungsexperten?

Manche von Foodbloggern gehypte Zutaten und Trends haben ihre Schattenseiten.

Bild mit verschiedenen SocialMedia Begriffen.
pixabay

(BZfE) – Über 1.000 deutsche Foodblogs versorgen uns mit kreativen Rezepten. Professionelle Fotos lassen uns das Wasser im Munde zusammenlaufen und locken uns via Instagram, Pinterest oder Facebook auf toll gestaltete Blogs. Dort geht es um Genuss, um Selberkochen und aktuelle Trends. Die Blogger verraten ihre Lieblingsrezepte, schreiben mit einer Portion Humor über ihre Erfolge und Misserfolge in der Küche und sind dabei immer authentisch.

Drehen sich ihre Blogs um saisonale Gemüseküche, vegetarische Grillrezepte oder bunte Cupcakes motivieren sie die Menschen damit zu einer abwechslungsreichen Ernährung mit frischen Zutaten, einem nachhaltigen Lebensstil und zu bewusstem Genuss.

Manche von Foodbloggern gehypte Zutaten und Trends haben aber ihre Schattenseiten. Aktuelles Beispiel: Aktivkohle zur Herstellung von schwarzen Smoothies oder Eis. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, lässt davon besser die Finger. Auch Blogger, die sich ohne fachlichen Hintergrund als Ernährungsexperten positionieren, sind buchstäblich mit Vorsicht zu genießen. Wer eine glutenfreie Ernährung für jedermann empfiehlt, hat die Zusammenhänge nicht verstanden. Kein Wunder, denn dazu braucht es mehr als persönliche Erfahrungen, eine Recherche im Internet oder einen Crash-Kurs zum nicht geschützten Begriff des „Ernährungsberaters“ (im Gegensatz zu „zertifizierten Ernährungsberatern“).

Menschen, die sich von Bloggern nicht nur Anregungen für abwechslungsreiches Kochen versprechen, sondern Hilfe in Ernährungsfragen suchen, sollten vorab gründlich überprüfen: Wer schreibt hier eigentlich? Welche Ausbildung hat er absolviert? Steckt ein materielles Interesse hinter den Tipps und Empfehlungen?

Auf letzteres können Hinweise wie „enthält Werbung“ deuten. Dann ist eine gewisse kritische Distanz ratsam. Im Idealfall hat der Blogger, der zu Ernährungsfragen Stellung nimmt, ein passendes wissenschaftliches Studium absolviert, ist zertifizierter Ernährungsberater oder gelernter Diätassistent. Wer solch eine Ausbildung vorweisen kann, weiß, worüber er spricht und stellt schwierige Sachverhalte differenziert dar. Und der verrät seine berufliche Herkunft gerne im „über mich“ oder Impressum.

Auch bei allen anderen können Blogposts zu komplexen Ernährungsthemen, Ernährungsstilen und -trends gut recherchiert und richtig dargestellt sein. Im Zweifel und besonders dann, wenn radikale Ernährungsumstellungen empfohlen werden, lohnt sich ein Nachforschen bei unabhängigen Organisationen wie dem Bundeszentrum für Ernährung.

Gabriela Freitag-Ziegler, www.bzfe.de

Weitere Informationen rund um das Thema Foodblogs und Beispiele für bloggende Ernährungsfachkräfte gibt es hier: https://www.bzfe.de/inhalt/foodblogger-bestens-vernetzt-zum-erfolg-31966.html

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