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Foodblogger: Bestens vernetzt zum Erfolg

Foodblogger genießen mit ihren kreativen Rezepten, spannenden Beiträgen und tollen Fotos große Aufmerksamkeit. Es wird Zeit, endlich mitzumischen!

Kürbiskuchen
nata_vkusidey / Fotolia.com

Wer sich fragt, wie heute über Ernährung, Essen und Trinken kommuniziert wird oder wie er selbst mit seinen Botschaften Gehör findet, kommt nicht an Social Media vorbei: Auf Facebook, Twitter, Instagram oder Pinterest sprudelt ein nie versiegender Quell an Informationen, Meinungen und Tipps, Fotos, Rezepten und Videos – im Sekundentakt veröffentlicht von Millionen von Nutzern. Mittendrin die Foodblogger, die über diese Kanäle ihre Beiträge bewerben, um mehr Reichweite zu erhalten und sich mit Gleichgesinnten und Lesern auszutauschen.

Foodblogs in Deutschland

Fotograf / Foodblogger fotografiert Essen mit digitaler Kamera
Erfolgreiche Foodblogger sind oft sehr gute Fotografen

Vor etwa zehn Jahren erschienen die ersten Foodblogs in Deutschland auf der Bildfläche. Heute gibt es bei uns vermutlich weit über 1.000 Exemplare. Deren Herzstück sind kreative Rezepte, die die Foodblogger mit klaren Anleitungen zur Zubereitung posten. Ganz wichtig sind professionelle Fotos, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Im Vordergrund stehen meist der Genuss und das Selberkochen. Dabei decken manche Foodblogger alle Rubriken ab, andere haben sich auf Nischen wie „Vegane Cupcakes“, „Kochen für Kinder“, „Glutenfreies Leben“ oder „Männer am Herd“ spezialisiert. Erfolgreiche Foodblogger können gleichermaßen gut kochen und fotografieren. Viele betreiben das Ganze als Hobby und aus Spaß. Andere sind Profi-Köche, Foodjournalisten oder Kochbuchautoren und so erfolgreich, dass sie mit ihren Blogs Geld verdienen, zum Beispiel als Kooperationspartner der Lebensmittelindustrie.

Foodblogger als Ernährungsberater und Trendsetter

Gelingt es Foodbloggern, mehr Menschen zum Kochen und zu gesundem Genuss zu motivieren, ist allein diese Tatsache Gold wert. Denn eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil lassen sich leichter realisieren, wenn frische, möglichst unverarbeitete Lebensmittel im Spiel sind. Darüber hinaus wird es kompliziert und es stecken in der grundsätzlichen Wertschätzung für die Aktivitäten der Foodblogger auch Risiken: Denn viele Foodblogger propagieren bestimmte Ernährungsformen – zum Beispiel vegetarisch, vegan, paleo, low carb – oder äußern sich zu Lebensmittelunverträglichkeiten wie Gluten-, Laktose- und Histaminintoleranz.

Wie sehr diese Informationen und Meinungen der gängigen Lehrmeinung entsprechen, hängt jedoch sehr davon ab, wie viel gesichertes Ernährungswissen dahinter steckt. Dabei reicht die Bandbreite von der persönlichen Erfahrung bis zur Absolvierung eines ernährungswissenschaftlichen Studiums. Besonders kritisch wird es, wenn sich ein Foodblogger ohne fundierte Ausbildung als Ernährungsberater positioniert, möglicherweise nachdem er sich allenfalls in einer kurzen Fortbildung ein paar Grundlagen angeeignet hat. Nach einer Umfrage von kommunikation.pur werden viele Foodblogger tatsächlich regelmäßig um ernährungsbezogene Tipps oder Empfehlungen gebeten. Die meisten gehen damit aber sehr vorsichtig um und sind sich ihrer Verantwortung bewusst.

Die Berufsbezeichung "Ernährungsberater" ist gesetzlich nicht geschützt. Das gilt genauso für "Ernährungstherapeut", "Ernährungscoach" oder "Gesundheitsberater". Der Artikel "Traumberuf Ernährungsberater" gibt einen Überblick über Qualifizierungsangebote für Schulabgänger, Berufsanfänger und Quereinsteiger.

Von Foodbloggern lernen

Interessanterweise erscheinen erfolgreiche Foodblogger heute nicht mehr nur online, sondern präsentieren sich und ihre Rezepte in Zeitschriften oder veröffentlichen sogar Kochbücher. Auch als Ernährungsexperten werden sie befragt. Umso wünschenswerter wäre es, wenn zertifizierte Ernährungsberater und andere Ernährungsfachkräfte als Foodblogger aktiv werden. Nicht, um mit klassischen Foodbloggern in den Foto- und Rezeptwettbewerb zu treten, sondern um über das Medium Foodblog ihre fachliche Expertise in den Ring zu werfen und sichtbarer für alle zu werden.

Dabei können sie sich an gut gemachten Foodblogs orientieren: Dort treffen sie in der Regel auf authentische Blogger, die Persönlichkeit zeigen, ein gewisses Maß an Emotionalität zulassen und ihre Rezepte und Ideen mit spannenden Geschichten über die Herkunft der Zutaten, über Erfolge und Misserfolge in der Zubereitung garnieren. Sie stecken viel Zeit und Liebe in ihre Beiträge und brauchen keinen erhobenen Zeigefinger.

Ein guter Blog lebt von Interaktion und Meinungsaustausch: Die Community aus Foodbloggern gleicher Interessen und Lesern diskutiert und teilt direkt auf dem Blog via Kommentarfunktion oder auf Facebook und Co. Neuigkeiten und Erfahrungen. So stärken Foodblogger sich und ihre Themen gegenseitig durch eine geschickte Vernetzung. Für mehr Reichweite sorgen thematische Blogparaden oder Challenges und natürlich das geschickte Bespielen der relevanten Social-Media-Kanäle mit passenden Hashtags wie #saisonalschmecktbesser oder #synchronbacken. Viele Foodblogger verlinken auch in sogenannten Blogrolls von ihrem Blog zu einer ganzen Liste anderer Blogger.

Ernährungsexperten als Foodblogger

Natürlich haben Oecotrophologen, Ernährungswissenschaftler und Diätassistenten nicht Kochen studiert oder Foodfotografie gelernt. Vielmehr haben sie in jahrelanger Ausbildung ein umfangreiches Fachwissen zu ernährungsmitbedingten Krankheiten und einem präventiven Lebensstil oder zur Warenkunde von Lebensmitteln und Getränken erworben. Aber was spricht dagegen, dieses Wissen so zu verpacken, dass es gerne gelesen wird und beim Leser eine allmähliche Verhaltensänderung bewirkt? Dazu ist ein Blog gut geeignet, vorausgesetzt, jemand schreibt grundsätzlich gerne und hat auch Spaß, sich in den sozialen Medien zu tummeln. Schon heute gibt es eine Reihe solcher Blogs von Ernährungsexperten. Manchmal spielen dort auch Rezepte eine Rolle, die dann idealerweise durch spannende Infos aus dem Expertenwissen ergänzt werden.

Logo Twitter weißer Vogel in blauem Quadrat
Folgen Sie uns auf @bzfe_de oder @waswiressen.

Zugegeben, solch ein Blog und die damit verbundenen Social-Media-Aktivitäten bereiten zusätzliche Arbeit, deren Erfolg sich nicht kurzfristig bemessen lässt. Auf lange Sicht dienen sie aber zu einer Profilierung in der Online- und Offline-Welt. Das ist vor allem für Freiberufler und Selbständige wichtig. So zeigen zertifizierte Ernährungstherapeuten und als PR-Berater, Journalisten oder Online-Redakteure tätige Oecotrophologen ihre Expertise und präsentieren sich und ihr Angebot potentiellen Kunden. Indem sie sich gegenseitig verlinken, retweeten oder liken und offensiv passende Hashtags nutzen, die ihre Botschaften transportieren, wächst ihre Sichtbarkeit im Netz. Jüngstes Beispiel, wie so etwas funktionieren kann, ist der Hashtag #initiativeproernaehrungsberatung, mit dem Ernährungsberater sich gegen die Idee wehren, Beratung zu einer gesunden Ernährung könne von Empfängern eines solidarischen Grundeinkommens ohne weitere Qualifikation übernommen werden. 

Logo Facebook weißes f auf blauem Grund
Besuchen Sie uns auf Facebook unter @bzfe.bund.

Dabei gilt: Je mehr mitmachen, desto größer die Aussicht auf gemeinsamen Erfolg. Dazu gehören auch die Verbände und Organisation, die ihrerseits durch Blogs, Newsletter und das Nutzen von Social-Media-Accounts eine wichtige Rolle in einer seriösen, aber dennoch spannenden Ernährungskommunikation einnehmen können. 

Wichtige Fragen vor dem Start eines Blogs

Wie viel Zeit und Lust habe ich, einen Blog zu betreiben?

Welche Erwartungen und Ziele verbinde ich mit meinem Blog?

Welche Zielgruppen möchte ich erreichen?

Über welche Themen möchte ich grundsätzlich bloggen?

Gibt es interessante Nischen, die ich besetzen kann?

Auf welchem Gebiet bin ich Experte und möchte andere an meinem Wissen teilhaben lassen?

Wie finde ich Ideen für interessante Blogbeiträge mit Mehrwert für meine Leser?

Woher nehme ich gute Fotos zur Illustration?

Über welche Netzwerke bzw. Social-Media-Kanäle kann ich meine Blogbeiträge verbreiten?

Viele wichtige Tipps für Bloganfänger finden sich zum Beispiel auf karrierebibel.de

 

Hier bloggen Ernährungsexperten

Startseite Podcast Verena Franke
Herz auf der Zunge

Verena Franke
ist Diätassistentin, Oecotrophologin, Social-Media- und Community-Managerin. Auf ihrem Podcast Herz auf der Zunge spricht sie über aktuelle Foodtrends und gibt knackige Infos zu vielen Ernährungsfragen.

"Hier gibt es Klartext in Sachen Ernährung mit einem Augenzwinkern und ganz viel Humor."
Startseite Blog von Melanie Kirk-Mechtel
Ernährungskommunikation & mehr

Melanie Kirk-Mechtel
ist Oecotrophologin, Fachjournalistin und PR-Beraterin. Auf ihrer Website Melanie Kirk-Mechtel bloggt sie zu Ernährung, Kommunikation und Grünes. Unter melas Montag veröffentlicht sie dazu aktuelle Linktipps.

"Mein Blog soll die Themen widerspiegeln, für die ich mich interessiere, und etwas über mich und meine Einstellung zu meinen Schwerpunkten verraten."

 

Startseite Blog von Dr. Alexa Iwan
good food blog

Dr. Alexa Iwan
ist promovierte Ernährungswissenschaftlerin. Auf good food blog verrät sie ihre  persönlichen Ansichten zu einer ausgewogenen Ernährung, gibt Tipps und postet gesunde und leckere Rezepte.

"Mit meinem Blog möchte ich nicht missionieren, sondern einfach ein paar gesunde Ideen für das tägliche Leben liefern."
Startseite Tellerandblog Dr. Friedhelm Mühleib
Tellerrandblog

Dr. Friedhelm Mühleib
ist Journalist und promovierter Ernährungswissenschaftler. Auf Tellerandblog schreibt er über Ernährungspolitik, Esskultur und Gastrosophie, aber auch über Hunger und Mangelernährung.

"Ich verstehe diesen Blog als persönliches Journal, in dem ich für mich und meine Leser über Aktuelles berichte und kommentiere, was auf den Teller kommt und über den Tellerrand hinaus passiert."
Blog Susanne Hagedorn Selbstständig als DA
Selbst-ständig (als) DA

Susanne Hagedorn
ist Diätassistentin und VDD-zertifizierte Ernährungsberaterin. Auf Selbst-ständig (als) DA berichtet sie seit 2012 über ihre Erfahrungen aus der Beratungspraxis.

"Nach all diesen Jahren gibt es immer etwas zu schreiben und es macht einfach nur Spaß."
Ernährungsmedizinblog von Prof. Dr. Martin Smollich
Ernaehrungsmedizin.blog

Prof. Dr. Martin Smollich
ist Leiter der Arbeitsgruppe Pharmakonutrition am Institut für Ernährungsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Lübeck. Auf Ernaehrungsmedizin.blog setzt er sich kritisch mit Ernährungstrends und wissenschaftlichen Studien auseinander.

"Auf diesen Seiten finden Sie eine verlässliche Informationsquelle, die fundiert, kritisch und immer industrieunabhängig ist."

 

Autorin: Gabriela Freitag-Ziegler

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Die BZfE-Bloggerinnen stellen sich vor!

Hier posten die Was-Wir-Essen-Bloggerinnen mehrmals pro Woche aus ihrem Alltag als junge Mutter, Experimentierköchin und Lebensmittelentdeckerin sowie grünverliebte Gartenfachfrau.

Titelbild Ernährung im Fokus Ausgabe 03-04/2018 mit rotblonder Frau

Leseprobe

Ernährung im Fokus

Die Berufsbezeichung "Ernährungsberater" ist gesetzlich nicht geschützt. Das gilt genauso für "Ernährungstherapeut", "Ernährungscoach" oder "Gesundheitsberater". Der Artikel "Traumberuf Ernährungsberater" gibt einen Überblick über Qualifizierungsangebote für Schulabgänger, Berufsanfänger und Quereinsteiger.

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