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Foodcoops

Lebensmittel einkaufen, möglichst Bio, aus der Region oder fair gehandelt – ohne viel Geld auszugeben? Foodcoops machen´s möglich.

Zucchinis auf einer Waage
Tom Albrecht, Bundesarbeitsgemeinschaft der Lebensmittelkooperativen e. V.

Ökolebensmittel und Fair-Trade-Produkte sind in der Regel teurer als konventionelle. Daher sind üppige Einkäufe im Bio- oder Naturkostladen leider meist besser verdienenden Schichten vorbehalten.

Wie auch Menschen mit kleinem Geldbeutel in den Genuss nachhaltig erzeugter und gehandelter Lebensmittel kommen können, zeigen Foodcoops. Nach dem Motto „Wer nicht viel Geld hat, bringt Zeit mit“ können Mitglieder solcher Kooperativen durch persönliches Engagement bis zu 50 Prozent günstiger als im Bioladen einkaufen.

Viel bestellen – weniger bezahlen

Das Prinzip einer Foodcoop ist einfach: Eine Gruppe Menschen bestellt gemeinsam große Mengen Lebensmittel beim Großhändler. Die Foodcoop umgeht auf diese Weise den Einzelhandel und kann die Lebensmittel zu günstigeren Preisen an seine Mitglieder abgeben. Doch das ist noch nicht alles.

Eine Idee - unterschiedliche Strukturen

Die Idee ist nicht neu. Erste Foodcoops entstanden in den 1970er Jahren. Seitdem entwickelten sich in Deutschland verschiedene Foodcoops, die teilweise sehr unterschiedliche Strukturen haben (siehe FAQ). Eine klare Abgrenzung zu Gruppierungen wie Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften ist daher manchmal schwierig.

Regional und fair gehandelt

Durch Sammelbestellungen kommt in der Regel so viel Menge zusammen, dass es sich auch für (kleinere) Ökobauern in der Region lohnt, Gemüse und Obst zu günstigeren Konditionen und über weitere Distanzen (z. B. in die Stadt) zu liefern. Damit unterstützen Foodcoops ganz wesentlich auch regionale Erzeuger. Ein dritter wesentlicher Grundsatz der meisten Foodcoops ist: Wo möglich, werden fair gehandelte Produkte im Sortiment gelistet.

Ohne Mitarbeit geht´s nicht

Grundsätzlich wird in Foodcoops ein gewisses Maß an Mitarbeit vorausgesetzt. Denn irgendwer muss die Lebensmittel ja schließlich bestellen, entgegennehmen, sortieren und verteilen. Damit die Mitglieder bequem vom heimischen PC aus bestellen können, bedarf es zudem findiger Menschen, die sich mit der Softwareentwicklung und -verwaltung auskennen. Wie viel jeder mitarbeiten muss, hängt letztlich von der Organisationsstruktur der Foodcoop ab.

Woher kommt der Name?

Der Name „Foodcoop“ leitet sich aus dem englischen „Food Cooperative“ ab. Die deutsche Übersetzung lautet Lebensmittelkooperative. In Deutschland hat sich allerdings der englische Begriff „Foodcoop“ durchgesetzt.

Foodcoop ist nicht gleich Foodcoop

Laut der Bundesarbeitsgemeinschaft der Lebensmittelkooperativen gibt es in Deutschland derzeit über 3.000 Foodcoops, die alle etwas anders funktionieren. Grundsätzlich unterscheidet man drei verschiedene Typen:

  • Die Bestellfoodcoop, bei der lediglich gemeinsam bestellt wird,
  • die Lagerfoodcoop, bei der ein gemeinsames Warenlager unterhalten wird,
  • und die Foodcoop mit Mitgliederladen, bei der eingestelltes Personal für den Unterhalt eines gemeinsamen Ladens sorgt (siehe FAQ).

Mehr als nur günstiger einkaufen

Foodcoops sind weit mehr als nur günstige Einkaufsmöglichkeiten. Sie sind Orte des sozialen Miteinanders, wo sich Menschen Austauschen und gemeinsam aktiv werden können. Foodcoops bringen in der Regel Menschen mit einem hohen Umwelt- und Sozialbewusstsein zusammen, die sich für regional und ökologisch erzeugte Lebensmittel interessieren. Ähnlich einer Genossenschaft sind Foodcoops freiwillige, kooperative Zusammenschlüsse, in denen alle Mitglieder eine Stimme haben.

Weitere Informationen zu Foodcoops

Welche Typen Foodcoops gibt es?

Die einfachste Form einer Foodcoop ist die Bestellfoodcoop. Hier sammeln die Mitglieder ihre Bestellungen und passen sie den lieferbaren Gebindegrößen der Großhändler an. Nach der Lieferung werden die Waren direkt und zu einem festen Termin auf die Mitglieder verteilt, sodass keine oder nur vorrübergehend Lagerfläche benötigt wird. Bei der Bestellfoodcoop können Mitglieder in der Regel am meisten sparen, da hier der geringste Aufwand für Verwaltung und Lagerung betrieben wird.

Bei einer Lagerfoodcoop mieten die Mitglieder einen gemeinsamen Ladenraum an und müssen diesen auch mitfinanzieren. Bestellungen werden in diese Lagerräume geliefert, wo sie dann von den Mitgliedern in den gewünschten Mengen "eingekauft" werden können. Vorteil ist ein höheres Maß an Flexibilität: Jedes Mitglied verfügt über einen Schlüssel und kann jederzeit zum Lagerraum. Außerdem muss man sich nicht schon vor der Bestellung und Lieferung darauf festlegen, welche Lebensmittel später eingekauft werden. Der Nachteil: Es fällt Schwund an, das heißt, Lebensmittel die keiner haben will. Dadurch und durch die Lagermiete fallen höhere Kosten als bei der reinen Bestellfoodcoop an.

Eine Foodcoop-Form die sich nur noch wenig vom Einkaufen im Laden unterscheidet ist die Foodcoop mit Mitgliederladen. Ein Mitgliederladen gibt die Waren entweder nur an Mitglieder oder an Mitglieder vergünstigt ab. Die Arbeiten im Laden werden entweder von Mitgliedern oder durch Angestellte erledigt. Der finanzielle Aufwand ist hoch. Und daher sind Foodcoops mit Mitgliederläden auch nur noch wenig preiswerter als herkömmliche Bioläden.

Wie gründet man eine Foodcoop

Wer keine passende Foodcoop in der näheren Umgebung findet, kann eine eigene gründen. Voraussetzung ist, dass man eine Gruppe gleichgesinnter Menschen zusammenbringt, mit denen man gemeinsam die Mindestbestellmengen der Großhändler erreicht. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Lebensmittelkooperativen e. V. stellt einen Gründungsleitfaden für Foodcoops bereit und hilft bei Fragen und Problemen.

 

Autor: Jörg Planer, Meckenheim

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