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Frisch vom Acker: Bio-Kiste

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Nach längerem Zögern habe ich mich erstmals an einer Bio-Kiste im Abo versucht – und bin begeistert.

Dass ich dieses Jahr erstmals Pak Choi ausgesät habe, verdanke ich nicht etwa meiner Gemüseneugier, sondern meinem Bio-Kisten-Abo, von dem ich ohnehin noch berichten wollte. Aber der Reihe nach.

Mann trägt mit Gemüse gefüllte Holzkiste
Kalim / stock.adobe.com

Das Modell der Bio-Kiste gibt es ja schon echt lange und es sind diverse Anbieter am Markt. Bei vielen kann man sich längst nicht nur die eigenen Hof-Produkte liefern lassen, sondern noch viel mehr.

  • Standard ist das klassische Überraschungs-Abonnement mit saisonalen Produkten aus eigenem Anbau, bei dem vorher lediglich der Preis oder eine Preisspanne festgelegt ist.
  • Viele Anbieter kooperieren mit weiteren regionalen Anbietern und ergänzen das angebotene Sortiment dadurch zum Beispiel um Kräuter, Obst oder Bio-Backwaren.
  • Einige kaufen auch Bio-Produkte aus EU- und Nicht-EU-Ländern zu, um ein komplettes, aber saisonal ausgerichtetes Obst- und Gemüsesortiment anbieten zu können.
  • Bei manchen kann man online aus einem riesigen Bio-Sortiment von Milchprodukten bis hin zur Naturkosmetik wählen. Der Anbieter tätigt dann im Auftrag seiner Kunden einen Großeinkauf und verteilt ihn gemäß Bestellung auf die ohnehin zu liefernden Kisten.

Abo-Kiste vs. lokaler Einzelhandel?

Ich hatte immer mal wieder mit dem Gedanken an ein solches Abo gespielt, aber zunächst gezögert. Zum einen weil ich eigentlich gerne den lokalen Einzelhandel unterstütze und klar, alle Lebensmittel, die ich per Abo bekomme, kaufe ich nicht mehr hier vor Ort. Andererseits helfe ich mit dem Abo-Kiste regionalen Erzeugern und damit der Basis selbst. Zumal es in der Realität zumindest bei mir so war, dass ich beim örtlichen Obst- und Gemüsehändler vieles nicht in Bio-Qualität bekommen habe und dann bei der Supermarktkette gelandet bin.

Gute Ökobilanz trotz Fahrerei?

Geschwankt habe ich zunächst auch in puncto Ökobilanz. Die Lieferdienste der normalen Supermarktketten finde ich zum Beispiel absolut pervers, weil hier meiner Einschätzung nach tatsächlich nur Zusatzkilometer zugunsten der Bequemlichkeit gefahren werden. (Gebrechliche Menschen und Kranke mal ausgenommen, aber die stellen vermutlich nur einen kleinen Teil der Zielgruppe dar.)
Sind Zusatzkilometer zugunsten von Bio-Lebensmitteln da wirklich besser? Leider gibt es (noch) keinen entsprechenden Onlinerechner, der die jeweiligen Bedingungen vor Ort abfragt und dann die Ökobilanzen vergleicht – falls ihr einen kennt, immer hier mit dem Link :-) .

Ich schätze aber, dass die Abo-Kiste in meinem ganz persönlichen Fall doch sinnvoll ist:

  • Ich wohne in einem Stadtteil, in dem es keinen Bio-Supermarkt gibt und nur ein begrenztes Angebot an Bio-Produkten; das meiste davon trägt zudem nur das EU-Bio-Siegel.
  • Wenn ich zum nächsten Bio-Supermarkt fahren würde, kämen einige Kilometer zusammen. Alternativ blieben also nur Nicht-Bio-Produkte, die noch dazu selten regional produziert werden.
  • Der Anbieter, den ich mir herausgesucht habe, ist ein regionaler Bioland-Betrieb, toppt also das Bio-Siegel.
  • Das Obst- und Gemüseangebot ist saisonal ausgerichtet.
  • Was er an Obst und Gemüse nicht selbst im Angebot hat, deckt der Anbieter bis auf Südfrüchte durch regionale Kooperationspartner ab.
  • Es fällt deutlich weniger Verpackungsmaterial an, da es sich durchweg um lose Ware handelt oder maximal in Papiertüten gepackt wird.

Außerdem kann ich mein Abo individualisieren und auch kurzfristig noch abändern. Dadurch kann ich sicherstellen, dass ich die Mengen, die ich geliefert bekomme, auch bewältigen kann – der dritte Punkt, den ich erst mal durchdenken musste, schließlich möchte ich nichts wegwerfen. Momentan ist meine Abo-Kiste wöchentlich mit Obst bestückt und alle zwei Wochen mit Gemüse, Eiern, Käse und Brot. Obst und Co. sind superschnell weg, beim Gemüse war mir wichtig, dass ich flexibel genug bleibe, um auch mal Blitzkoch-Tage mit Dosen- und Tiefkühlgemüse einlegen oder spontan ganz aufs Kochen verzichten zu können – jeden Tag alles frisch zu kochen, ist bestimmt toll, aber man muss realistisch bleiben, da kenne ich mich mittlerweile zu gut ;-).

Mein persönliches Fazit

Nach einigen Monaten Testphase kann ich bislang sagen: Wir essen deutlich mehr Bio-Produkte als vorher, gehen mit noch größerer Wertschätzung an die Lebensmittel heran und der Spaßfaktor ist nicht zu unterschätzen: Wenn die Kiste kommt, ist das ein bisschen wie Weihnachten – ich könnte mir ihren Inhalt zwar vorher ansehen (was die Essensplanung erleichtern würde), tue es aber meistens nicht, weil ich Überraschungen toll finde. Eben durch den Überraschungsfaktor bin ich außerdem flexibler und fantasievoller beim Kochen geworden. Und nicht zuletzt hat sich mein Lebensmittelrepertoire erweitert. Vieles kenne ich ja schon vom Experimentieren aus dem Garten, aber Schwarzen Rettich zum Beispiel hatte ich noch absolut nie in Verwendung und Pak Choi kannte ich zwar, habe ihn aber irgendwie immer ignoriert.

Wie ist eure Meinung zum Thema Bio-Kisten, habt ihr so was schon mal ausprobiert – und falls ja, was für Erfahrungen habt ihr gemacht?

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