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Frische Hefe haltbar machen

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Mist - schon wieder ist die Hefe im Kühschrank verschimmelt. Das finde ich doppelt ärgerlich, denn es ist überflüssig und außerdem kann ich jetzt nicht backen. Eine Lösung muss her

Frische Hefe ist ein empfindliches Produkt. Trotzdem habe ich meistens einen Vorrat im Kühlschrank. Leider geht das nicht immer gut. Jedes Mal wenn ich ein verdorbenes Päckchen wegschmeiße, frage ich mich, ob das nicht zu verhindern gewesen wäre. Doch klar, es gibt eine Lösung. Und dank der Hefe-Knappheit der letzten Wochen, kam noch eine Idee dazu: Ich mache die Hefe nicht nur haltbar, sondern vermehre sie auch noch.

Eingefrorene Hefeportionen in einer Gefrierdose
Julia Icking, Bonn

Gesagt, getan: Hefe vermehren ist nicht schwer, denn genau das passiert ja immer, wenn ich Hefeteig mache. Hefe ist ein Pilz, der ziemlich schnell wächst, wenn man ihn füttert. In den Teig zum Vermehren kommt relativ viel Zucker, denn das ist das Lieblingsessen der Hefe. Damit wächst sie besonders schnell. Wenn sie Zeit hat, nimmt sie auch die Zuckerbausteine aus Mehl, aber das dauert länger. Zum Aufbewahren soll man den Teig dann einfrieren. Ich bin gespannt, ob das alles klappt.

Hefe vermehren

Zutaten

  • ½ Würfel Hefe (oder ein Tütchen Trockenhefe)
  • 100 g Mehl
  • 100 g lauwarmes Wasser
  • 1-2 EL Zucker

Die Hefe im warmen Wasser auflösen, mit Zucker und Mehl verrühren. Die Mischung abgedeckt für mindestens eine Stunde gehen lassen. Nach einer Stunde riecht die ganze Wohnung nach Hefe. In der Schüssel blubbert die Masse kräftig vor sich hin.

Bei mir bleibt oft ein halber Würfel Hefe übrig, so dass diese Menge für mich perfekt ist. Natürlich kann man das Rezept auch auf mehr oder weniger Hefe anpassen.

Hefe haltbar machen

Jetzt kann ich die Hefe portionieren und einfrieren. Dafür eignet sich zum Beispiel ein Eiswürfelbehälter. Den habe ich gerade nicht zur Hand, deshalb nehme ich Plastikbecher und gebe jeweils ein bis zwei Esslöffel des Teigs hinein. Nach ein paar Stunden sind die Portionen gefroren und ich kann sie aus den Bechern herausholen. Wenn die Stücke nicht freiwillig rauskommen, einfach das untere Ende kurz in der Hand warmhalten. Die Hefestücke in einen Beutel oder eine Dose umfüllen, damit sie geschützt sind und im Eisfach wieder mehr Platz ist. Beschriften nicht vergessen!

Hefevorrat verwenden

Um mit der eingefrorenen Hefe zu backen, muss sie wieder auftauen. Als raus aus dem Kühlfach und rein in die Schüssel. Ich staune, denn schon nach etwa einer halben Stunde ist das Hefestück aufgetaut. Ich entscheide mich für einen einfachen Hefeteig ohne Fett, um damit Brötchen für das Abendessen zu backen.

Schnelle Hefebrötchen

Schnelle Hefebrötchen in einem Stoffbeutel
  • 1 Portion Hefe (funktioniert natürlich auch mit ½ Würfel frischer Hefe oder einem Tütchen Trockenhefe)
  • 270 ml lauwarmes Wasser
  • 500 g Mehl Type 1050
  • ½ TL Salz
  • nach Geschmack: Sonnenblumenkerne, Sesam, ...

Hefe und Wasser mischen, dann Mehl und Salz zugeben. Den Teig so lange kneten, bis eine glatte Kugel entsteht. Besonders einfach geht das mit dem Knethaken der Küchenmaschine oder des Mixers, es geht aber auch mit der Hand. Die Kugel in eine große Schüssel geben und mit einem sauberen Küchentuch abdecken. Mindestens eine Stunde ruhen lassen, gerne auch drei oder vier. Brötchen formen, die Oberfläche mit Wasser bestreichen und eventuell mit Sonnenblumenkernen oder Sesam bestreuen. Bei 180 °C je nach Dicke für 15-25 Minuten backen.

Osterferien-Bäckerei

Als Zeitvertreib haben wir nicht nur Brötchen, sondern auch Herzen und Figuren aus dem Teig geformt. Das geht mit Hefeteig sehr gut, denn er klebt nicht und es sind keine rohen Zutaten drin. Und irgendwie schmecken Hefe-Herzen ja auch viel besser als Brötchen.

Mein Fazit

Das Hefevermehren und Haltbarmachen hat super geklappt. Ob die Hefeportion aus dem Eisfach den Teig genauso gut gelockert hat, wie frisch gekaufte Hefe, kann ich nicht beurteilen. Sicher ist, die Brötchen waren lecker und ziemlich schnell verputzt. So werde ich in Zukunft öfter Hefe vermehren und vor dem Verderb retten. Das ist schon irgendwie praktisch. Und theoretisch müsste ich nie wieder die kleine Kiste mit der Hefe im riesigen Kühlregal des Supermarkts suchen. Allein dafür lohnt es sich!

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