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Gedanken über wahre Kosten von Lebensmitteln

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Die Worte „True Cost“ klingen schwer verdaulich. Wahre Kosten von Lebensmitteln – was soll das sein? Das war meine spontane Reaktion, als ich den Ausdruck vor einigen Monaten das erste Mal

Die Worte „True Cost“ klingen schwer verdaulich. Wahre Kosten von Lebensmitteln – was soll das sein? Das war meine spontane Reaktion, als ich den Ausdruck vor einigen Monaten das erste Mal gehört habe.

Teller mit Gurke, Tomate, Rucola, Geldschein und Euromünzen
Christine / stock.adobe.com

Wer jetzt erwartet, dass dieser Text mit „In Wirklichkeit ist alles ganz einfach“ weitergeht, den muss ich enttäuschen. Trotzdem weiß ich mittlerweile mehr. „Wahren Kosten“ bezeichnen eine Vollkostenrechnung für Lebensmittel. Denn Lebensmittel verursachen nicht nur Kosten durch die Pacht des Bodens oder den Lohn des Landwirts, sondern auch durch Auswirkungen auf Luft und Wasser, Bodenqualität und Gesundheit. Also Kosten, die der Landwirt nicht direkt bezahlt und die deshalb nicht im Verkaufspreis stecken.

Warum interessieren mich versteckte Kosten?

Jetzt könnte ich die Schultern zucken und denken, was nicht im Preis der Lebensmittel steckt, bezahle ich ja nicht. Kann mir egal sein. Das halte ich aus mehreren Gründen für falsch:

Erstens bezahle ich sehr wohl einen Teil dieser Kosten: Die Wasseraufbereitung für mein Trinkwasser wird immer aufwendiger, die Kosten für das Gesundheitssystem steigen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Das liegt natürlich nicht nur an der Landwirtschaft, aber auch. Daher der Ausdruck „versteckte Kosten“. Ich könnte immer noch sagen „Ist halt so“. Ist es aber nicht. Denn zum Einen finde ich es absurd, dass wir durch die Lebensmittelerzeugung unserem Lebensraum schaden und zum Anderen denke ich an die Zukunft. Wenn die Bodenqualität sinkt, können wir irgendwann keine Lebensmittel mehr anbauen oder nur sehr teure. Das gilt besonders für die nächste(n) Generation(en). Wäre es nicht besser, schon heute so zu handeln, dass Boden und Umwelt erhalten bleiben?

Biologische Landwirtschaft

Genau das sind die Ziele des Ökolandbaus: Boden und Umwelt erhalten, gesunde und leckere Lebensmittel erzeugen, fair zu Mensch und Planet sein. Eins ist sicher: In Bioprodukten stecken deutlich weniger versteckte Kosten. Natürlich entsteht auch bei ihrer Produktion klimaschädliches CO2, in der Regel aber weniger als im konventionellen Landbau. Vor allem bei der Bilanz des Bodens steht der Ökolandbau richtig gut da. Oft verbessert er sich sogar durch die Anbauweise. Alles in allem genau mein Ding. Wenn mich im Bioladen einmal Zweifel an den vergleichsweise hohen Preise beschleichen, habe ich jetzt noch ein Argument mehr zum Zugreifen.

So wird gerechnet

Es gibt Methoden, die Auswirkungen der unterschiedlichen Erzeugungsmethoden zu berechnen. Ich versuche es mal knapp darzustellen: Im Jahr 2014 legte die FAO einen Bericht mit dem übersetzten Titel „Fußabdruck der Lebensmittelverschwendung: Vollkostenrechnung“ vor. Darin berechnete sie die versteckten Kosten auf Basis von Werten für Bodenerosion sowie CO2- und Wasser-Fußabdruck. Ein weiterentwickeltes Modell bezieht die Aspekte Gesundheit, Klima, Wasser, Boden, Artenvielfalt und Soziales ein. Darstellen lässt sich das Ganze mit Hilfe der „True Cost“-Blume. Ein anschauliches Beispiel findet ihr ganz unten im verlinkten Artikel.

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Viele weitere Infos zu den wahren Kosten von Lebensmitteln gibt es hier beim BZfE im Artikel True Cost – wahre Kosten.

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