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Gekocht wird am Wochenende

Vor allem Jüngere und Berufstätige finden im Alltag kaum noch Zeit, eine warme Mahlzeit aus frischen Zutaten zu kochen

Gekochte Spaghetti, die um eine Gabel gewickelt und mit einer Kirschtomate und einem Basilikumblatt garniert sind.
pixabay

(BZfE) – Vor allem Jüngere und Berufstätige finden im Alltag kaum noch Zeit, eine warme Mahlzeit aus frischen Zutaten zu kochen. Dennoch bleiben deutsche Küchen nicht kalt, erklärt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Viele stellen sich bevorzugt am Wochenende an den Herd. Andere lieben aufwändige Rezepte mit edlen Zutaten oder setzen auf Snacks und Rohkost. Das sind die Ergebnisse des aktuellen Gfk-Haushaltspanels, für das rund 30.000 Haushalte regelmäßig zu ihren Einkaufsgewohnheiten befragt werden. Die Teilnehmer machen unter anderem Angaben, wie oft und in welchen Mengen sie frisches Fleisch und Gemüse, Öle und Speisefette, Mehl, Fertigprodukte und Snacks kaufen. Anhand dieser Daten lassen sich Rückschlüsse auf die jeweiligen Kochgewohnheiten ziehen.

Noch vor wenigen Jahren war es selbstverständlich, jeden Tag frisch zu kochen. Inzwischen gehören nur noch 23 Prozent der Haushalte zu den „Alltagsköchen“ – sechs Prozent weniger als noch vor vier Jahren. Wer jeden Tag kocht, greift meist auf bewährte Rezepte zurück. Der „Edelkoch“ dagegen ist experimentierfreudiger und legt Wert auf hochwertige Zutaten, die bevorzugt auf dem Wochenmarkt, im Bio- oder Feinkostladen gekauft werden. Für ihn ist Kochen Hobby und Leidenschaft. Inzwischen gehört jeder zehnte Haushalt – vor allem Paare – zu dieser Gruppe, was einem deutlichen Plus von über zwei Prozent entspricht. Auch Rohkost liegt im Trend. Der Anteil der „Rohkostzubereiter“ ist mit sechs Prozent zwar noch gering, hat seit 2013 aber um knapp zwei Prozent zugelegt. Das ist vermutlich vor allem auf die Vegetarier und Gesundheitsbewussten zurückzuführen.

Familien sind in Beruf und Privatleben besonders stark gefordert und gehören daher häufig zu den „Wochenendköchen“. Aus Zeitmangel greifen sie an Wochentagen zu Convenience-Produkten und pikanten Snacks, während am Wochenende mit frischen Zutaten und zum Teil auch aufwändiger gekocht wird. Der Anteil der „Wochenendköche“ liegt inzwischen bei 11 Prozent. Auch die „Snacker“ (11 %) haben zugelegt. Sie stehen nur selten am Herd und ersetzen größere Mahlzeiten durch viele kleine Speisen.

Bei den übrigen Kochtypen hat sich in den vergangenen vier Jahren wenig geändert. Die „Aufwärmer“ (16 %) mögen es schnell und unkompliziert. Sie verwenden selten frische Zutaten und greifen überwiegend zu Fertiggerichten oder vorgefertigten Produkte. Die „Gelegenheitsköche“ (15 %) stellen sich zu besonderen Anlässen an den Herd. Es sind meist ältere Menschen, die auf Hausmannskost setzen und ein Faible fürs Backen haben. „Außer-Haus-Esser“ (8 %) sind meist ältere oder berufstätige Singles. Statt den Kochlöffel zu schwingen, gehen sie lieber ins Restaurant oder versorgen sich imbissmäßig beim Bäcker oder Metzger.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.gfk-verein.org/compact/fokusthemen/mahlzeit-deutschland

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