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Gemüse vom Hochhausdach

In Großstädten auf der ganzen Welt gibt es bereits Beispiele für diese Form der urbanen Landwirtschaft.

Bepflanzte Hausfassade in der Stadt
Aisyaqilumar / Fotolia.com

(BZfE) – Gemüse für die Stadtbevölkerung auf den Dächern von Wolkenkratzern anzubauen – das hört sich im ersten Augenblick futuristisch an. Tatsächlich gibt es in Großstädten auf der ganzen Welt bereits Beispiele für diese Form der urbanen Landwirtschaft. Auch im südostasiatischen Stadtstaat Singapur versucht man aus Platznot, den Anbau von Nutzpflanzen auf die Dächer von Hochhäusern zu verlagern. In seinem Internetschwerpunkt zu nachhaltiger Ernährung stellt das Bundeszentrum für Ernährung zwei singapurische Unternehmen vor, die innovative Konzepte für den vertikalen Nutzpflanzenanbau entwickelt haben.

So kultiviert die Firma „COMCROP“ hoch auf den Dächern des „Scape-Gebäudes“ Blattgemüse und Kräuter in einem Aquaponik-System: Bei dieser Kombination von Pflanzen- und Fischzucht wachsen die Nutzpflanzen in substratgefüllten Behältern, die regelmäßig von nährstoffreichem Wasser aus dem Fischbehälter umspült werden. In dem geschlossenen Kreislauf wird das Wasser durch biologische Prozesse gereinigt und muss daher für die Fischhaltung weder gefiltert noch ausgetauscht werden. Wasser- und Energieverbrauch sind daher relativ gering. Die auf diese Weise erzeugten Salate und Kräuter liefert das Unternehmen an Hotels der Stadt, die Wert auf frische, lokal produzierte Lebensmittel legen. Mit den Fischen wird ein zusätzliches Einkommen generiert.

Einen anderen Ansatz hat die Firma „SKY GREENS“, die turmartige Aluminiumgestelle entwickelt hat, an denen bis zu 38 Pflanzkästen mit Erde befestigt werden können. Die Kästen rotieren durch einen hydraulischen Antrieb und erreichen innerhalb von acht Stunden wieder ihre Ausgangsposition. Auf ihrem Weg werden sie mit Sonne und Wasser versorgt. Auf diese Weise ist eine zehnfach höhere Erntemenge möglich als bei gleicher Fläche am Boden. Das erzeugte Gemüse, zum Beispiel beliebte Kohlsorten, wird über Singapurs größte Lebensmittelkette vertrieben. Und dadurch, dass die Türme auf den Dächern von Wohnhäusern installiert sind, ergibt sich eine enge, umweltfreundliche Verbindung zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Die staatlichen Stellen Singapurs forcieren Partnerschaften mit Schulen und Colleges, um dieses Konzept weiter zu verbreiten.

Melanie Kirk-Mechtel, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

http://www.bzfe.de/inhalt/urban-farming-in-singapur-31440.html

Dieser Beitrag ist Teil des BZfE-Internetschwerpunkts zu nachhaltiger Ernährung
https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum-29922.html

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