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Wie stillfreundlich ist Deutschland?

Ein internationales Projekt erfasst systematisch die aktuelle Situation zur Stillförderung in Deutschland. Das Ergebnis ist Grundlage, um ein rundum stillfreundliches Umfeld zu schaffen.

Baby krabbelt
Pololia / Fotolia.com

Stillen ist das Beste für Mutter und Kind. Die gesundheitsförderlichen Auswirkungen sind bekannt und gut belegt. Muttermilch ist an die kindlichen Bedürfnisse angepasst und hygienisch einwandfrei. Sie ist zudem richtig temperiert, immer verfügbar und kostet nichts. Im 1. Lebenshalbjahr sollen Säuglinge deshalb gestillt werden, mindestens bis zum Beginn des 5. Monats ausschließlich. Auch nach Einführung von Beikost – spätestens mit Beginn des 7. Monats – sollen Säuglinge weitergestillt werden.

Ob und wie viele Mütter stillen und wie lange, hängt von vielen Faktoren ab:

  • auf der individuellen Ebene z.B. vom Alter der Mutter oder ihrem sozioökonomischen Status,
  • auf der gesellschaftlich-politischen Ebene z.B. von der sozialen Akzeptanz des Stillens, neuen Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung, Gesetzen, politischer Unterstützung oder der Struktur des Gesundheitssystems.

In Deutschland werden nur 34% der Säuglinge vier Monate ausschließlich gestillt. Damit liegt die Stillquote deutlich niedriger als in einigen Nachbarländern. Es besteht zudem kaum Überblick über Strukturen, Akteure und Maßnahmen zur Stillförderung in Deutschland.

Wie kann Deutschland stillfreundlicher werden?

Genau hier setzt ein neues Forschungsprojekt an. Es wird die aktuelle Situation der Stillförderung in Deutschland systematisch abbilden: Welche Initiativen und Maßnahmen gibt es bereits? Welche Strukturen werden für die Stillförderung genutzt? Welche Akteure sind wichtige Ideen- und Impulsgeber? Die Erkenntnisse aus dem anschließenden Soll-Ist-Vergleich liefern wichtige Daten für die Planung, Initiierung und Begleitung von Maßnahmen und Kampagnen für die Stillförderung und den Stillschutz. So kann das gesundheitsförderliche Potential des Stillens bestmöglich ausgeschöpft werden.

Ziel ist es, dass Frauen und junge Familie auf allen Ebenen ein stillfreundliches Umfeld vorfinden, welches sie bei einer Entscheidung für das Stillen bestärkt und unterstützt.

Wer ist beteiligt?

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat das Netzwerk Gesund ins Leben und die Nationale Stillkommission beauftragt, dieses Vorhaben für Deutschland durchzuführen. Die Universität Yale begleitet den gesamten Prozess wissenschaftlich.

Das Vorhaben ist auf zwei Jahre angelegt und am 1. September 2017 gestartet.

Zahnrad-Modell als wissenschaftliche Basis

Rafael Pérez-Escamilla, Professor für Epidemiologie und Public Health an der School of Public Health der Universität Yale, leitet das internationale Projekt Becoming Breastfeeding Friendly (BBF). Gemeinsam mit seinen Kollegen hat er den Breastfeeding Friendly Country Index entwickelt. Diese Toolbox basiert auf dem Breastfeeding-Gear-Modell. Es verfolgt einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz und integriert alle relevanten Handlungsfelder rund ums Stillen, die wie Zahnräder ineinandergreifen. Damit können Länder, stillförderliche und -hinderliche Faktoren systematisch erfassen. Mexiko und Ghana haben bereits an BBF teilgenommen, Myanmar und Samoa starten wie auch Deutschland im Herbst mit ihrer Teilnahme. In Zukunft werden noch weitere Länder hinzukommen.

Andrea Fenner, Edinburgh

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Ernährung und Bewegung früh fördern JANPA – Was können wir für Deutschland lernen?

Von der Schwangerschaft bis in die Jugend: Wie kann Prävention von Übergewicht noch stärker im Alltag Familien, Kindern und Jugendlichen verankert werden? Was können wir von anderen europäischen Ländern lernen? Diese und weitere Fragen werden am 20. September 2017 mit Akteuren aus der Praxis erläutert und diskutiert. Vorgestellt werden Erkenntnisse aus dem europäischen Vorhaben „Joint Action on Nutrition and Physical Activity“ (JANPA). Für Deutschland arbeiten darin das Netzwerk Gesund ins Leben, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) mit.

JANPA: Die EU-Aktion zu Ernährung und Bewegung bei Kindern und Jugendlichen – Was können wir für Deutschland lernen?

Mittwoch, 20. September 2017 von 11.30 Uhr bis 17 Uhr
Maritim Hotel, Bonn, Saal Haydn
Die Teilnahme ist kostenfrei.

Programm und Anmeldung

Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen Kurzversion der aktualisierten Handlungs

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Heft Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen Kurzversion der aktualisierten Handlungs

Das Heft gibt einen Überblick über die aktualisierten Handlungsempfehlungen für das erste Lebensjahr und ihre Grundlagen. Sie sind ergänzt durch Hinweise auf Veränderungen, die im Rahmen der Aktualisierung 2016 erfolgten. mehr...

Krabbelgruppe
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Brauchen Babys Bewegungskurse?

Von Babyturnen bis Babyschwimmen, das Angebot an Bewegungskursen für Säuglinge ist groß. Es basiert auf dem Wissen, dass Bewegung für die motorische Entwicklung und die Gesundheit des Kindes von zentraler Bedeutung ist. Eltern sollten deshalb das natürliche Bewegungsbedürfnis ihres Kindes erkennen und unterstützen. Doch wie lässt sich die motorische Entwicklung des Babys am besten fördern? Reicht es aus, den Säugling strampeln, kriechen, krabbeln zu lassen oder sind spezielle Bewegungskurse zu empfehlen?

Antwort mit Literatur auf www.gesund-ins-leben.de

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