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Hefegebäck zum Martinstag

Das Männchen aus Hefeteig schmeckt an einem kalten Novembertag zu einer heißen Tasse Kakao besonders gut.

Ein Weckmann mit weißer Pfeife liegt mit dem Kopf auf einem anderen Weckmann.
beats/Fotolia.com

(BZfE) – Wenn am Martinstag die Kinder mit bunten Laternen durch die Straßen ziehen, darf der Weckmann nicht fehlen. Das Männchen aus Hefeteig schmeckt an einem kalten Novembertag zu einer heißen Tasse Kakao besonders gut. In früheren Zeiten mussten die Kinder bis zum Dezember warten, um das süße Gebäck zu naschen. Denn es sollte den Bischof Nikolaus von Myra darstellen, also unseren Nikolaus, und war als Geschenk zum 6. Dezember gedacht. Angeblich waren die Rheinländer die ersten, die das Gebildebrot schon im November backten.

Der Mann aus Teig hat viele Namen: In Köln und Düsseldorf wird ein gesüßtes Brot als Wecken bezeichnet, sodass der Name „Weckmann“ nahe liegt. In Niedersachsen ist es der Stutenkerl, in Westfalen der Kiepenkerl, in Mönchengladbach der Buggemann und in der Nordeifel der Piefeklos. In der Schweiz nennt man das Hefemännchen Grittibänz und in den Niederlanden Buikmann.

In der Vorweihnachtszeit ist der Weckmann in vielen Gegenden in der Bäckerei zu finden. Ganz einfach können Sie das Traditionsgebäck auch selbst backen. Für den Hefeteig werden Milch und weiche Butter mit etwas Zucker und Trockenhefe vermengt und in einem Topf leicht erwärmt. Anschließend die Mischung in einer Schüssel mit Mehl, Eiern und etwas Salz verrühren und gut durchkneten. Jetzt den Teig für mindestens 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen und auf einem Blech ausrollen. Die Weckmänner werden geformt und mit Rosinen verziert. Ein Tipp: Werden die Rosinen zuvor in einem Schälchen Apfelsaft eingeweicht, sind sie nach dem Backen nicht so hart. Schließlich kommen die Kunstwerke in den vorgeheizten Ofen. Goldbraun gebacken wird der Hefekerl, ganz in Sankt Martins Sinne, mit der ganzen Familie geteilt und gemeinsam verspeist.

Ursprünglich bekam der Teigmann einen kleinen Bischofsstab in die Hand, der im 17. oder 18. Jahrhundert durch eine Pfeife ersetzt wurde. Das hing vermutlich mit der Verweltlichung des kirchlichen Symbols zusammen. Es gibt noch eine weitere Legende, wie die Tonpfeife zum Gebäck kam. Einem Bäcker gingen in der Vorweihnachtszeit die kleinen Stäbe aus. In seiner Not nutzte er Pfeifen aus dem Tabakladen, die umgedreht wie ein Bischofsstab aussahen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

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