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"Ich will Gummibärle!"

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Kinder lieben Süßigkeiten – das ist klar. Ich will sie ihnen auch nicht verwehren. Das wäre auch ziemlich dreist: Schließlich schaffe ich es ja selber nicht, darauf zu verzichten. Aber ich...

Kinder lieben Süßigkeiten – das ist klar. Ich will sie ihnen auch nicht verwehren. Das wäre auch ziemlich dreist: Schließlich schaffe ich es ja selber nicht, darauf zu verzichten. Aber ich habe das Gefühl: Je mehr sie dürfen, desto schwieriger wird es, sie zu rationieren. Vor allem nach Festen, wenn wieder Unmengen an Süßem in unserem Haus gelandet sind... Und – oh Schreck – schon bald stehen Nikolaus und Weihnachten vor der Tür!

Wie also gehe ich damit um? Ich kann – und will – die Kinder nicht den ganzen Tag Süßes essen lassen. Andererseits will ich das Thema aber auch nicht zu groß machen, indem ich ständig „Nein“ sage. Eine Zwickmühle...

Eine Kinderhand greift in eine zerfallende Torte aus unterschiedlichen bunten Weingummis.
iStock.com / rogkov

Manchmal denke ich: Am einfachsten wäre es, wenn wir gar keine Süßigkeiten im Haus hätten. Das Problem: Wie schaffe ich das? Denn seltsamerweise quillt unsere Süßigkeitenschublade ständig über – obwohl wir selber kaum etwas kaufen.

Um irgendwann einmal Herr über die Süßigkeitenfluten zu werden, müsste ich den Kindern erlauben, die Gummibärentüten von der Nachbarin immer gleich ganz zu vertilgen. Nach Geburtstagen könnten wir uns eine Woche lang das Kochen sparen. Und am 6. Dezember müssten die Kinder ihre Schokonikoläuse zu Frühstück, Mittag und Abendbrot essen...

Das Süßigkeiten-Jahr

  • Februar: Fastnacht/Fasching/Karneval
  • März/April: Ostern
  • Sommer: Kindergeburtstag (+ dieses Jahr Einschulung)
  • Oktober: Halloween (bei uns zum Glück noch nicht etabliert)
  • Dezember: Nikolaustag, Adventskalender, Weihnachten

Zum Glück gibt es zu Sankt Martin bei uns bisher keine Süßigkeiten. Dafür leckere Hefe-Gänse oder Weckmänner...

Aber schon nach dem ersten Nikolaus, den meine Tochter enthauptet und danach genüsslich in ihren kleinen Mund geschoben hat, kommen mir Zweifel an dieser Methode. Ich habe sie bei keinem meiner Kinder lange genug durchhalten können, bis diese tatsächlich von selber genug bekommen hätten – oder gar unter den viel beschworenen „Bauchschmerzen“ gelitten hätten.

Muss ich einfach lockerer werden? Oder soll ich das alte Zeug einfach wegschmeißen? Denn zugegebener Maßen vergessen auch die Kinder natürlich irgendwann, was sich alles unter den Süßigkeitenbergen versteckt... Heimlich selber essen? Finde ich irgendwie auch nicht richtig. Obwohl wir sicherlich auch das ein oder andere Mal unsere Hand in die Tüten stecken...

Auf jeden Fall werde ich vor den großen Festtagen mal wieder unsere Schublade ausmisten. Vielleicht können wir aus dem ein oder anderen Teil ja mal wieder was Leckeres zusammen backen. Und vielleicht werde ich auch doch noch einmal unsere Lieben anhauen, keine Süßigkeiten in die Päckchen zu legen. Denn klar: Letztlich schenkt jeder nur eine Kleinigkeit. Aber alles in allem kommen bei jedem Fest Mengen zusammen, die kein Kind mehr in einem angemessenen Zeitraum verdrücken kann. Und die ein „Heute darfst du so viel naschen, wie du willst!“ auch erschweren...

Das rät BZfE-Expertin Claudia Thienel:

  • Süßigkeiten sind nicht "verboten", die tägliche Ration sollte aber begrenzt sein. Sonst besteht das Risiko, dass Hunger und Appetit auf gesunde Lebensmittel darunter leiden, Übergewicht entsteht und die Zähne kariös werden.
  • Die Süßigkeiten-Vereinbarung: Einmal am Tag gibt es etwas Süßes. Zeitpunkt und Portionsgröße stehen fest. (Für eine 5-Jährige zum Beispiel zwei kleine Riegel Schokolade nach dem Mittagessen.)
  • Gemeinsam naschen: Das macht noch mehr Spaß und festigt das Ritual.
  • Alternativen bereitstellen: Auch frische Früchte, Milchshakes oder Trockenobst mit Nüssen können die Lust auf Süßes stillen.
  • Fünf Mahlzeiten: Wer regelmäßig ausgewogen ist, hat auch weniger Heißhunger-Attacken. Für Kinder sind drei große Mahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten ideal.
  • Süßes ohne Grenzen: Das gibt es nur zu Geburtstagen und besonderen Festen – aber da ist es erlaubt. Das entspannt Eltern und Kind.

Jedenfalls würde ich mich freuen, wenn Süßigkeiten für meine Kinder etwas Besonderes bleiben, ohne dass ich sie ständig einbremse(n muss). Ohne das ständige „Aber nicht so viel!“ - „Und danach wird dann auch gut Zähne geputzt, ok?!“ Denn bei aller Sorge: Sie sollen ihr kleines Extra genießen dürfen!

Wie macht ihr das? Habe ihr eine Methode, die bei euch gut funktioniert? Muss ich lockerer werden? Finden die Kinder dann ihre eigene Grenze? Ich freue mich sehr über einen Erfahrungsaustausch in den Kommentaren!

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