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Je länger, desto besser

Stillen hat nicht nur viele gesundheitliche Vorteile für das Kind, sondern auch für die Mutter.

Ein Baby trinkt an einer Brust
Аrtranq / Fotolia.com

(BZfE) – Stillen hat nicht nur viele gesundheitliche Vorteile für das Kind, sondern auch für die Mutter. Nach einer US-amerikanischen Langzeitstudie erkranken Frauen, die ihre Kinder längere Zeit stillen, in ihrem späteren Leben seltener an einer Endometriose. Die Wissenschaftler des Brigham and Women´s Hospital in Boston befragten mehr als 72.000 Krankenschwestern regelmäßig zu ihren Schwangerschaften, Stillzeiten (mit und ohne Zufüttern) und ihrer ersten Menstruation nach der Geburt. Im Laufe von über 20 Jahren Beobachtungszeitraum wurde bei 3.296 Frauen nach der ersten Schwangerschaft eine Endometriose diagnostiziert. Endometriose ist eine chronische, nicht heilbare Krankheit, bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter gebildet wird. Viele Betroffene leiden an Unterbauchschmerzen, schmerzhafter Menstruation und Beschwerden beim Geschlechtsverkehr.

Die Auswertung der Daten hat gezeigt, dass das Erkrankungsrisiko durch Stillen um bis zu 40 Prozent gesenkt werden kann. Bei Frauen mit einer Stillzeit von über drei Jahren wurden 184 Erkrankungen pro 100.000 Personenjahre festgestellt – im Gegensatz zu 453 bei einer Stillzeit von weniger als einem Monat. Bei Frauen, die ihre Kinder insgesamt mindestens 18 Monate ohne Zufüttern gestillt hatten, war die Wahrscheinlichkeit um knapp 30 Prozent geringer. Je länger die Stillzeit, desto stärker der Effekt: Pro drei Monate Stillen verminderte sich das Endometriose-Risiko um 8 Prozent, beim Stillen ohne Zufüttern sogar um 14 Prozent.

Wie das Stillen der Erkrankung vorbeugt, ist nicht abschließend geklärt. Es könnte jedoch damit zusammenhängen, dass beim Stillen vorübergehend die Monatsblutung ausbleibt. Wahrscheinlich spielen aber auch andere Faktoren wie die veränderte Hormonsituation eine Rolle, erläutern die Wissenschaftler im „British Medical Journal“. Allerdings können wie bei jeder Beobachtungsstudie keine ursächlichen Beziehungen nachgewiesen werden. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um die Hintergründe zu entschlüsseln. Es wäre auch interessant zu wissen, ob Stillen die Symptome einer diagnostizierten Endometriose lindern kann.

Stillen ist das Beste für Mutter und Kind. Die Nationale Stillkommission und das Netzwerk Gesund ins Leben empfehlen, mindestens bis zum Beginn des 5. Lebensmonats ausschließlich zu stillen. Die Beikosteinführung bedeutet nicht Abstillen. Langsam nehmen die Beikostmengen und -mahlzeiten zu und die Stillmahlzeiten werden weniger. Wie lange insgesamt gestillt wird, bestimmen Mutter und Kind.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

http://dx.doi.org/10.1136/bmj.j3778

Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie: www.gesund-ins-leben.de

https://www.bzfe.de/inhalt/was-frauen-uebers-stillen-wissen-wollen-5072.html

Kompaktinfo „Stillen – was sonst?“
Bestell-Nr. 0340, kostenlos
www.ble-medienservice.de

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