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Kontrolle von Bio-Lebensmitteln

Die EG-Öko-Verordnung schreibt vor, dass Bio-Betriebe mindestens einmal jährlich kontrolliert werden. In Deutschland erfolgt dies durch amtlich zugelassene und überwachte Kontrollstellen.

Mann und Frau kontrollieren Maisfeld mit Tablet
goodluz / Fotolia.com

Die EG-Öko-Verordnung schreibt ein eigenes Kontrollsystem vor. Alle, die Bio-Lebensmittel oder Bio-Futtermittel erzeugen, verarbeiten, importieren oder damit handeln, müssen sich diesem anpassen: Nur wer die Kontrolleure ins Haus lässt und ihnen nachweist, dass er die Öko-Verordnung einhält, darf seine Produkte als „Öko“ oder „Bio“ ausloben.

Wer kontrolliert?

Die Kontrollen werden in Deutschland von 20 privaten Kontrollstellen durchgeführt. Sie sind amtlich zugelassen und werden von den staatlichen Kontrollbehörden der Bundesländer überwacht. Um zu gewährleisten, dass die Kontrollen in allen EU-Ländern gleichwertig sind, müssen alle Kontrollstellen die europäischen Normen der EN 45011 zum Thema Qualitätsmanagement und Dokumentation erfüllen. Das Kontrollsystem schließt alle Verarbeitungsstufen ein: Bei der Brotherstellung wird der Landwirt kontrolliert, der das Getreide anbaut, ebenso die Mühle, die das Getreide mahlt, als auch der Bäcker der daraus die Brote backt.

Wie wird kontrolliert?

Die EG-Öko-Verordnung schreibt vor, dass die Betriebe mindestens einmal jährlich kontrolliert werden. Damit der jeweilige Eigentümer und die notwendigen Unterlagen da sind, wird dieser Termin meist angekündigt. Zusätzlich können auch unangekündigte Besichtigungen stattfinden. Der Landwirt muss anhand seiner Dokumente und Bücher nachweisen, dass er entsprechend der EG-Öko-Verordnung wirtschaftet. An die Überprüfung der Dokumente schließt sich eine Betriebsbesichtigung an. Ist der Bauer oder Verarbeiter Mitglied eines Anbauverbandes, überprüft die Kontrollstelle zusätzlich die Einhaltung der Verbandsrichtlinien. Neben den Öko-Kontrollen unterliegen alle Betriebe auch der ganz normalen Lebensmittelüberwachung.

Weitere Informationen zur Kontrolle Ökologischer Lebensmittel

Welche Dokumente werden jährlich bei der Betriebskontrolle geprüft?

Bei der jährlichen Kontrolle müssen alle von der EG-Öko-Verordnung vorgeschriebenen Dokumente auf den Tisch:
Der Landwirt muss eine detaillierte Anbauplanung für seine Felder vorlegen. Damit wird die Fruchtfolge kontrolliert und zugleich sicher gestellt, dass der Bauer nicht mehr Bio-Produkte verkauft hat, als er erzeugen konnte. Er ist verpflichtet, über den Zukauf und die Verwendung von Düngemittel, Bodenverbesserern und Saatgut sowie über alle verkauften Erzeugnisse Buch zu führen.
Im Stall geben die Haltungsbücher Auskunft über Kauf und Verkauf der Tiere, Futter, Krankheitsvorsorge und tierärztliche Behandlungen. Werden gleichzeitig andere Einheiten des Betriebs konventionell bewirtschaftet, muss die Buchführung auch für diese Teile vorgelegt werden.
Betriebe, die Öko-Produkte verarbeiten, müssen den Einkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse, Zusatzstoffe und Verarbeitungshilfsstoffe sowie den Verkauf dokumentieren und die Rezepturen offen legen. Durch den Vergleich von Zukaufs- und Verkaufsmengen lässt sich kontrollieren, dass nicht mehr Bio-Waren verkauft, als zuvor Bio-Rohstoffe eingekauft wurden.

Was passiert bei Mängeln?

Festgestellte Mängel werden in einem Kontrollbericht erfasst und müssen innerhalb einer bestimmten Frist beseitigt werden. Bei Verstößen gegen die Vorschriften dürfen die beanstandeten Bioprodukte nicht mehr als „Bio“ vermarktet werden. In schwerwiegenden Fällen informiert die Kontrollstelle umgehend die zuständige Behörde. Diese kann ein Vermarktungsverbot für den gesamten Betrieb verhängen. In solchen Fällen informiert die Kontrollstelle umgehend die zuständigen Behörden. Verstöße gegen die EG-Öko-Verordnung können, je nach Schwere, mit Geldbußen, aber auch mit Freiheitsstrafen geahndet werden.

Wer kontrolliert auf Rückstände?

Die Kontrollstellen nehmen Proben zum Nachweis unzulässiger Mittel meist nur auf konkreten Verdacht hin. Verarbeiter, Importeure und Großhändler lassen die von ihnen eingekauften Bio-Rohstoffe regelmäßig auf Rückstände untersuchen. Damit stellen Sie sicher, dass eventuell belastete Ware gar nicht erst in den Verkehr kommt. Gleichzeitig können festgestellte Belastungen auch Hinweise darauf sein, dass beim Anbau oder der Gewinnung der Produkte gegen die EG-Öko-Verordnung verstoßen wurden. Die Lebensmittelbehörden der Länder schlagen Alarm, wenn sie in Bio-Lebensmitteln ungewöhnliche Rückstände finden.

Ist „Bio“ aus dem Ausland sicher?

Nicht in allen Ländern arbeitet das Kontrollsystem so gut wie in Deutschland. Auch funktioniert der Datenaustausch über Ländergrenzen hinweg nicht immer reibungslos. Dennoch wird der allergrößte Teil der importierten Bio-Erzeugnisse korrekt nach Öko-Regeln angebaut. Erfahrene Bio-Importeure wissen, wo sie besonders aufpassen müssen.
Wichtig ist vor allem die praktische Ausbildung der Bauern vor Ort. Viele von ihnen sind mit den Methoden des Bio-Anbaus nicht vertraut.
Auch der harte Wettbewerb auf dem Bio-Markt kann dazu führen, dass mancher Verarbeiter oder Händler bei einem günstigen Angebot nicht sorgfältig genug hinschaut. Es gibt also ein paar Fragezeichen bei Bio aus dem Ausland.

Gibt es 100 Prozent Sicherheit?

Kein Bauer bekommt so oft Besuch vom Kontrolleur wie der Bio-Bauer. Kaum ein Lebensmittel wird so gründlich kontrolliert wie das aus ökologischem Anbau. Kein konventioneller Hersteller muss seine Bücher so offen auf den Tisch legen. Dennoch finden Kontrollbehörden oder Test-Zeitschriften gelegentlich auch in Bio-Lebensmitteln Rückstände. Oft lässt sich mit Hilfe des Kontrollsystems die Ursache der Belastung feststellen oder gar Betrug nachweisen. Das zeigt, dass das System funktioniert. Ein Imageschaden ist es trotzdem.

Autor: Leo Frühschütz, Seehausen

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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,
die Frage lässt sich nicht allgemein gültig beantworten. Je nach Produkt und Jahreszeit kann mal das Eine oder Andere aus ökologischer Sicht sinnvoller sein. Hinzu kommt: „bio“ ist ein staatlich geschützter Standard, für „regional“ gibt es keine Definition, keinen Standard. Das macht alles noch unübersichtlicher. Die ökologische Landwirtschaft beeinträchtigt die Natur grundsätzlich weniger als die konventionelle. Wenn aber lange Transportwege und Verpackungsmaterial hinzukommen, ist das auch nicht unerheblich für die Ökobilanz. Der Kauf von Obst und Gemüse aus der eigenen Region unterstützt den lokalen Erzeuger und Handel und stärkt damit auch die lokalen Infrastrukturen.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie in den folgenden aid-Heften:

Lebensmittel aus ökologischem Landbau

Bio-Lebensmittel - Fragen und Antworten 10er Pack