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Küchenhelfer aus Polyamid können Schadstoffe abgeben

Das BfR veröffentlichte kürzlich eine Stellungnahme, wonach von Küchenutensilien Bestandteile des Kunststoffes in die Lebensmittel übergehen können.

verschiedenes Kochgeschirr
AdobeStock/BillionPhotos.com

(BZfE) – Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) veröffentlichte kürzlich eine Stellungnahme, wonach von Küchenutensilien aus Polyamid wie Kochlöffel, Pfannenwender oder Schneebesen Bestandteile des Kunststoffes in die Lebensmittel übergehen können. Kunststoffe sind keine inerten Werkstoffe. Das bedeutet, sie können Stoffe an ihre Umgebung abgeben. Bei den übergehenden Bestandteilen handele es sich um Oligomere, so das BfR. Das sind Verbindungen, die sich aus wenigen gleichartigen Molekülen einfacher Kunststoffbausteine zusammensetzen. Sie entstehen unbeabsichtigt bei der Kunststoffherstellung. Einige Oligomere können aufgrund ihrer geringen Größe aus dem Kunststoff in Lebensmittel übergehen.

In der angesprochenen Stellungnahme hat das BfR Oligomere aus zwei verschiedenen Polyamiden betrachtet, die hauptsächlich für die Herstellung von Küchenutensilien verwendet werden. Hierbei handelt es sich um PA 6 (Ausgangschemikalie Caprolactam) und PA 6,6 (Ausgangschemikalien Adipinsäure und Hexamethylendiamin).

Basierend auf neuen Daten zur Toxizität stufen die BfR-Experten die Verbindungen zwar nicht als genotoxisch (Schädigung der Erbsubstanz) ein; dennoch treten in hohen Dosen gesundheitliche Effekte in der Leber und der Schilddrüse auf, die auf die Verstoffwechslung zurückzuführen sind. Verbrauchern empfehlen die Experten, bei der Verwendung von PA-Küchenhelfern den Kontakt mit Lebensmitteln, insbesondere bei hohen Temperaturen – größer als 70 Grad Celsius – so kurz wie möglich zu halten.

Alternativ gibt es natürlich auch Küchenhelfer aus Materialien, die stabiler als Kunststoffe sind und beim Gebrauch im Haushalt keine Substanzen an Lebensmittel abgeben. Dazu zählen Edelstahl, Glas, Keramik und Holz. Glas und Keramik sind sehr hitzebeständig und daher eine gute Alternative zu Kunststoffgefäßen, um zum Beispiel Speisen in der Mikrowelle zu erwärmen. Edelstahl ist ebenso wie Glas als Vorratsbehältnis auch zum längeren Aufbewahren von Lebensmitteln gut geeignet. Aus Holz gibt es beispielsweise Kochlöffel, Pfannenwender und Schneidbretter.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://www.bfr.bund/polyamid-kuechenutensilien-kontakt-mit-heissen-lebensmitteln-moeglichst-kurz-halten.pdf

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