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Lebensmittel auf Echtheit prüfen

Wissenschaftler vom Istituto Italiano di Tecnologia (IIT) in Genua, Italien, entwickelten den Schnelltest „NanoTracer“, der DNA-Barcoding und Nanotechnologie kombiniert.

(BZfE) – Sind Lebensmittel im Supermarkt „echt“? Diese Frage lässt sich mit Hilfe der Erbsubstanz (DNA) beantworten. Das sogenannte DNA-Barcoding gibt Aufschluss, ob Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch und Gewürze Fälschungen sind. Allerdings ist das Verfahren sehr aufwändig und teuer. Nun haben Wissenschaftler vom Istituto Italiano di Tecnologia (IIT) in Genua, Italien, den Schnelltest „NanoTracer“ entwickelt, der DNA-Barcoding und Nanotechnologie kombiniert. Die neue Technik hat einige Vorteile: Für die Durchführung werden weder teure Geräte, noch hochqualifiziertes Prüfpersonal benötigt. Der Test dauert weniger als drei Stunden und ist sehr empfindlich. Noch dazu lässt sich das Ergebnis mit dem bloßen Auge anhand eines Farbumschlags ablesen, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“.

Beim DNA-Barcoding wird ein Organismus anhand einer kurzen, spezifischen Sequenz der Desoxyribonukleinsäure (DNA) erkannt, die auch Barcode genannt wird. Auf diese Weise kann anhand der Erbsubstanz festgestellt werden, ob das Produkt im Geschäft auch die angegebene Art enthält und nicht durch billigere Ware ausgetauscht oder gestreckt worden ist. Solche Fälschungen führen nicht nur zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden, sondern können unter Umständen auch eine Gefahr für die Gesundheit sein.

Für den „NanoTracer“ wurde das DNA-Barcoding vereinfacht. Es werden nur kurze Unterabschnitte der DNA geprüft, die aber dennoch charakteristisch für die Art sind. Auf diese Weise lassen sich auch stark verarbeitete Lebensmittel testen, deren DNA aufgespalten und nicht mehr intakt ist. Wenn die kurzen DNA-Abschnitte der untersuchten Lebensmittelprobe mit den gesuchten Sequenzen übereinstimmen, werden sie vervielfältigt. Gleichzeitig kommt es zur Ansammlung von Gold-Nanopartikeln, was einen Farbumschlag von Rot nach Violett bewirkt.

Die Wissenschaftler haben mit dem neuen Test bereits Flussbarsch (Perca fluviatilis) und Safran (Crocus sativus) auf Echtheit geprüft. Häufig wird Barsch durch billigeren Fisch ausgetauscht, während der teure Safran mit anderen Gewürzen gestreckt wird. Beide Lebensmittel, aber auch Ersatzprodukte und Streckungsmittel ließen sich mit dem „NanoTracer“ eindeutig identifizieren. Zukünftig könnte der Schnelltest auch genutzt werden, um Spuren von Nahrungsmittelallergenen nachzuweisen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

http://presse.angewandte.de

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ange.201702120/abstract

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