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Mehr Obst und Gemüse für Grundschüler

Schulobstprogramme haben das Ziel, mit einer kostenfreien Abgabe und begleitender Ernährungsbildung den Obst- und Gemüseverzehr zu erhöhen.

Obst und Gemüse als Gesichter auf Gabeln gespießt
ChantalS / Fotolia.com

(BZfE) – Schulobstprogramme sind offenbar ein gutes Konzept. Denn wenn Grundschüler an mehreren Tagen in der Woche kostenlos Obst und Gemüse erhalten, greifen sie häufiger zu. Das hat eine aktuelle Studie der Universitäten Bonn und Koblenz-Landau bestätigt, an der knapp 670 Dritt- und Viertklässlern an Schulen in Nordrhein-Westfalen beteiligt waren.

Die 7- bis 10-Jährigen wurden in drei Gruppen eingeteilt, die an drei Tagen bzw. zwei Tagen wöchentlich oder gar nicht am Schulobstprogramm teilnahmen. Zu Beginn und nach Ablauf eines Jahres machten die jungen Probanden mit fachlicher Unterstützung Angaben zu den in den vergangenen 24 Stunden gegessenen Speisen und Getränken.

Nach einem Jahr hatte sich der Obst- und Gemüsekonsum der Kinder bei drei, aber auch bei zwei Schulobsttagen in der Woche deutlich erhöht. Der Effekt war an Tagen mit Schulobstausgabe besonders ausgeprägt, aber auch an „normalen“ Tagen nachweisbar. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass Schulobstprogramme auch langfristig das Ernährungsverhalten verbessern können. Allerdings sind für gesicherte Aussagen weitere Studien notwendig, geben die Wissenschaftler im „Journal Public Health Nutrition“ zu bedenken.

„Grundsätzlich ist das EU-Schulobst- und -gemüseprogramm eine sinnvolle ernährungspolitische Maßnahme, um den Obst- und Gemüsekonsum von Grundschulkindern zu erhöhen“, resümiert Julia Haß von der Universität Bonn. Die Europäische Union stellt finanzielle Beihilfen zur Verfügung. Die Verteilung von Schulobst an zwei statt an drei Tagen wöchentlich bietet die Möglichkeit, bei gleichem Budget mehr Kinder zu erreichen. Allerdings können auf diese Weise nicht alle Teilnehmer in gleichem Umfang unterstützt werden. Tendenziell haben Jungen und Mädchen der Offenen Ganztagsschule einen Vorteil, da Obst- und Gemüsereste am Nachmittag gegessen werden.

Schulobstprogramme haben das Ziel, mit einer kostenfreien Abgabe und begleitender Ernährungsbildung den Obst- und Gemüseverzehr zu erhöhen. Denn die frische Kost versorgt den Körper mit wertvollen Ballaststoffen und Nährstoffen, lässt das Sättigungsgefühl steigen und die Energieaufnahme sinken. Das kann Übergewicht und weiteren Gesundheitsproblemen vorbeugen. Dafür muss allerdings die gesamte Ernährungsweise berücksichtigt werden.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://doi.org/10.1017/S1368980017003949

https://www.bzfe.de/inhalt/eu-schulobst-und-gemueseprogramm-1955.html

BZfE-Unterrichtsmaterial "Für Gemüseforscher und Obstdetektive - Module zur Ernährungsbildung in der Grundschule"
Bestell-Nr. 3388, 10,00 Euro
www.ble-medienservice.de

 

 

 

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