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Wie viel sollen Babys essen?

Beim Stillen heißt die Empfehlung „nach Bedarf des Kindes“. Doch wie sieht es bei Formula und Brei aus? Auch hier können Eltern auf das Hunger- und Sättigungsempfinden des Kindes vertrauen.

Frau füttert Säugling mit Löffel
athomass / Fotolia.com

Schon Säuglinge sind beim Essen sehr verschieden. Das zeigen Studien mit Kindern, die gestillt werden oder Flaschennahrung bekommen. Manche genießen ausgiebige Mahlzeiten. Andere trinken eher wie ein Spatz, dafür aber vielleicht häufiger. Auch bei den Pausen zwischen den Mahlzeiten gibt es eine große Bandbreite. Diese Unterschiede deuten darauf hin, dass Säuglinge die Nahrungsaufnahme an ihren Bedarf anpassen.

Kommunikation zwischen Eltern und Kind

Eltern können diese Fähigkeit zur Selbstregulation fördern und damit langfristig ein gesundes Essverhalten unterstützen: durch Responsive Feeding. Darunter ist ein wechselseitiger Prozess zu verstehen, bei dem Eltern und Kind eine aktive Rolle spielen. Das Kind zeigt durch Körperhaltung, Mimik, mit Lauten und später auch mit Worten, dass es Hunger hat oder nicht mehr essen will. Die Eltern nehmen diese Signale wahr und reagieren angemessen darauf. Wird das Bedürfnis erfüllt, fühlt sich das Kind verstanden und reagiert zufrieden. Das freut die Eltern und beide sind in ihrem Handeln bestärkt. Werden dagegen die Hunger- und Sättigungssignale nicht beachtet, auf Dauer falsch interpretiert oder wird jedes Unwohlsein mit Essen beantwortet, können die verzehrten Mengen zu groß oder zu klein sein.

Maria Flothkötter

„Beim Stillen sind Milchmenge und Bedarf natürlich geregelt, das wissen die meisten. Weniger bekannt ist, dass auch beim Füttern mit der Flasche und von Brei die Hunger- und Sättigungssignale des Kindes ausschlaggebend sind – und nicht etwa die angegebene Portionsgröße“, erklärt Maria Flothkötter, Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben, einer Initiative des Nationalen Aktionsplans IN FORM im Bundeszentrum für Ernährung (BZfE).

Kind bestimmt Menge

Bei Anfangs- und Folgenahrung muss das Kind die Flasche nicht leer trinken und sollte dazu auch nicht ermuntert werden. Hört es auf zu trinken, lässt es den Sauger los, dreht es den Kopf weg oder öffnet es den Mund nicht mehr, dann signalisiert es „ich habe genug“. Signale des Kindes bleiben auch bei der Beikost richtungsweisend. Die Eltern sorgen für ein angemessenes Nahrungsangebot und das Kind entscheidet, wie viel es isst und trinkt. Wenn es die Mahlzeit frühzeitig beendet, dann genügen ein bis zwei Versuche, das Kind zum Essen zu ermutigen. Bleibt es beim „Nein“, werden keine Alternativen angeboten, sondern die Mahlzeit wird beendet.

Entwickelt sich das Kind gesund, wächst es und ist aktiv, so können Eltern davon ausgehen, dass es ausreichend isst. Wenn sich Eltern Sorgen machen, ihr Kind appetitlos ist, die Nahrung verweigert oder wieder ausspuckt, dann sollten sie sich an den betreuenden Kinder- und Jugendarzt wenden. Dieser prüft bei den Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig die gesunde Entwicklung und das Wachstum.

Andrea Fenner, Edinburgh

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