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Mein Plan: Weihnachtsmenü ohne Stress

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Ok, ich gebe zu: In der Regel müssen wir an Weihnachten gar nicht kochen. Wir fahren zu unseren Eltern und werden verwöhnt. Dieses Jahr haben wir aber etwas mehr Zeit und wollen uns gerne...

Ok, ich gebe zu: In der Regel müssen wir an Weihnachten gar nicht kochen. Wir fahren zu unseren Eltern und werden verwöhnt. Dieses Jahr haben wir aber etwas mehr Zeit und wollen uns gerne revanchieren. Oder zumindest mit anpacken. Was ich aber nicht möchte: Heiligabend in der Küche verbringen! Mein Plan: Das komplette Menü am 23. Dezember vorbereiten, so dass wir an Heiligabend nur noch kleine Notwendigkeiten erledigen müssen.

Was wir dazu brauchen: Gute Planung und die richtigen Methoden.

Kalenderblatt des 23. Dezembers, daneben Sternanis und Zimtstangen sowie das Bild eines Geflügelbratens.
Judith Pulg | Fotografie

Der Haupt-Act: Weihnachtsgans nach der Niedergarmethode

Dass ich zu Weihnachten gerne etwas Besonderes esse, habe ich euch schon vor zwei Jahren gestanden. Würstchen mit Kartoffelsalat soll es also auch dieses Jahr nicht geben. Ich stelle mir da eher einen klassischen Gänsebraten vor. Und mit der Niedergarmethode müsste der sich eigentlich auch super vorbereiten lassen. Einfach etwas länger in den Ofen, dann eben bei niedrigen Temperaturen, und herauskommt ein besonders zarter und saftiger Vogel. Zumindest lassen mich meine bisherigen Erfahrungen mit der Niedergarmethode davon träumen...

Niedrigtemperaturmethode

Beim Niedrig- oder Niedertemperaturgaren wird ein Stück Fleisch oder andere Lebensmittel schonend auf die erforderliche Kerntemperatur gebracht. Der Backofen – oder zum Beispiel bei der Sous-Vide-Methode der Heizstab für das Wasserbad – wird leicht über der erforderlichen Temperatur eingestellt. Dadurch werden allzu große Temperaturunterschiede zwischen der Oberfläche und dem Kern des Lebensmittels verhindert. Das Essen wird gleichmäßig gar und Fleisch in der Regel sehr zart, weil es erst bei höheren Temperaturen anbrennt oder austrocknet. Um Röstaromen zu bekommen ist allerdings ein zusätzliches Anbraten oder Grillen notwendig.

Mehr zu unterschiedlichen Garverfahren gibt es hier.

Ich brauche also ein Rezept – und lese mich dabei auch durch ein paar Erfahrungsberichte mit langsam gegarten Gänsebraten. Schließlich fällt meine Wahl auf den "Fabelhaften Gänsebraten" von Jamie Oliver – einfach weil der mit Zimt, Anis und Nelken so schön weihnachtlich daherkommt. Garen möchte ich ihn aber über einen längeren Zeitraum und richte mich dabei nach Mattis Rezept für Gefüllte Gans, das auf chefkoch.de sehr viele Fünf-Sterne-Bewertungen bekommen hat. Demnach braucht die Gans zum Rösten erst einmal eine Stunde bei 220 Grad, dann 7 Stunden bei 80 Grad im Backofen. Allerdings wollte ich ja eigentlich nicht mittags den Herd anheizen, sondern eigentlich schon am Abend vorher... Vielleicht also etwas niedriger anfangen und dann gegebenenfalls nachregulieren? Andernorts garen manche Fleischstücke ja bei 60 Grad sogar über 60 Stunden lang...

Muss es denn unbedingt Fleisch sein?

Für mich ist klar: Es muss nicht immer Fleisch sein. Wir kochen sehr viel vegetarisch, gerne auch Fisch, aber hin und wieder auch ein gutes Stück Fleisch. Die Devise lautet: lieber seltener, dafür gute Qualität. Und das bedeutet vor allem: keine Massentierhaltung. Leider gelingt das nicht immer, aber der Blick ist geschärft. Und zu Weihnachten darf es dann auch ein leckerer Braten sein.

Was gibt's dazu?

Mein Mann hat sich bereit erklärt, einen Salat vorzubereiten. Da eigentlich unsere ganze Familie Feldsalat liebt, bietet der sich an. Und ich finde, er passt auch ganz hervorragend zu Geflügel. Außerdem toll: Es ist überhaupt kein Problem, den Salat schon am Abend vorher zu fast servierfähig vorzubereiten. Auf eatsmarter.de wird sogar empfohlen, Feldsalat grundsätzlich vor der Lagerung zu waschen und zu putzen. Dann kommt er mit einem feuchten Tuch bedeckt in einer Schüssel in den Kühlschrank und wartet dort auf seinen Einsatz. Daneben ein Glas mit dem Dressing, das mein Mann nach seinem Spezialrezept anrührt (mit Cranberry-Essig – seeehr lecker!). Fertig. Beim Auftischen müssen wir beides nur noch zusammenmischen und die Schüssel auf den Tisch stellen.

Dazu gibt es Baguette, das meine Mutter beim Bäcker vorbestellt. (Klar könnte ich auch backen. Aber der Fokus liegt auf der Gans – und ein paar Annehmlichkeiten darf man sich doch gönnen...)

Der Plan steht

Hoffentlich klappt das alles so, wie ich mir das vorstelle. Eigentlich sollte man bei einem Festtagsmenü ja nicht experimentieren... Andererseits kommt mir hier die Zeit ja doch entgegen: Wenn bei den Vorbereitungen am 23. Dezember irgendetwas schief läuft, kann ich am nächsten Morgen immer noch in den Supermarkt fahren und Wienerle mit Kartoffelsalat kaufen. Nicht sehr nachhaltig – aber immerhin schnell zubereitet. Und für jemanden, der Würschtle zu Heiligabend grundsätzlich ablehnt, ja dann doch irgendwie wieder etwas "Besonderes"...

Wie sieht euer Weihnachtsessen aus? Schreibt mir in den Kommentarten! Gerne auch, wenn ihr Tipps habt, die die Erfolgschancen meines Festtagsmenüs erhöhen.

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