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Mit Gabel, Löffel, Messerchen

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Eines meiner Lieblingsfotos aus der eigenen Kindheit ist das: Ich sitze auf dem Schoß meines Opas, der stolz sein Kunstwerk präsentiert. Statt mich mit zu füttern, hatte er mir mit dem ...

Eines meiner Lieblingsfotos aus der eigenen Kindheit ist das: Ich sitze auf dem Schoß meines Opas, der stolz sein Kunstwerk präsentiert. Statt mich mit zu füttern, hatte er mir mit dem Gemüsebrei einen schönen roten Clownsmund gemalt. Meine Tochter schafft das auch ohne die Hilfe eines Erwachsenen – seit sie mit eigenem Besteck isst. 

Kleinkind führt unbeholfen einen Löffel Kartoffelbrei zum Mund. Gesicht und Kleidung sind schon befleckt.
Judith Pulg | Fotografie

Zumindest glich das Ergebnis unseres ersten Selber-Löffeln-Versuchs vor gut einem halben Jahr sehr dem Foto von damals. Nur dass der Clownsmund hellgelb war, nicht rot. Es gab Kartoffelbrei. "Super zum Ausprobieren!", dachte ich. Und meine Tochter hatte ihren Spaß. Dass dabei nur ein geringer Teil in Mund und Bauch gelangte, war ihr reichlich egal. Irgendwann half sie einfach mit der ganzen Hand nach. Und vollendete so ihr Kunstwerk...

Das tut sie auch heute noch gerne: mit den Händen nachhelfen, wenn es nicht schnell genug geht. Ansonsten klappt es heute aber ziemlich gut mit Löffel und Gabel. Kartoffeln oder Fleisch aufzupieken, ist für sie gar kein Problem mehr. Auch ihr Müsli löffelt sie inzwischen deutlich routinierter. Nur wenn es Reis gibt, klebt nach wie vor mindestens die Hälfte an Tochter und Umgebung. 

Manchmal piekt sie das Essen auch brav auf, um es dann mit den Fingern in den Mund zu befördern. Aber immerhin, denke ich mir, so lange es nicht das Müsli ist...

Diese Woche hat sie sich dann zum ersten Mal mein Messer geschnappt, um eine Scheibe Käse klein zu schneiden. Sofort ploppte es wieder auf: "Messer, Gabel, Schere..." Und ich gleich dabei, sie zu stoppen. Doch dann änderte ich meine Meinung und führte ihr die Hand, so dass wir gemeinsam den Käse zerteilten. Und dann etwas Wurst. Und dann...

...war das Abendbrot irgendwann zu Ende. Und das heißt natürlich nicht, dass meine Tochter jetzt den Umgang mit einem Messer lernen muss. Das hat sicher noch etwas Zeit. Aber dass ich sie nicht mehr füttern muss, finde ich super. Denn seit sie alleine isst, können auch mein Mann und ich wieder gemeinsam Mittag essen – nicht nacheinander. 

Wie haltet ihr das: Füttert ihr lieber? Oder nehmt ihr die - zugegebenermaßen manchmal echt nervige - Sauerei in Kauf? Vielleicht habt ihr auch ganz andere Strategien... Wann sollte ein Kind lernen, allein zu essen? Ich bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen und freue mich auf eure Kommentare!

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