Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Nachhaltige Ernährung – warum eigentlich?

Planetary Health – die ökologische Gesundheitsförderung.

Screenshot der BZfE-Internetseite Nachhaltiger Konsum
BLE

(BZfE) – Im Juni 2015 kündigte die Rockefeller Stiftung an, 15 Millionen US Dollar in eine neue Wissenschafts-Disziplin zu investieren, genannt Planetary Health – die ökologische Gesundheitsförderung. Es ist Zeit für einen neuen Ansatz, heißt es auf der Website der Stiftung: Jedes Jahr verlieren wir 1 bis 2,9 Millionen Hektar fruchtbares Ackerland. Im Jahr 2050 werden 40 Prozent der Weltbevölkerung unter massivem Wasserstress leiden. Dem vorausgegangen war der Planetary Health Report, der die wissenschaftlichen Zusammenhänge zwischen Umwelt und Gesundheit aufarbeitete, veröffentlicht von 15 Wissenschaftlern und führenden Politikern aus acht Ländern.

Neu ist die Diskussion um die ökologischen Grenzen der Erde nicht. Schon vor gut 40 Jahren warnte der Club of Rome in seinem Gutachten „Die Grenzen des Wachstums“, vor den katastrophalen ökologischen Konsequenzen eines „weiter so wie bisher“. Neu sind die Akteure und Allianzen, die dieses Thema vorantreiben. Dazu gehören nicht mehr nur die Wissenschaft, sondern auch Vertreter der Politik, staatliche und internationale Behörden wie die Weltgesundheitsorganisation, Kirchen, Kommunen und unzählige bürgerschaftlich organisierte Initiativen und Organisationen.

Es gibt drei Problembereiche, die zu dieser Fehlentwicklung führten, heißt es im Planetary Health Report: An erste Stelle stehen falsche Prioritäten und zu wenig Mitgefühl. In den wachstumsgetriebenen Industrienationen sind kurzfristige Gewinne wichtiger als langfristig die Gesundheit der Menschen und die Erhaltung der Erde. Die Abhängigkeit vom Bruttosozialprodukt als Maßstab menschlichen Fortschritts ist nach Einschätzung der Wissenschaftler/innen ein grundlegender Fehler.

Eine weitere Ursache der Fehlentwicklung ist aber auch mangelndes Wissen. Darunter verstehen die Autoren die Unfähigkeit, soziale und ökologische Ursachen von Krankheit angemessen zu bearbeiten und zwar transdisziplinär mit Vertretern aus Wissenschaft und Praxis. Schließlich gibt es politische Herausforderungen. Regierungen und Institutionen erkennen Gefahren zu spät und handeln zu spät. Das ist der Fall, wenn es Unsicherheiten bei der Risikobewertung gibt, wenn Gemeingüter wie Wasser, Land und Luft betroffen sind und wenn es eine Zeitverschiebung gibt zwischen Ursache und Wirkung.

Die Planetary Health Kommission hat acht Lösungsstrategien erarbeitet. Fast alle haben auch mit dem Ernährungssystem zu tun. Durch eine klimafreundliche Lebensmittelauswahl lassen sich beispielsweise bis zu 50 Prozent der Emissionen einsparen, auch die Verringerung des Lebensmittelverderbs ist zentral. Mindestens genauso wichtig aber sind koordinierte politische Rahmenbedingungen von der internationalen Ebene bis hin zur Kommune, die dafür sorgen, dass die Umweltschäden verringert werden. Ein weiterer Fokus ist die Entwicklung von nachhaltigen und resilienten Städten, die ihren Bewohnern einen zukunftsfähigen Lebensstil ermöglichen.

„Wir leben in einer Schicksalsgemeinschaft auf diesem Planeten und mit diesem Planeten. Die Auswirkungen unseres Handelns tragen wir alle, gleich ob reich oder arm. In einer Zeit wie heute ist Nichthandeln keine Option mehr, für niemanden von uns“. schreibt Alex Ezeh, Executive Director, African Population and Health Research Center (APHRC), Mitglied der Planetary Health Alliance.

Gesa Maschkowski, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Gebündeltes Wissen rund um nachhaltige Ernährung und nachhaltigen Konsum gibt es unter https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum-29922.html

Planetary Health Report: http://www.thelancet.com/journals/lancet/article

als hilfreich bewerten 0 Versenden