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Nanotechnologie in Lebensmitteln

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hält Nano-Zusätze zur Zucker- und Fettreduktion im Essen für überflüssig. Die sollen unter anderem den Zucker- und Fettgehalt in Lebensmitteln senken.

ein umgefallener kleiner Salzstreuer
pixabay

(aid) – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hält Nano-Zusätze zur Zucker- und Fettreduktion im Essen für überflüssig. Die sollen unter anderem den Zucker- und Fettgehalt in Lebensmitteln senken.

Die DDG ist der Auffassung, die Hersteller müssten lediglich angehalten werden, ihre Rezepturen zu ändern. „Generell brauchen wir nicht mehr, sondern weniger Zusätze in unserem Essen“, erklärt Dr. Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der DDG. „Wenn zukünftig auch noch vermehrt Nanoteilchen einsetzt werden, erhöht sich der Anteil an künstlichen Bestandteilen weiter“, kritisiert auch Professor Dr. med. Hans Hauner, Ernährungsmediziner an der Technischen Universität München. „Wer unverarbeitete Lebensmittel kauft und selbst zubereitet, hat die volle Kontrolle über Salz-, Zucker und Fettgehalt“. 

Die Bundesregierung hingegen setzt künftig verstärkt auf Nanotechnologie in Lebensmitteln. Das sieht der „Aktionsplan Nanotechnologie 2020“ vor. Sie ist der Auffassung, dass sich durch Verkapselung oder Größenreduktion in den Nanobereich Lebensmittel mit einem geringeren Salz-, Zucker- und Fettgehalt herstellen lassen, ohne dass das Geschmacksempfinden beeinträchtigt wird. Zudem sollen die winzigen Teilchen „unerwünschte Aromen“ – etwa bei Omega 3-Fettsäuren – „maskieren“ sowie für eine verzögerte Freisetzung oder verbesserten Transport durch die Darmwand sorgen.

Bleibt abzuwarten, ob in Zeiten des Verbraucherwunsches nach Lebensmitteln die „ frei von“ Zusatzstoffen und anderen Zusätzen sind, solche Bestrebungen am Markt eine Chance haben oder ob sich der Wunsch nach unverändertem Konsum von Zucker, Salz und Fett durchsetzt.

Nanomaterialien stecken schon jetzt in vielen Lebensmitteln. Eine seit Dezember 2014 bestehende gesetzliche Kennzeichnungspflicht, nach der Zutaten in Lebensmitteln, die „technisch hergestelltes Nanomaterial“ darstellen zu kennzeichnen sind, bleibt allerdings unvollständig. Denn es gibt noch keine gesetzlichen Vorgaben, was eigentlich „Nano“ ist. 

Mit dem Aktionsplan will die Bundesregierung die Chancen der modernen Nanotechnologie nutzen und so die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Forschung und Produktion stärken. Das ressortübergreifende Strategiepapier sieht die Förderung der Nanotechnologie in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens vor. Im Kapitel „Gesundes Leben“ schließlich werden Nanomaterialien zum einen als wichtiger Motor für die Entwicklung neuer Arzneimittel, Diagnostika, Medizinprodukte sowie bildgebender Verfahren beschrieben. Zum anderen sollen sie „zu einer optimierten Ernährung und besseren Qualität von Lebensmitteln“ beitragen.

Britta Klein, www.aid.de

Weitere Informationen:
Den Aktionsplan Nanotechnologie 2020 finden Sie unter:
https://www.bmbf.de/pub/Aktionsplan_Nanotechnologie.pdf

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